Überfall auf Schule in Pakistan
141 Kinder sterben bei Taliban-Blutbad

Der Machtkampf der Taliban mit Pakistans Regierung fordert weitere Tote: Extremisten haben eine Schule in Peshawar überfallen. Mindestens 141 Kinder werden getötet. Ein Junge berichtet: „Alle Kinder haben geblutet.“
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PeshawarBei einem Überfall von radikalislamischen Taliban auf eine Schule in der pakistanischen Stadt Peshawar in der Grenzprovinz Khyber-Pakhtunkhwa sind 141 Schüler ums Leben gekommen. Zudem gab es 122 Verletzte, erklärte ein Vertreter der Provinzregierung am Dienstag.

Taliban-Kämpfer hatten die Militärschule am Dienstagmorgen gestürmt. Der Angriff begann nach Angaben der Polizei in den frühen Morgenstunden. Sechs bewaffnete Männer drangen in die Schule ein, in der rund 500 Schüler von der ersten bis zu vierten Klasse unterrichtet werden und in der gerade Prüfungen stattfanden.

Die Extremisten schossen um sich, wie Sprecher Javed Khan sagte. Armeeeinheiten eilten zum Tatort und lieferten sich Gefechte mit den Angreifern. Die Lage war zunächst unübersichtlich. Das pakistanische Fernsehen zeigte Bilder, wie Soldaten die Gegend absperrten und Menschen zurückdrängten.

„Wir standen draußen vor der Schule und hörten plötzlich Schüsse. Überall war Chaos. Und Schreie von Kindern und Lehrern“, zitiert Sky News einen Schulbusfahrer. Abdullah Jamal, einer der verwundeten Schüler, berichtete im Krankenhaus, er habe zum Zeitpunkt des Überfalls zusammen mit Kameraden aus der achten, neunten und zehnten Klasse gerade einen Erste-Hilfe-Kurs mit Sanitätern der pakistanischen Armee gehabt. In den Sekunden nach den ersten Schüssen habe niemand gewusst, was los war.

„Dann sah ich, wie Kinder zu Boden stürzten, sie weinten und schrien“, sagte der Junge. „Ich bin auch hingefallen. Erst später habe ich erfahren, dass ich eine Kugel abbekommen habe.“ Er wurde im Bein getroffen. „Alle Kinder hatten Schusswunden“, fügte er hinzu. „Alle Kinder haben geblutet.“

Für den Überfall auf die Schule in Peshawar übernahmen die Taliban durch ihren Sprecher Mohammed Khurasani die Verantwortung. Sechs Selbstmordattentäter hätten damit Rache für die Tötung von Taliban durch pakistanische Sicherheitskräfte genommen. „Wir haben die Schule angegriffen, weil die Armee unsere Familien angreift. Wir wollen, dass sie unseren Schmerz fühlen“, sagte er. Die Selbstmordattentäter hätten Instruktionen gehabt, nicht die Kinder, sondern Armeeangestellte anzugreifen.

Kommentare zu " Überfall auf Schule in Pakistan: 141 Kinder sterben bei Taliban-Blutbad"

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  • ALLAH IST GROSS !

    Und jeder der Bedenken gegen den Islam hat, ist ein alter Nazi !

  • Religiöser Fanatismus führt zwangsläufig zu Handlungen, die man in unserem Kulturkreis nicht nachvollziehen kann. Wenn man jedoch wie in diesem Fall Kinder ermordet, erscheint es umso verwerflicher.
    Was geschieht denn im Gegenzug? Sind es nicht Drohnen, die über den Köpfen der Pakistanis kreisen und sowohl Frauen, Kinder, ja ganze Familien mal eben ausrotten.
    Haben wir in Deutschland keine Erfahrungen damit, wenn Bomberstaffeln unsere Städte in Schutt und Asche legen und Frauen und Kinder bei lebendigem Leibe verbrennen?
    Das ist das Gesicht des Krieges nicht mehr und nicht weniger. Es geht immer darum, seinen Gegner mit bestialischen Mitteln zu bezwingen, wenn man keine anderen Möglichkeiten hat.
    Deshalb ist es so wichtig, dass man es erst gar nicht dazu kommen lässt.

  • Da täuschen Sie sich aber, Islam bedeutet nicht Frieden sondern "übergeben, sich ergeben, sich hingeben, Unterwerfung (unter Gott)"

    Diese vollständige Unterwerfung in Hinblick aufas, was im Koran geschrieben steht, einschließlich dem "heiligen Krieg", wenn er erklärt wird, von wem auch immer, das ist der Islam, wie ihn strengläubige Moslems verstehen.

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