Über 88 Prozent
Mubarak zum Wahlsieger erklärt

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hat der Wahl-Kommission zufolge zum fünften Mal in Folg mit klarer Mehrheit die Wahl um das höchste Staatsamt gewonnen. Bei der ersten Präsidentenwahl, bei der sich die Ägypter unter mehreren Kandidaten entscheiden konnten, seien 88,6 % der Stimmen auf Mubarak entfallen, teilte die Kommission am Freitag in Kairo mit. Damit hat er nun ein Mandat für weitere sechs Jahre.

HB KAIRO. Mubarak war gegen neun meist kaum bekannte Rivalen angetreten und galt daher von Anfang an als Favorit. Die Wahlbeteiligung gab der Vorsitzende der Wahlkommission mit 23 % an. Als Mubarak im Jahr 1999 eine vierte Amtszeit gewonnen hatte, hatten die Behörden die Wahlbeteiligung mit 79 % angegeben.

Der ägyptische Präsident ist 77 Jahre alt und steht bereits seit 24 Jahren an der Spitze des arabischen Landes. Laut Wahlkomitee entfielen rund 7,6 % der Stimmen auf den Vorsitzenden der erst im vergangenen Jahr zugelassen liberalen Al-Ghad-Partei, Eiman Nur, der damit auf dem zweiten Platz landete. Den dritten Platz belegte Noaman Gomaa von der konservativen Partei Al-Wafd. Die anderen sieben Kandidaten erhielten alle nur wenige Tausend Stimmen. Es war das erste Mal, dass Mubarak Konkurrenz zuließ. Bisher hatte er sich lediglich alle sechs Jahre per Referendum im Amt bestätigen lassen.

Eiman Nur hatte nach der Wahl wegen Unregelmäßigkeiten in einigen Wahllokalen erklärt, der Urnengang vom Mittwoch müsse wiederholt werden. Dies lehnte das Wahlkomitee mit der Begründung ab, diese hätten das Ergebnis nicht signifikant beeinflusst. Hauptkritikpunkt der Opposition war, das viele Ägypter ihre Namen nicht in den Wählerlisten fanden.

Auf die Gesamtbevölkerung gesehen gaben nur etwa zehn Prozent der Ägypter ihre Stimme ab. Bei früheren Abstimmungen war der Andrang in den Wahllokalen zum Teil noch niedriger gewesen. Die Staatsmacht hatte damals allerdings höhere Zahlen veröffentlicht, die von ägyptischen Beobachtern angezweifelt wurden. Ausländische Wahlbeobachter hatte die Regierung auch diesmal nicht zugelassen. Stattdessen überwachten Justizbeamte den Wahlprozess, der trotz einiger Unregelmäßigkeiten fairer war als frühere Urnengänge in Aegypten. Vor allem die Sicherheitskräfte mischten sich diesmal nicht ein, sondern sicherten nur die Wahllokale.

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