Überflugverbot
Deutschland und Iran geben sich gegenseitig Schuld

Waren es technische Pannen, ein Missverständnis oder ein gezielter Affront? Es bleibt rätselhaft, warum Kanzlerin Merkel der Überflug über den Iran zunächst verweigert wurde.
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Deutschland und der Iran weisen sich gegenseitig die Schuld für den Eklat um ein vorübergehendes Überflugverbot für Bundeskanzlerin Angela Merkel zu. Teheran machte am Mittwoch einen Fehler des Piloten dafür verantwortlich, dass Merkel auf ihrem Weg nach Indien von den iranischen Behörden gestoppt und in den türkischen Luftraum zurückverwiesen wurde. Die Bundesregierung erklärte dagegen, alle Regularien seien korrekt eingehalten worden.

Merkel kam am Dienstag wegen des zunächst verweigerten Überflugs mit zwei Stunden Verspätung zu den ersten deutsch-indischen Konsultationen in Neu Delhi an. Das Auswärtige Amt bestellte den iranischen Botschafter ein, um zu protestieren. Außenminister Guido Westerwelle sprach von einem "Verstoß gegen alle internationalen Gepflogenheiten" und einer "Respektlosigkeit gegenüber Deutschland, die wir nicht hinnehmen können".

Sein iranischer Amtskollege Ali Akbar Salehi blies am Mittwoch zur diplomatischen Gegenoffensive. "Es war nur ein technischer Irrtum des deutschen Piloten, der beim Kontakt mit der iranischen Seite einen falschen Signalcode eingegeben hatte", sagte er in Teheran. Der Irrtum habe schnell ausgeräumt werden können. "Es war definitiv keine Absicht im Spiel", betonte Salehi. Ähnlich hatte sich zuvor schon der iranische Botschafter in Berlin in einem Zeitungsinterview geäußert.

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