Überläufer
Russischer Agentenchef verriet eigene Spione

Für den russischen Auslands-Geheimdienst SWR ist eine der schwersten Schlappen seit dem Ende des Kalten Kriegs: Die im Sommer in den USA enttarnten russischen Spione sind von ihrem Führungsoffizier verraten worden.
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HB MOSKAU. Der Agentenführer Oberst Tscherbakow lief nach einem offiziell bestätigten Bericht der russischen Zeitung "Kommersant" in die Vereinigten Staaten über: "So einen Fehlschlag hat es in der Sektion S, der von Tscherbakow geleiteten Amerika-Abteilung, noch nie gegeben", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im Parlament, Gennadi Gudkow, und bestätigte den "Kommersant"-Bericht am Donnerstag.

Die zehn Mitglieder des russischen Spionagerings waren im Juni in den USA verhaftet worden. Nachdem sie sich vor Gericht für schuldig erklärt hatten, wurden sie zwei Wochen später im Zuge eines Agentenaustauschs nach Russland abgeschoben. Ministerpräsident Wladimir Putin, der zu Sowjetzeiten in Dresden und später in Russland im Spionagegeschäft tätig war, begrüßte die aus der Kälte heimgekehrten Agenten wie Helden.

Tscherbakow, dessen Vorname in dem Zeitungsbericht nicht genannt wurde, hatte sich Tage vor der Enttarnung seiner Agenten abgesetzt. Laut "Kommersant" war ihm ein Mordkommando auf der Spur. "Wir wissen, wer er ist und wo er ist", zitierte das Blatt einen ungenannten Regierungsvertreter. "Ein Mercader ist ihm ohne Zweifel auf den Fersen." Ramon Mercader war der sowjetische Agent, der den exilierten Revolutionsführer Leo Trotzki 1940 in Mexiko mit einem Eispickel ermordete. Auch Putin sagte dem übergelaufenen Führungsoffizier ein schlimmes Ende voraus. "Die Spezialdienste haben ihre eigenen Gesetze, und jedermann kennt sie."

SWR-Chef Michail Fradkow könnte die Schlappe das Amt kosten. Möglicherweise wird die Auslandsaufklärung auch in einflussreichen Geheimdienst FSB eingegliedert, den eigentlichen Nachfolger des sowjetischen KGB. "Der von Tscherbakow angerichtete Schaden ist so enorm, dass die Gründe für diesen totalen Fehlschlag von einer Sonderkommission untersucht werden sollten", forderte der Abgeordnete Gudkow. Dann sollte über die Zukunft des SWR und seiner Amerika-Abteilung entschieden werden. Ein SWR-Sprecher wollte sich zu dem Fall nicht äußern. "Wir haben nichts zu kommentieren", sagte er.

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  • Sieht schlecht aus für Herrn Tsch.
    Überlebenschance auf fünf Jahre gesehen tendiert gegen Null.

    Hoffentlich hat sich der Depp nicht auch noch in Dollar bezahlen lassen!

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