Überwachung der EU
Hunderte Palästinenser nutzen Gaza-Grenzübergang

Für die Palästinenser im Gazastreifen hat sich am Samstag ein Tor zur Welt geöffnet. Mehrere hundert Menschen nutzten den ersten Tag der offiziellen Öffnung des Grenzübergangs Rafah nach Ägypten zu einer Fahrt ins Nachbarland.

RA

FAH/TEL AVIV. Der Betrieb an dem von der EU überwachten Grenzübergang sei mit Gedränge, aber ohne Zwischenfälle aufgenommen worden, sagte der Sprecher der an der Grenze stationierten EU-Beamten, Julio de la Guardia. Zehn Wochen nach dem israelischen Abzug soll der Übergang für die 1,4 Millionen Menschen im Gazastreifen eine freie, von Israel nur noch indirekt kontrollierte Ausreise ermöglichen.

„Heute ist der erste Tag. Dies ist auch ein Test. Wir wissen, dass auf der ägyptischen Seite 1500 Menschen warten“, sagte der Sprecher der EU-Einheit. Es seien am Samstag binnen vier Stunden insgesamt 830 Palästinenser aus dem Gazastreifen gereist, 755 Menschen überquerten den Übergang in das Palästinensergebiet. Zur Überwachung der Grenzkontrolle hat die EU bisher 15 Beamte aus Italien, Rumänien, Luxemburg und Dänemark entsandt. Die Einheit soll auf bis zu 70 Beamte aufgestockt werden.

„Heute ist ein Tag großer Freude für jeden Palästinenser. Das Leiden hat ein Ende“, sagte der 60-jährige Ali Kahman. Die Grenzöffnung ermöglicht es den Palästinensern erstmals seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967, den Küstenstreifen ohne direkte israelische Kontrolle zu verlassen.

Etwa 20 Beobachter der Europäischen Union (EU) überwachten die Grenzöffnung. Einem von den USA vermittelten Abkommen zufolge verfolgen israelische Sicherheitskräfte den Verkehr über Kameras. Rafah gehörte zu den Brennpunkten der Gewalt zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Am Freitag hatte Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas die Grenzstation eingeweiht.

Israel hatte seine Soldaten im September aus dem seit 1967 besetzten Gazastreifen abgezogen. Seitdem war der Grenzübergang in Rafah praktisch gesperrt, nur in humanitären Fällen wurden Ausnahmen gemacht. Nach längerem Streit über Sicherheitsfragen hatte US- Außenministerin Condoleezza Rice eine Einigung Israels und der Palästinenser über den Reiseverkehr ausgehandelt. Rafah soll zunächst täglich für vier Stunden geöffnet sein. Nach einem zwischen Ägypten und den Palästinensern geschlossenen Abkommen ist später ein Betrieb rund um die Uhr geplant.

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