Übergriffe auf Ausländer halten an
Europäer fliegen aus der Elfenbeinküste aus

Am Mittwoch haben Frankreich, Deutschland und Spanien damit begonnen, ihre Staatsbürger aus dem westafrikanischen Krisenstaat Elfenbeinküste auszufliegen.

HB JOHANNESBURG/PARIS. Die Ausländer drängten sich am Flughafen der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan. „Die Evakuierung hat begonnen“, sagte ein Sprecher des französischen Militärs. Bisher wollten 1 200 Europäer wegen des ausländerfeindlichen Klimas ausgeflogen werden. Nach Angaben des Außenministeriums in Berlin wollen auch 40 der in der Elfenbeinküste lebenden 170 Deutschen das Land verlassen. Das Ministerium, das einen Krisenstab eingerichtet hat, verschärfte spürbar die Reisewarnung für das Land.

Ein erstes Flugzeug mit 270 Franzosen startete am Nachmittag in Abidjan. Weitere Flüge für freiwillige Heimkehrer sollten folgen. In dem Land leben 14 000 Franzosen. Etwa 1 300 Europäer - überwiegend Franzosen - sind wegen anhaltender Übergriffe zu der französischen Militärbasis geflohen. Mehr als 1 600 Menschen befinden sich unter dem Schutz der Vereinten Nationen in Abidjan.

Die „Evakuierung auf freiwilliger Grundlage“ wurde nach Tagen der Gewalt vor allem gegen Franzosen und ihre Geschäfte eingeleitet. Bei den Auseinandersetzungen sollen mindestens 130 Menschen umgekommen sein, etwa 600 wurden verletzt. Die Spannungen nahmen am Dienstag erneut zu, nachdem nach Berichten französischer Soldaten mindestens sieben Menschen bei Demonstrationen in Abidjan getötet worden sein sollen. Franzosen sind dort zur Friedenssicherung eingesetzt. Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie bestritt am Mittwoch in Paris energisch, dass französische Soldaten in die Menge geschossen hätten. Am Mittwoch wurde die Lage als weiterhin gespannt beschrieben.

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, der am Morgen von einer eintägigen Vermittlungstour im Auftrag der Afrikanischen Union (AU) zurückkehrte, gab sich vorsichtig optimistisch. Er lud alle Konfliktparteien für das Wochenende zu Gespräche nach Pretoria ein. Ziel ist die Wiederherstellung des Waffenstillstands, der mit dem Angriff von Regierungstruppen auf die Rebellenhochburg Bouaké gebrochen worden war. Bei dem Angriff waren auch neun französische UN-Soldaten sowie ein Amerikaner getötet worden. Frankreich hatte daraufhin die ivorische Luftwaffe fast vollständig zerstört, was Gewaltakte in Abidjan ausgelöst hatte.

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