Überraschender Rückzug
McCarthy will nicht Präsident des Repräsentantenhauses werden

Überraschung bei den Republikanern: Der Favorit Kevin McCarthy verzichtet auf die Kandidatur als Präsident des US-Repräsentantenhauses. Offenbar plagen ihn ähnliche Sorgen wie Amtsvorgänger John Boehner.

WashingtonVöllig überraschend hat der republikanische Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, seine Kandidatur für den Vorsitz der Kongresskammer zurückgezogen. Wie republikanische Abgeordnete am Donnerstag in Washington mitteilten, sagte McCarthy zum Beginn einer Fraktionssitzung, er sei nicht der richtige Mann für die Nachfolge des zurückgetretenen John Boehner. Er habe empfohlen, die für denselben Tag geplante Nominierung der Kandidaten zu verschieben. Der noch amtierende Boehner folgte der Empfehlung. Die Wahl des Vorsitzenden durch das Plenum ist auf den 29. Oktober datiert.

McCarthy begründete seine Entscheidung mit Meinungsverschiedenheiten in seiner Partei. Die geheime Abstimmung auf der nicht-öffentlichen Fraktionssitzung der Republikaner galt als ein erstes Gefecht in der innerhalb der Partei chaotisch geführten Schlacht um das dritthöchste politische Amt in den USA nach Präsident und Vizepräsident. Boehner hatte nach Kritik des rechten Parteiflügels an seiner Amtsführung seinen Rücktritt erklärt.

Aber auch McCarthy gilt den für eine totale Opposition gegen Präsident Barack Obama eintretenden rechten Hardlinern als Vertreter des Washingtoner Establishments – wie Boehner. McCarthy konnte mit einer Mehrheit in seiner Fraktion rechnen, nicht aber mit der Unterstützung des Freedom Caucus, einem Zusammenschluss von etwas mehr als 30 kompromisslosen Republikanern. Diese Gruppe hatte Boehner zum Rücktritt getrieben, mit dem er einer Abstimmung im Plenum über seinen Vorsitz zuvorkam.

Der Freedom Caucus hatte am Vorabend der Nominierungssitzung erklärt, McCarthy nicht zu unterstützen. Sie wollten sich stattdessen hinter dessen Konkurrenten Daniel Webster aus Florida stellen. Ihre Begründung: „Wir sind der Ansicht, dass Konservative von der derzeitigen Führung erheblich marginalisiert wurden.“ Ihr Sprecher John Fleming fügte am Donnerstag hinzu: „Macht mag Macht nicht aufgeben, und deswegen stellen sich viele von uns hinter Webster.“ Mit Jason Chaffetz aus Utah gibt es einen dritten Kandidaten für den Posten des Vorsitzenden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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