Überraschung
Polen wächst stärker als erwartet

Die Wirtschaft das Landes liegt im dritten Quartal um 1,7 Prozent über dem Vorjahr.Damit ist Polen das einzige Land in der EU, welches in diesem Jahr eine positive Wachstumsrate vorweisen kann. Grund für das gute Abschneiden ist die starke Binnenwirtschaft.
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WIEN. Polen ist im dritten Quartal dieses Jahres stärker als erwartet gewachsen. Nach Angaben des Nationalen Statistik-Amtes in Warschau legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,7 Prozent zu. Die Volkswirte der wichtigsten Banken und Analysehäuser hatten lediglich mit 1,5 Prozent Wachstum gerechnet. Im zweiten Quartal war die polnische Wirtschaft bereits um 1,1 Prozent gewachsen.

Polen ist in diesem Jahr das einzige Land in der EU mit einer positiven Wachstumsrate. Die Nationalbank in Warschau wiederholte gestern ihre Schätzung, wonach Polen 2009 mit etwa zwei Prozent wachsen werde. Das Land profitiert von seiner im Unterschied zu anderen osteuropäischen Staaten starken Binnenwirtschaft. Mit knapp 40 Millionen Einwohnern ist Polen mit Abstand das bevölkerungsreichste Land unter den EU-Mitgliedern in Osteuropa.

Im zurückliegenden dritten Quartal haben die Unternehmen in Polen besonders vom wiederbelebten Export nach Deutschland profitiert. Die Bundesrepublik ist der wichtigste Handelspartner für Polen. Dass der Zuwachs im dritten Quartal stärker als erwartet ausgefallen ist, liegt außerdem am Lageraufbau in den Unternehmen. Vor einem Jahr zum Beginn der Krise wurden überall die Lagerbestände reduziert. Jetzt müssen die meisten Unternehmen sie wieder aufstocken.

Die meisten Volkswirte rechnen damit, dass sich die Aufwärtstendenz in Polen auch im nächsten Jahr fortsetzen wird. "Für 2010 rechnen wir mit einem Wachstum von 2,6 Prozent", sagte Jana Krajcova von der österreichischen Erste-Bank-Gruppe. Polen sei ein Land von vergleichsweise hoher ökonomischer Stabilität.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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