TV-Kritik
„Man darf den Sport nicht als Waffe benutzen“

Seltene Eintracht bei Maybrit Illner: Die Fußball-EM soll in der Ukraine bleiben - trotz Julia Timoschenko. Wolfgang Bosbach sorgte mit einer überraschend ehrlichen Antwort für einen sehenswerten Moment.
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BerlinWiktor Janukowitsch hat allen die Fußball-Europameisterschaft verdorben. Sämtliche 27 Mitglieder der EU-Kommission haben sich nun entschlossen, dem Turnier fern zu bleiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt öffentlich, lieber nicht in die Ukraine zu fahren. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen sowie SPD-Chef Sigmar Gabriel zählen zu denen, für die ein Besuch der Spiele nun nicht mehr in Frage kommt. „Ich weiß gar nicht, warum Sigmar Gabriel da sein müsste“, wundert sich der Oliver Pocher. Dieser simple Satz, den der TV-Moderator und Unterhaltungskünstler etwas ironisch bei Maybrit Illner daher sagte, fasst ziemlich gut zusammen, in welches Dilemma die Fußball-EM die Politiker bringt.

Wann immer es dieser Tage um Fußball geht, dann geht es auch um Menschenrechte. Vor allem aber geht es um das Schicksal der inhaftierten früheren Premierministerin Julia Timoschenko, die an einem chronischen Bandscheibenvorfall leidet und wegen angeblich schlechter Behandlung in den Hungerstreik getreten ist.

Präsident Janukowitsch und seine Gefolgsleute wollten eigentlich nur eine führende Oppositionelle ausschalten. Doch ihre Verhaftung erweist sich jetzt als Eigentor. Die Bilder der schwer kranken Frau gehen um die Welt. Die EM ist mit einem Mal ein Politikum. Und so sagen inzwischen auch Politiker ihren Besuch ab, die man gar nicht erwartet hatte. Denn je lauter die Boykott-Rufe werden, umso klarer ist: Wer sich die Spiele vor Ort anschaut, lässt Julia Timoschenko im Stich. „Rote Karte für Kiew – Darf man in der Ukraine einfach so Fußball spielen?“, fragte Maybrit Illner daher in dieser Woche.

So viel in den vergangenen Tagen über dieses Thema geredet worden ist, so wenig hatten Maybrit Illners Gäste dazu zu sagen. Etwa nach der Hälfte der Sendezeit hatten alle ihre Argumente vortragen und hätten eigentlich nach Hause gehen können. Das lag nicht unbedingt an den Eingeladenen. Tatsächlich machte die Show deutlich, dass die Meinungen gar nicht so weit auseinander liegen. Unterschiede gab es nur hinsichtlich des jeweiligen Blickwinkels und der graduellen Ausprägung der Aufregung über die fehlende Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine.

Vor allem in den folgenden beiden Punkt waren sich alle einig: Erstens: Die Fußball-EM kann ein guter Anlass sein, um auf eine Demokratisierung zu drängen. Zweitens:  Es wäre kontraproduktiv, die Spiele in ein anderes Land zu verlegen. Damit würde man eine Chance verspielen, Einfluss auf die Politik in der Ukraine zu nehmen. Am eindringlichsten warnte der frühere Profi-Schwimmer Klaus Steinbach vor einem Boykott: „Man darf den Sport nicht als Waffe benutzen.“ Steinbach weiß, wovon er spricht. Er selbst durfte 1980 nicht an den Olympischen Spielen in Moskau teilnehmen. Letztlich aber, meinte er, hätten Sport-Boykotte bisher nirgends positive Veränderungen bewirkt.

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„Man darf den Sport nicht als Waffe benutzen“

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Wichtig sei, weiter Druck auf Kiew auszuüben

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  • Kein Medienberichterstatter hat hinter die Fassade der Timoschenko geschaut, die mit mafiösen Mitteln sich maßlos bereichert hat - wer kennt denn dieses Land eigentlich? Die verlogene democratic correctness eines Spiegel online oder noch schlimmer der angeblichen Menschenrechtsbeauftragten Löning stinken zum Himmel
    Kunibert

  • Es ist ein Stück aus dem Tollhaus.Die Politkamarilla heult ob des Gefängnisaufenthaltes einer Dieben, Betrügerin und ánderer beschuldigter Delikte. Haben diese Volksbeglücker Angst davor eines Tage von iheren Völkern genauso behandelt zu werden?

  • "Präsident Janukowitsch und seine Gefolgsleute wollten eigentlich nur eine führende Oppositionelle ausschalten."

    Und sowas schimpft sich Information!
    Oder ist Korruption und die Veruntreuung von Geldern in den Augen des Schmierfinken kein kriminelles Delikt?

    Wenn man nach den Berichten über den Verbrecher und Verschwörer Chodorkowski geht, könnte man ja den Eindruck bekommen, daß immer dann, wenn der Westblock der Nutznieser ist, Verbrechen plötzlich keine mehr sind, und Verbrecher zu den Lieblingen der Westpresse werden.

    Schmierfinken von den MSM, es wird Zeit, daß ihr in der Gegenwart ankommt: eure bisher bewährte Lügentaktik funktioniert nicht mehr, solange das Internet nicht unter totaler Kontrolle ist!
    Die Menschen erfahren jetzt, was ihnen immer verschwiegen wurde - die Sichtweise der anderen Seite! Und daraus bilden sie ihre Meinung.

    Wer da mit so primitiver Dummbaddelpropaganda operiert, dem laufen eben die Leser davon. Solche Medien braucht es nicht, davon gab es Jahrzehntelang genug, ohne daß jemand dieses verlogene Spiel durchschaut hätte. Damit ist jetzt langsam Schluß!

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