TV-Interview
Putin nennt Pussy-Riot-Urteil „angemessen“

Der russische Präsident hält das Urteil gegen die Punkband für „gerechtfertigt und angemessen“. Der Staat müsse die Gefühle der Gläubigen schützen – besonders, da die Kirche zu Sowjetzeiten unterdrückt worden sei.
  • 7

MoskauRusslands Präsident Wladimir Putin hat die Verurteilung der Musikerinnen der Punkband Pussy Riot mit der Pflicht des Staates verteidigt, „die Gefühle der Gläubigen zu schützen“. Dies sei umso wichtiger, als die russische Orthodoxe Kirche zu Sowjetzeiten unterdrückt worden sei, sagte Putin in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem TV-Sender Russia Today. Das Land habe „sehr schlimme Erinnerungen“ an diese Zeit. Kirchen seien zerstört worden und Gläubige hätten gelitten.

Das Urteil gegen die drei Musikerinnen bezeichnete Putin als „gerechtfertigt und angemessen“, darüber hinaus wolle er aber nichts dazu sagen und sich auch nicht in den Fall einmischen. „Ich versuche, nichts mit dem Fall zu tun zu haben.“ Die Frauen waren Mitte August nach einer Protestaktion gegen Putin in einer Moskauer Kathedrale wegen „Rowdytums“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Zwei weitere Musikerinnen der Band setzten sich darauf ins Ausland ab. Der Prozess und das Urteil hatten international für Empörung gesorgt.

Im Fall des 2009 in Haft gestorbenen russischen Anwalts Sergej Magnizki wies Putin im Sender Russia Today jedwedes politisches Motiv zurück. „Wenn es da eine Tragödie gibt, dann eine formelle“, sagte er. Magnizki soll durch den Einsatz von Gummiknüppeln durch Beamte ums Leben gekommen sein. Die USA hatten daraufhin eine Liste erstellt, derzufolge russische Beamte kein US-Visum erhalten, die im Zusammenhang mit dem Tod des Anwalts stehen. Moskau hatte mit ebenfalls mit einer „schwarzen Liste“ mit unerwünschten US-Beamten reagiert.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " TV-Interview: Putin nennt Pussy-Riot-Urteil „angemessen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das deutsche Volk sollte Russland auf ewig dankbar sein. Denn nur 'Russland' verhinderte, dass die Allierten nach dem 2. Weltkrieg Deutschland als Bollwerk/Pufferzone gegen den Kommunismus und als einzigen Grund am Leben ließen und nicht für immer aus der Völkergemeinschaft für immer auslöschten.

  • Ja genau. Für die germannischen Zipfelmütze hatte nicht nur Goethe ein müdes Lächeln übrig. Ich bin weder Russe noch orthodox. Und Muslime, Jude oder was weiss ich schon gar nicht. Jedenfalls ist historisch festzustellen, dass die römisch-katholische Kirche wohl mehr Unheil in der Weltgeschichte mitzuverantworten hat als jede andere Religion. Erinnert sei nur an die Verbrechen wärend des dt. Nationalsozialismus. Das Einzige, auf welches die Völkergemeinschaft mit Sicherheit gerne verzichtet hätte, sind Vandalen, Goten, dt. Kaiserlichen, dt. Nationalen, schlichtweg das deutsche Volk als Ganzes - Insbesondere in den letzten 100 Jahren.
    Hier sind wohl einige, was nicht nur die geopolitischen Umwälzungen anbetrifft, sich der Realität nicht bewusst.

  • die " Erstarkung des russischen Bären" ist so ziemlich das letzte was die Welt braucht. Er wird aber wohl eher zusammenbrechen, denn der geniale russische Wirtschaftplan kannte früher nur 5 Jahrespläne und jetzt nur Öl und Gas, sonst nichts.Das wird nichts ! Nix Weltmacht, lieber Schreiberling und das ist auch gut so.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%