TV-Interview
Boliviens künftiger Präsident nennt Bush Terroristen

Der künftige Präsident Boliviens Evo Morales macht aus seiner Antipathie gegen US-Präsident George W. Bush keinen Hehl. Im arabischen Fernsehsender Al-Dschasira bezeichnet er Bush jetzt als Terroristen.

HB DUBAI. Morales sagte dem Sender: „Der einzige Terrorist der Welt, den ich kenne, ist Bush. Seine Militärinterventionen wie die im Irak, das ist Staatsterrorismus.“

Es gebe einen Unterschied, ob Menschen für eine Sache kämpften oder als Terroristen agierten, sagte Morales. „Heute in Bolivien und Lateinamerika erheben die Menschen nicht mehr ihre Waffen gegen den Imperialismus, aber der Imperialismus erhebt seine Waffen gegen die Menschen, und zwar mit Militärinterventionen und Militärstützpunkten.“

Im Wahlkampf hatte sich Morales als Albtraum für die USA bezeichnet. Unmittelbar nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in Bolivien kündigte der Sozialist erste Schritte zur Verstaatlichung der Gasvorkommen des Landes an. Bolivien verfügt über Südamerikas zweitgrößte Gasvorkommen, 90 Prozent davon gehen in den Export.

Mit Morales steht erstmals in der Geschichte des Landes ein Indio vor der Übernahme der Präsidentschaft Boliviens. Das offizielle Endergebnis der Wahl wird erst in einigen Tagen feststehen.

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