Übergangsregierung nominiert
Pakistanischer Ministerpräsident tritt zurück

Der pakistanische Ministerpräsident Zafarullah Khan Jamali hat sein Amt nach 20 Monaten niedergelegt. Der Präsident der regierenden Pakistanischen Muslim-Liga (PML), Chaudhry Shujaat Hussein, wurde am Samstag als Chef einer Übergangsregierung nominiert.

HB ISLAMABAD. Ihm soll später der bisherige Finanzminister Shaukat Aziz nachfolgen, der dafür zunächst bei einer Nachwahl ins Parlament gewählt werden muss. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Berichte über Differenzen zwischen Jamali und Präsident Pervez Musharraf gegeben, der als eigentlicher Machthaber gilt.

Aziz soll der Übergangsregierung Husseins als „führender Minister“ angehören. Hussein und sein Kabinett könnten bereits am Dienstag vereidigt werden. Aziz hatte vor seinem Wechsel in die Politik unter anderem eine leitende Stellung bei einer Bank in den USA inne. Er gilt - wie der indische Premierminister Manmohan Singh - als Wirtschaftsexperte. General Musharraf hatte sich im Oktober 1999 an die Macht geputscht und Aziz kurz darauf zum Finanzminister ernannt.

Jamali gab seinen Rücktritt am Samstagabend bei einem Treffen der PML und verbündeter Parteien in der Hauptstadt Islamabad bekannt. Bis zuletzt hatte er seit Wochen anhaltende Spekulationen zurückgewiesen, dass er sein Amt niederlegen werde. Mit seinem Rücktritt ist gleichzeitig das Kabinett aufgelöst. Jamali sagte, er trete zurück, um das Land und die Partei zu retten. Er werde aber weiter aktiv in der Muslim-Liga mitarbeiten.

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