Übergangsministerpräsident Ijad Allawi entging nur knapp einem Mordanschlag.
Anschlagsserie im Irak fordert 80 Tote

Die schwierige Regierungsbildung im Irak ist am Mittwoch von einer neuen Serie blutiger Anschläge mit rund 80 Toten überschattet worden.

HB BAGDAD/KAIRO. Mindestens 58 Leichen ermordeter Iraker, darunter Frauen und Kinder, wurden am Ufer des Tigris südlich von Bagdad aufgefunden. Der arabische Fernsehsender Al-Arabija berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, einige der Opfer seien enthauptet worden. In der Stadt Haditha im Westirak erschossen Aufständische 19 irakische Nationalgardisten, die sie nach einem Angriff auf deren Konvoi in ihre Gewalt gebracht hatten.

Übergangsministerpräsident Ijad Allawi entging am Abend nur knapp einem Mordanschlag. Nach Angaben des Fernsehsenders Al-Arabija explodierte neben dem Konvoi Allawis in Bagdad eine Autobombe. Mindestens ein Polizist sei bei dem Selbstmordanschlag getötet worden. Nach Berichten des US-Senders CNN starben mehrere Sicherheitsbeamte. Der Anschlag sei an einem Kontrollpunkt vor dem Hauptquartier von Allawis Partei verübt worden. Allawi sei auf der Rückfahrt von einer Besprechung über die Regierungsbildung gewesen.

Der neue Präsident Dschalal Talabani hofft, dass die neue Regierung an diesem Donnerstag vorgestellt werden kann. Seit der Wahl der Nationalversammlung Ende Januar wird um die Zusammensetzung der neuen Regierung gerungen. Der staatliche Fernsehsender Al-Irakija hatte am Mittwoch berichtet, die Fraktionen hätten sich auf eine 31- köpfige Kabinettsliste verständigt. Die Namen der Minister würden aber erst in der nächsten Woche vorgestellt werden.

Talabani sagte auf einer Pressekonferenz, mehr als 50 Leichen seien in der Nähe von Madain aus dem Tigris geholt worden. Die Namen der Opfer und der Täter seien bekannt, fügte der Präsident hinzu. In Medienberichten vom Wochenende hatte es geheißen, sunnitische Extremisten hätten in dem Dorf südöstlich der irakischen Hauptstadt bis zu 100 schiitische Geiseln in ihre Gewalt gebracht.

In Haditha verschleppten Aufständische nach Angaben von Al-Arabija 19 Nationalgardisten in das Stadion der Stadt und erschossen sie dort. Bei zwei Autobombenanschlägen in der Nähe von Bagdad wurden mindestens zwei irakische Zivilisten getötet und mehrere verletzt. Das teilte die Polizei mit.

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