Über Wahltermin war lange diskutiert worden
Afghanistan wählt im Oktober einen Präsidenten

Die Parlamentswahlen sollen dagegen jetzt erst im nächsten jahr stattfinden. Vor der Wahl rechnet der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Walter Kolbow (SPD) mit wachsenden Gefahren für die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.

HB KABUL. Knapp drei Jahre nach dem Sturz der Taliban werden die Afghanen am 9. Oktober erstmals in der Geschichte des Landes in einer demokratischen Wahl ihren neuen Präsidenten bestimmen. Die Parlamentswahl wird allerdings auf nächstes Jahr verschoben und soll erst zwischen März und Mai stattfinden, teilte die afghanische Wahlkommission am Freitag nach langer Diskussion in Kabul mit. Ursprünglich sollte in Afghanistan bereits im Juni gewählt werden.

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen waren bereits auf September verschoben worden. Wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage waren Zweifel an dem Wahltermin aufgekommen. Die radikalislamischen Taliban haben angekündigt, ihren Terror vor der Wahl zu verschärfen. Am Donnerstag war erneut eine Wahlhelferin bei einem Anschlag getötet. Vor wenigen Wochen waren 16 Afghanen getötet worden, die sich als Wähler hatten registrieren lassen.

Über den Wahltermin war lange diskutiert worden. Am 17. Oktober beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan, anschließend bricht in Teilen Afghanistans der Winter ein. Wahlen galten dann als nicht mehr möglich. Bislang sind für die Parlamentswahl weder Wahlkreise eingerichtet noch Kandidaten der Parteien benannt worden. Inzwischen haben sich nach UN-Angaben mehr als sechs Mill. der rund 10,5 Mill. Wahlberechtigten registrieren lassen. Der Vorsitzende der Wahlkommission, Zakim Shah, wollte am Samstag vor die Presse treten.

Vor der Wahl rechnet der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Walter Kolbow (SPD) mit wachsenden Gefahren für die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. „Natürlich ist in den nächsten Wochen mit Gefährdungen zu rechnen, die über das bisher bekannte Maß hinausgehen“, sagte Kolbow dem „Münchner Merkur“ (Samstag). Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai und die US-Streitkräfte in Afghanistan haben vor einer Zunahme von Anschlägen gewarnt.

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