Überraschende Ankündigung
Türkischer Präsident fährt Erdogan in Parade

Überraschende Anlündigung des türkischen Präsidenten Ahmet Necdet Sezer: Er weigerte sich, das neue Kabinett von Ministerpräsident Tayyip Erdogan zu bestätigen. Sezer gehört zu den Kritikern der religiös-konservativen Partei Erdogans, die islamistische Wurzeln hat.

HB ANKARA. Sezer habe erklärt, die Ministerliste solle erst seinem Nachfolger vorgelegt werden, sagte Erdogan am Donnerstag. Der Präsident gilt wie das Militär traditionell als Hüter der strikten Trennung von Religion und Staat in der Türkei.

Das Parlament beginnt am Montag mit der Wahl des nächsten Staatschefs. Weil der von Erdogan unterstützte Außenminister Abdullah Gül von der säkularen Elite abgelehnt wird, droht die Türkei erneut in eine Krise zu stürzen. Wegen des Konflikts um Güls erste Kandidatur für das Amt im Mai hatte Erdogan die Parlamentswahlen auf Juli vorgezogen. Seine Partei AKP ging als klare Siegerin daraus hervor.

Erdogan kündigte zugleich an, die Kabinettsliste vorerst nicht bekannt zu geben. Medienberichten zufolge will der Ministerpräsident vor allem für die Wirtschaftsposten ausgewiesene Reformer berufen und seine Regierung damit weiter für die politische Mitte öffnen.

Ausländische Investoren haben die Wiederwahl des ehemaligen Islamisten begrüßt. Sie versprechen sich von ihm eine Fortsetzung der Politik, die zuletzt zu einem starken Wirtschaftswachstum und dem ersten Haushaltsüberschuss des Landes seit Jahrzehnten geführt hat.

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