Übersetzer erschossen: US-Journalistin von bewaffneten Irakern entführt

Übersetzer erschossen
US-Journalistin von bewaffneten Irakern entführt

Erneut ist in Bagdad eine Frau entführt worden. Diesmal handelt es sich um eine amerikanische Journalistin. Major Falah Mohamadawi vom irakischen Innenministerium teilte am Samstag mit, Bewaffnete hätten die Frau im Westen der Hauptstadt verschleppt und ihren irakischen Übersetzer getötet.

HB BAGDAD. Der Sterbende habe der Polizei noch berichten können, dass die Journalistin entführt worden sei und dass sie auf dem Weg zu einem Treffen mit dem sunnitischen Politiker Adnan al Dulaimi gewesen seien. Der Vorsitzende der politischen Gruppierung Irakische Eintracht lebt im vorwiegend von sunnitischen Arabern bewohnten Stadtteil Adel, der als einer der gefährlichsten Bagdads gilt.

Der Überfall ereignete sich nur 100 Meter vom Büro Dulaimis entfernt. Ein Wachmann, Samir Nadschim, berichtete, drei Männer in einem roten Opel hätten den Wagen der Journalistin abgefangen, den Übersetzer erschossen und seien mit der Frau davongefahren.

Aufständische haben in den vergangenen beiden Jahren mehr als 250 Ausländer im Irak entführt. Einige von ihnen wurden getötet, andere nach Zahlung von Lösegeld oder Aufrufen islamischer Geistlicher freigelassen. Die Deutsche Susanne Osthoff kam nach 23 Tagen Geiselhaft kurz vor Weihnachten frei. Am 8. Dezember erklärte die Islamische Armee im Irak, sie habe den US-Amerikaner Ronald Schulz umgebracht.

Andere Gruppen haben sich zur Verschleppung eines französischen Ingenieurs und vier christliche Friedensaktivisten aus Großbritannien, den USA und Kanada bekannt. Von ihnen gibt es seit Wochen kein Lebenszeichen mehr.

Der britische Außenminister Jack Straw zeigte sich unterdessen bei einem Besuch in Bagdad berührt von dem Optimismus der meisten irakischen Politiker, mit denen er gesprochen habe. Sie seien überzeugt davon, dass die irakischen Sicherheitskräfte verstärkt würden, um den Terrorismus selbst bekämpfen zu können, sagte Straw der BBC. Zuletzt waren bei einer Welle der Gewalt binnen zwei Tagen fast 200 Menschen im Irak getötet worden.

Straw sagte weiter, die meisten irakischen Politiker wüssten „im Kopf, wenn auch noch nicht in ihrem Herzen“, dass die Zukunft des Landes in einer Regierung der nationalen Einheit liege.

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