Über 90 Tote
Entsetzen über Massaker in Syrien

Bei einem Massaker sind in Syrien mehr als 90 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter auch viele Kinder. Die entsetzte internationale Gemeinschaft fordert erneut ein Ende der Gewalt - doch das Blutvergießen geht weiter.
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New York/DamaskusEin Massaker an Zivilisten in Syrien mit mehr als 90 Todesopfern hat die internationale Gemeinschaft entsetzt. Doch auch am Samstag ging das Blutvergießen in dem Land weiter.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan verurteilten das „schreckliche und brutale Verbrechen“ scharf. Dieser „wahllose und unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt“ stelle eine klare Verletzung internationalen Rechts dar, heißt es in einer am Samstag am UN-Hauptsitz in New York verbreiteten gemeinsamen Erklärung Bans und Annans. Sie forderten die syrische Regierung auf, den Einsatz schwerer Waffen in bewohntem Gebiet sofort zu stoppen. Jede Form der Gewalt in Syrien müsse beendet werden.

Auch US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte das Blutbad scharf. Sie verlangte in der Erklärung vom Samstag in Washington ein Ende der Gewalt. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die USA würden mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um den Druck auf den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und „seine Spießgesellen“ zu erhöhen. „Deren Herrschaft durch Mord und Angst muss ein Ende haben“, forderte Clinton.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verlangte, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Westerwelle forderte Konsequenzen. Das Assad-Regime müsse die Gewalt sofort einstellen, den Friedensplan des ehemaligen UN-Generalsekretärs Annan in vollem Umfang umsetzen und vorbehaltlos mit den UN-Beobachtern zusammenarbeiten. „Es ist schockierend und empörend, dass das syrische Regime seine brutale Gewalt gegen das eigene Volk nicht einstellt.“

Der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte: „Mit diesen neuen Verbrechen treibt das mörderische Regime Syrien noch tiefer in das Entsetzen und gefährdet die Stabilität der Region“. Großbritannien forderte eine „starke internationale Reaktion“. Die britische Regierung setzte sich für eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates ein, um eine Antwort auf dieses „entsetzliche“ Verbrechen zu koordinieren, erklärte Außenminister William Hague am Samstag. Dazu werde man sich mit den Verbündeten, dem UN-Sicherheitsrat, der EU und den Menschenrechtsorganisationen der UN abstimmen.

Kommentare zu " Über 90 Tote: Entsetzen über Massaker in Syrien"

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  • So ein Blödsinn. Ich bin überhaupt nicht entsetzt. Dafür ist es geografisch viel zu weit entfernt. 90 Tote ist schlicht eine Zahl, und eine vielfache Zahl an Menschen stirbt tagtäglich an Hunger.

    Das ganze "Entsetzen" der sogenannten Weltgemeinschaft dient in Wirklichkeit nur der Vorbereitung dafür die letzten noch nicht unter UNO-Herrschaft stehenden Länder endlich zu disziplinieren und dabei die Rüstungsindustrie wieder ein wenig anzukurbeln.

    Wenn es Westerwelle, Clinton und Konsorten darum ginge Menschenleben zu bewahren........dann gäbe es bei weitem effektivere "Schlachtfelder" dafür.

    Dieses ganze Gutmenschengejammere bewirkt bei mir letztlich nur eines: Zunehmende Gleichgültigkeit.


  • Entsetzlich, aber der Zustand der Leichen sagt nichts über die Herkunft der Täter aus!

    Zu diesem Kontext ein Bericht aus der Frankfurter Rundschau:
    "Syrische Führung weist Verantwortung zurück"
    "...mehr als 100 Zivilisten getötet wurden. 'Frauen, Kinder und alte Männer sind erschossen worden'"

    Wenn die Peronen erschossen wurden, (ich greife mal weiter: mehrheitlich nicht durch Granaten getötet wurden, sonderrn durch Waffen der kurzen Distanz), das ist sicher leicht überprüfbar, neige ich dazu der syrischen Regierung zu glauben.

    Diese weis sehr genau, dass sie ansonsten nur "Medienfutter" für ihre Gegener liefert und sich so einem größeren Angriff durch die NATO aussetzen könnte.

    Auch wenn wir es ihnen vielleicht gerne unterstellen, so blöde sind die Syrer, die an der Macht sind, nun auch wieder nicht.

    Wenn es also die Syrer nicht waren, bleiben die Rebellen.

    Na, da ist schon klar, wie es weitergeht: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Da pflegen wir selbst bei Zweifeln doch lieber unsere selbstgemachten Feindschaften und nähren die Feindschaft auch schon mal mit zweifelhaften Nachrichten.

  • Sehen Sie sich erst einmal die schlimmen Bilder der Kinderleichen an auf YouTube http://www.youtube.com/watch?v=jffUNQw8Fl8 (Achtung, wirklich sehr schlimm)
    bevor Sie urteilen. Wie man dort sieht, haben die Leichen keine Verletzungen duch Granatsplitter oder anderweitige Explosionskörper, sondern wurden barbarisch aus der Nähe mit Knüppeln, Gewehren, Messern massakriert.

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