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Überwachung von Journalisten: Spionagevorwurf gegen Sarkozy

Der französische Präsidentenpalast hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Staatschef Nicolas Sarkozy Geheimdienstmitarbeiter auf zu neugierige Journalisten ansetzt. Dies sei Spinnerei, hieß es am Mittwoch aus dem Élysée. Das Pariser Enthüllungsblatt „Le Canard enchaîné“ hatte zuvor unter Berufung auf Agentenkreise berichtet, dass sich Sarkozy persönlich um entsprechende Fälle kümmere.

Präsident Sarkozy: Angeblich Journalisten überwacht Quelle: Reuters
Präsident Sarkozy: Angeblich Journalisten überwacht Quelle: Reuters

HB PARIS. Sobald ein Medienvertreter ein für den Präsidenten unangenehmes Thema anfasse, wende sich dieser an den Chef des Inlandsgeheimdienst DCRI, schreibt Chefredakteur Claude Angeli. Der betroffene Journalist werde dann ausspioniert und überwacht. Der Generalsekretär von Sarkozys Regierungspartei UMP, Xavier Bertrand, bezeichnete die Anschuldigungen im Radio als großen Unsinn.

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Sarkozy und die französische Regierung stehen wegen ihres Umgangs mit den Medien seit einiger Zeit stark in der Kritik. Für Aufsehen sorgte unter anderem die Enttarnung eines Informanten der Tageszeitung „Le Monde“. Der Inlandsgeheimdienst ließ dafür Telefonverbindungsdaten auswerten. Das Blatt reichte deswegen Klage ein. Der Journalist der „Monde“ hatte in der Steuer- und Parteispendenaffäre um hochrangige französische Politiker und Multimilliardärin Liliane Bettencourt recherchiert und offensichtlich Informationen von einem Mitarbeiter des Justizministeriums bekommen.

Zuletzt verschwanden zudem auf mysteriöse Art und Weise auch Computer von Journalisten, die sich mit dem Thema beschäftigt hatten. Bereits im Frühjahr soll der Geheimdienst eingeschaltet worden sein, um die Urheber von Gerüchten über außereheliche Liebschaften von Sarkozy und seiner Frau Carla ausfindig zu machen. Die Präsidentengattin hatte dies jedoch dementiert.

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