Über 30 Verletzte
Heftige Zusammenstöße am Rande der WTO-Tagung

Am Rande der Welthandelsgespräche in Hongkong ist es am Samstag zu heftigen Zusammenstößen zwischen Globalisierungsgegnern und Sicherheitskräften gekommen. Hunderte Demonstranten durchbrachen Augenzeugen zufolge die Polizeireihen und gelangten bis auf 30 Meter vor das Tagungszentrum der Welthandelsorganisation (WTO).

HB HONGKONG. Zunächst hinderten Spezial-Einsatzkräfte die Menge daran, in das Gebäude einzudringen. Einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zufolge setzte die Polizei Tränengas und Pfefferspray ein. Medien berichteten von mindestens 30 Verletzten.

„Am Tagungszentrum herrscht eine Patt-Situation. 50 Polizisten sind gerade in das Gebäude gestürmt. Keiner darf mehr raus“, sagte der Reporter. Die Polizisten wehrten die Demonstranten mit Knüppeln, Tränengas und mit Hilfe von Feuerwehrschläuchen ab. Einige Demonstranten umwickelten ihre Augen mit Plastikband oder trugen Brillen und Masken, um sich gegen das Pfefferspray zu schützen. Bis zum Abend umrundeten die Protestierenden das Zentrum nahezu. Die Polizei sperrte Straßen und eine nahe gelegene U-Bahn-Station, um die Menge in Schach zu halten.

Viele der Demonstranten waren Bauern aus Südkorea. Sie gelten als besonders militant und hatten für das Wochenende verstärkte Proteste angekündigt. Die Landwirte wehren sich gegen eine Öffnung des koreanischen Reismarktes für Importe. Beide Seiten - Polizei und Demonstranten - zogen für die herannahende Nacht Verstärkung heran. Am Rande von WTO-Konferenzen war es wiederholt zu Ausschreitungen und Zusammenstößen gekommen. Die Globalisierungsgegner kritisieren, dass die von der WTO angestrebte Liberalisierung des Welthandels zu Lasten der Schwächeren und Armen geht. In Hongkong haben sich aus Anlass der sechsten WTO-Ministerkonferenz rund 10.000 Globalisierungsgegner versammelt.

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