Überraschungsbesuch
Rumsfeld heimlich im Irak

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich bei einem Überraschungsbesuch im Irak die frisch gewählte Regierung zur Brust genommen. Er warnte vor Vetternwirtschaft und unüberlegten Alleingängen.

HB BAGDAD. Rumsfeld sprach sich gegen jede Verzögerung im politischen Prozess des Landes aus. „Die (US-)Sicherheitskräfte werden nicht ewig dort sein“, sagte er Journalisten auf dem Flug von Washington nach Bagdad. Rumsfeld führte am Dienstag Gespräche mit dem neuen Präsidenten Dschalal Talabani.

Bei dem Besuch wolle Rumsfeld auch die Möglichkeiten für eine Reduzierung der US-Truppen im Irak erörtern, berichtete CNN aus Bagdad. Am Montag hatten US-Medien berichtet, dass die USA ihre Truppen bereits Anfang nächsten Jahres um bis zu ein Viertel reduzieren wollen. Überlegt werde der Abzug von 35 000 Soldaten. Zurzeit sind rund 140 000 US-Soldaten im Irak stationiert.

Rumsfeld warnte die irakische Regierung vor einem drastischen Umbau der Sicherheitskräfte. „Meine Sorge ist, dass sie reinkommen und den Laden aufräumen“, sagte Rumsfeld. „Das kann man nicht machen, wenn man versucht, eine Kommandokette in den irakischen Sicherheitskräften zu installieren, und einen fanatischen Aufstand besiegen will.“

Die künftigen Ministerien des Innern und der Verteidigung in Bagdad müssten im Auge behalten, „dass Iraker getötet werden und dass sie besser einen guten Grund für das haben sollten, was sie tun“, sagte Rumsfeld weiter.

Der designierte irakische Regierungschef Ibrahim Dschaafari will innerhalb der kommenden zwei Wochen sein Kabinett zusammenstellen. Aus seiner Fraktion, der schiitischen Vereinigten Irakischen Allianz (UIA), waren mehrfach Forderungen nach einer „Säuberung“ der irakischen Sicherheitskräfte laut geworden. Vor allem das Innenministerium und der Geheimdienst würden dominiert von früheren Anhängern der Baath-Partei, die Ex-Ministerpräsident Ijad Allawi ins Amt berufen hatte, bemängeln die Kritiker.

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