Übergangsregierung will Hindernisse "auf dem Weg zur Wahl" beseitigen
Ausnahmezustand im Irak verhängt

Im Irak gilt seit Sonntag für zwei Monate der Notstand. Die dortige Übergangsregierung ist diesen Schritt gegangen, um nach eigenen Angaben die für Januar geplante Wahl zu ermöglichen.

HB BAGDAD/HADITHA/SAMARRA. Die Entscheidung ist nach einem blutigen Wochenende mit über 60 Toten gefallen. Ein Sprecher von Ministerpräsident Ijad Allawi sagte am Sonntag in Bagdad, die Maßnahme gelte ab sofort im ganzen Land mit Ausnahme der drei Kurdenprovinzen im Norden. Die Regierung habe sich zu diesem Schritt entschlossen, da die Gewalt weiterhin zunehme und ihr mittlerweile täglich auch Frauen und Kinder zum Opfer fielen. Über Einzelheiten und Auswirkungen des Beschlusses werde Allawi an diesem Montag genauer informieren, sagte der Sprecher weiter. Eine Ausgangssperre sei noch nicht erlassen worden.

Vor allem Polizisten starben bei den zum Teil sehr genau geplanten Angriffen der Aufständischen an diesem Wochenende. Am Sonntagmorgen attackierten Aufständische drei Polizeistationen im Westirak und töteten mindestens 22 Polizisten auf zum Teil grausame Art und Weise. In Haditha - 260 Kilometer westlich von Bagdad - griffen Dutzende von Bewaffneten die Polizeiwache an, berichtete Abdel Salam Mohammed, ein Polizist aus Haditha, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie hätten einige Polizisten gezwungen sich auszuziehen und sie dann „hingerichtet“.

Bei einer zweiten Rebellenattacke in dem nahe gelegenen Dorf Al- Haklanija gab es nach Polizeiangaben Opfer auf beiden Seiten. Beim dritten Angriff brachten Aufständische eine Gruppe von Beamten kaltblütig um. Ärzte in Haditha berichteten, es seien 22 Tote und sechs Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden. Bei vier Autobombenanschlägen auf Polizeiwachen waren am Samstag in der 120 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Samarra nach Angaben der Polizei 33 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Im Nordirak töteten Unbekannte am Sonntag vier Iraker aus Kirkuk, die als Zivilisten für die US-Armee gearbeitet hatten.

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