Über 100 Festnahmen
Soldaten stürmen Klöster in Myanmar

Soldaten haben zur Verhinderung weiterer Proteste Klöster in der Hafenstadt Rangun gestürmt. Dabei wurde Augenzeugen zufolge mehr als 100 Mönche festgenommen. Ein oppositioneller Rundfunksender berichtet von 8 Toten. In der Nacht bemühte sich der Uno-Sicherheitsrat unterdessen um eine Verurteilung des Blutvergießens – und scheiterte an einer einzigen Stimme.

HB RANGUN/NEW YORK.Hunderte Soldaten seien in der Nacht zum Donnerstag an strategisch wichtigen Orten in Rangun postiert worden. Sie hätten an der Shwedagon- und der Sule-Pagode und einer wichtigen Straße Barrikaden errichtet. Dort hatten sich in den vergangenen Tagen Demonstrationen formiert.

Mit diesen Maßnahmen sollen offensichtlich weitere Proteste am heutigen Donnerstag unterbunden werden. Deshalb war es am Morgen unklar, ob wieder demonstriert wird. Am Mittwoch waren bei den Massenprotesten zahlreiche Mönche geschlagen worden. Über die Zahl der Opfer vom Mittwoch, als das Militär erstmals mit Gewalt gegen die friedlichen Proteste vorging, gibt es widersprüchliche Angaben. Die Militärs sprachen von einem Toten. Andere Quellen nannten die Zahl von fünf Toten.

Ein oppositioneller Rundfunksender sprach von mindestens acht Erschossenen. Außerdem habe es annähernd 150 Verletzte gegeben, berichtete der aus Norwegen ausstrahlende Rundfunksender Democratic Voice of Burma unter Berufung auf Augenzeugenberichte. Neben Rangun habe es auch in Mandalay und Sittwe Demonstrationen gegeben.

Die Märsche der Mönche hatten vor knapp zehn Tagen als Reaktion auf drastische Erhöhungen der Benzin- und Gaspreise begonnen und sich zur größten Protestkundgebung seit Niederschlagung der Demokratiebewegung 1988 entwickelt.

Der Uno-Sicherheitsrat konnte sich wegen des Widerstands Chinas nicht auf eine Verurteilung des Blutvergießens in Myanmar einigen. Bei einer Dringlichkeitssitzung am Mittwoch in New York verständigte sich das höchste Uno-Gremiums lediglich auf einen zurückhaltenden Appell an die Machthaber in Myanmar, den der amtierende Ratspräsident Jean- Maurice Ripert vor Journalisten bekannt gab. Über Sanktionen wurde in der Sitzung nicht beraten.

Nachhaltige Unterstützung sprach das 15-Länder-Gremium allerdings der Entscheidung von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon aus, seinen Sondergesandten Ibrahim Gambari in dringender Mission nach Myanmar zu entsenden.

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