Überwachung
WhatsApp droht in Großbritannien das Aus

Staatliche Überwachung lässt viele kalt – bislang: Denn Großbritannien will mit einer spöttisch „Snooper's Charter“ genannten Gesetzesvorlage Messenger wie WhatsApp und damit eine der bliebtesten Apps überhaupt verbieten.
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DüsseldorfVerschlüsselten Instant Messengern wie WhatsApp und Co. droht das Aus in Großbritannien. Ein Gesetzesentwurf der britischen Regierung unter David Cameron sieht vor, digitale Kommunikation zu verbieten, wenn der Staat keinen Zugriff darauf bekommt.

Weil zahlreiche Messenger die Nachrichten ihrer Nutzer verschlüsseln, um sie vor der Einsicht Dritter zu schützen, könnte das als „Snooper’s Charter“ (deutsch „Schnüffel-Charta“) bekannt gewordene Gesetz das Ende sicherer Kommunikation in dem Vereinigten Königreich bedeuten.

Der neue Gesetzesentwurf sieht vor, dass zum „Kampf gegen den internationalen Terrorismus“ der britische Staat künftig nicht an der Überwachung jeglicher digitaler Kommunikation gehindert werden dürfe. Internet-Provider, Telefonnetz-Betreiber (Mobil und Festnetz) und Technologiefirmen müssten sämtliche Aktivitäten ihrer Benutzer aufzeichnen.

Schon im Januar stellte Cameron klar: „Müssen wir in unserem Land Kommunikationswege hinnehmen, die wir nicht mitlesen können? Nein, das müssen wir nicht.“ Ironisch: Einige Wochen zuvor kürte die Nichtregierungsorganisation „Electronic Fronti er Foundation“ WhatsApp zu einem der unsichersten Messenger, wenn es um Datenschutz geht.

International spielt WhatsApp eine eher unbedeutende Rolle. In vielen Ländern sind die Dienste wie der Facebook Messenger, iMessage, Snapchat, KakaoTalk, Hangouts oder Line längst populärer. In Deutschland und im Vereinigten Königreich gehört WhatsApp aber zu den beliebtesten Apps überhaupt.

Kevin Knitterscheidt
Kevin Knitterscheidt
Handelsblatt / Volontär

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