Überblick
Entführungen Deutscher im Auslang

Deutsche sind im Ausland wiederholt entführt worden, besonders häufig im Jemen. Die bekanntesten Fälle aus der jüngeren Vergangenheit:

November 2005: Unbekannte entführen im Irak die Archäologin Susanne Osthoff auf einer Überlandfahrt. Auf einem der ARD zugespielten Video drohen sie damit, Osthoff zu töten, wenn Deutschland nicht die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einstelle. Nach gut drei Wochen kommt Osthoff frei. Ob es dafür Gegenleistungen gegeben hat, ist unklar.

Februar 2003: Islamisten der Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) entführen in der südalgerischen Sahara 32 Touristen, unter ihnen 16 deutsche Urlauber. Sie kommen im Mai und August nach Monaten in der Gewalt der Entführer frei. Dabei soll nach unbestätigten Berichten Lösegeld in Millionenhöhe gezahlt worden sein. Eine Frau aus Augsburg überlebt die Strapazen nicht.

November 2001: Ein deutscher Geschäftsmann wird in Jemen entführt und nach zehn Tagen Geiselhaft von Sicherheitskräften befreit.

September 2001: Fast zwei Monate nach seiner Entführung kommt ein in Jemen entführter deutscher Diplomat wieder frei. Ob Lösegeld gezahlt wurde, blieb unklar.

Juli 2001: Der niedersächsische GTZ-Entwicklungshelfer Ulrich Künzel, sein Bruder Thomas und deren gemeinsamer Freund Reiner Bruchmann werden am 18. von der kolumbianischen FARC-Guerilla verschleppt. Thomas Künzel gelingt zwei Monate später die Flucht aus der Dschungelhaft. Einen Monat später werden sein Bruder und Bruchmann freigelassen.

Juni 2001: Nach dreiwöchiger Gefangenschaft kommt ein in Jemen entführter deutscher Student wieder frei.

März 2001: Der Reiseführer Ibrahim Ali verschleppt im ägyptischen Luxor vier Deutsche in seine Wohnung und droht, sie zu töten. Er will damit erzwingen, dass seine in Deutschland lebende Ex-Frau die beiden gemeinsamen Söhne nach Ägypten bringt. Nach dreitägigen Verhandlungen mit der Polizei gibt der Täter auf, die Geiseln kommen frei.

April 2000: Militante Islamisten der Organisation Abu Sayyaf, die Kontakte zu Al-Kaida unterhalten soll, entführen auf der malaysischen Insel Sipadan die deutsche Familie Wallert aus Göttingen und 18 weitere Touristen und verschleppen sie auf die philippinische Insel Jolo. Nach monatelanger Geiselhaft kommen sie durch libysche Vermittlung frei. Die Rebellen sollen bis zu eine Million Dollar Lösegeld pro Geisel erhalten haben.

Dezember 1998: Nach über dreiwöchiger Geiselhaft kommen vier in Jemen entführte deutschen Touristen wieder frei. April 1997: Nach zehntägiger Geiselhaft kommen vier in Jemen verschleppte deutsche Touristen fei. Die beiden Paare werden von Sicherheitskräften befreit. Im Monat zuvor waren bereits sieben deutsche Motorrad-Touristen in Jemen entführt worden und nach mehr als einer Woche unverletzt frei gekommen.

Januar 1996: Am Neujahrstag werden die deutsche Touristin Nicola Fleuchaus und die Schweizer Reiseleiterin Susanna Regula Siegfried in Costa Rica von ehemaligen rechten Contra-Rebellen aus Nicaragua aus ihrem Hotel in den Dschungel verschleppt. Nach über zwei Monaten kommen sie frei, es soll ein relativ geringes Lösegeld geflossen sein. Nach der Festnahme des Chefs der Entführer Monate später sorgen Fotos für Überraschung, die ihn und Fleuchaus beim Küssen zeigen. Das Verhältnis habe zehn Tage nach Entführungsbeginn begonnen, sagte die Schweizerin Siegfried später vor Gericht - eine extreme Form des Stockholm-Syndroms, dass sich Geiseln mit ihren Entführern identifizieren.

Juli 1995: In Indien werden der deutsche Student Dirk Hasert und vier weitere Touristen von einer Gruppe separatistischer Moslems aus der Kaschmir-Region verschleppt. Einer der Entführten wird später enthauptet aufgefunden. Die Behörden gehen davon aus, dass sämtliche Geiseln tot sind.

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