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Überzogene Regeln: US-Banken machen Front gegen Obamas Pläne

Nur wenige Stunden nach seiner Ankündigung, dass risikoreiche Geschäfte zur Gewinnmaximierung von Banken künftig deutlich erschwert werden sollen, spürt US-Präsident Obama den ersten Gegenwind. Aus der Finanzbranche hieß es, US-Finanzminister Geithner Obamas halte die Pläne für überzogen. Die Märkte reagierten entsprechend: Europaweit mussten Bankaktien im frühen Handel Kursverluste hinnehmen.

Angeblich ist Geithner nicht begeistert von den Plänen seines Chef Obama. Quelle: ap
Angeblich ist Geithner nicht begeistert von den Plänen seines Chef Obama. Quelle: ap

HB WASHINGTON/NEW YORK. Die von US-Präsident Barack Obama geplante Verschärfung der Handelsregeln für Großbanken ist in der Regierung offenbar umstritten. Finanzminister Timothy Geithner sei besorgt, dass die Beschränkungen die Wettbewerbsfähigkeit der US-Großbanken gefährden könnte, sagten Personen aus der Finanzbranche am Donnerstag.

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Zudem gehe Geithner nicht davon aus, dass die anvisierten Grenzen für den Banken-Eigenhandel das Problem an der Wurzel packen und künftige Exzesse verhindern könnten. Ein Sprecher Obamas erklärte dagegen, dass Geithner hinter den Vorschlägen des Präsidenten stehe.

Auch Frankreich stellte sich hinter die geplante Verschärfung der Handelsregeln für Großbanken. „Ich denke, es ist ein sehr, sehr guter Schritt nach vorn“, sagte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde im Hörfunksender „Europe 1“. Auf die Frage, ob ihr Land diesem Beispiel folgen sollte, antwortete sie: „Eigentlich ist es genau andersherum. Ich freue mich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten uns folgt.“ Regulierung sei in Finanzkreisen auf der anderen Seite des Atlantiks bislang ein Tabu-Wort gewesen. Nun hätten die USA eingesehen, dass Regulierung entscheidend für die Eingrenzung von Banken-Exzessen sei, sagte Lagarde.

Der US-Präsident hatte am Donnerstag angekündigt, risikoreiche Geschäfte zur Gewinnmaximierung von Banken deutlich zu erschweren. Die Vorschläge hatte eine Expertenkommission unter Vorsitz des ehemaligen US-Zentralbankchefs Paul Volcker erarbeitet.

Die Pläne sorgten am Freitag im frühen Handel europaweit für Kursverluste bei Bankaktien. Größter Verlierer im Dax waren die Deutsche Bank-Papiere, die 2,9 Prozent nachgaben. Auch Aktien Schweizer Großbanken gerieten unter Druck.Die Titel der Credit Suisse und in etwas geringerem Ausmaß auch der UBS verzeichneten an der Zürcher Börse Kursverluste von rund vier Prozent, die damit etwa so hoch ausfielen wie bei Barclays oder Deutscher Bank.

Credit Suisse hat im vergangenen Jahr einen guten Teil ihres Vorsteuergewinns im Investmentbanking erzielt. Der Markt geht nun offenbar davon aus, dass diese Ertragsquelle, wenn Obamas Pläne Wirklichkeit werden sollten, nicht mehr so stark sprudeln wird wie bisher. „Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde dies die Ergebnisse der Banken stark beeinflussen. Goldman Sachs zieht zehn Prozent des Gewinns aus dem Eigenhandel. Bei BAC, Morgan Stanley und Citigroup macht er mehr als fünf Prozent aus“, sagte ein Börsenhändler.

  • 22.01.2010, 15:04 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Da ist die Weltwirtschaft auf bestem Weg wieder aufzustehen, dann kommt der "Messias" und betägtigt sich als Spielverderber. Und zwar nur deshalb, weil seine Partei eine Wahl in einem bundesstaat verloren hat. Der "charismatische" Ankündigungsweltmeister verliert sich in seiner Selbstverliebtheit. Sein neuster Vorstoß geht ins Leere, weil vollkommen unrealistisch. Deshalb: Kauft bankaktien, weil sich alles in Luft auflöst. Es gilt noch immer: Hüte dich vor Visionären wie Obama (gehören zum Arzt) und vor alten Männern wie Volcker (gehören ins Altersheim). Damit ich nicht falsch verstanden werde: Regulierung ja! Geschäftsverbote nein!

  • 22.01.2010, 14:03 UhrAnonymer Benutzer: Banker

    Eigenhandel mit fremden Geld !!!
    Das muss man sich mal vorstellen. Würde ein banker Kundengeld nehmen und in das Spielkassino gehen, würde er - unabhängig vom Erfolg seiner Zockerei - seinen Job verlieren (Veruntreuung etc.).
    Gehen investmentbanker mit Kundengeldern an die intenationalen börsen geschieht ihnen höchsten eins: bei Erfolg eine Prämie die oft deutlich höher als das jährliche Grundgehalt ist. Risiko eingehen mit fremden Geld !!! Angeblich werden von amerikanischen banken aktuell sogar profesionelle Zocker für diesen Job eingestellt !!!

  • 22.01.2010, 13:20 UhrAnonymer Benutzer: C. Gau

    Was hier nicht verstanden wird ist, daß es ohne Eigenhandel keinen Markt gibt. Der Eigenhandel unterliegt bereits strengen regulatorischen Anforderungen und Risiken werden dort bereits detailliert gemessen. Wer hier die Ursache allen Übels vermutet versteht nichts von Finanzmärkten. Ein beispiel macht es vielleicht deutlich: wie darf man sich zum beispiel des Handel mit landwrtschaftlichen Produktn vorstellen, wenn Großhändler nur noch direkt zwischen dem Hersteller (also z.b. dem bauer) und dem Abnehmer (also dem Endkunden) vermittel dürften. Genau das ist es, was Obama hier fordert und des ist Quatsch. Letztlich wird dies illiquide Märkte und damit noch höhere Risiken verursachen. Wer die Risiken im Eigenhandel limitieren möchte eröht ganz einfach die Eigenkapitalanforderungen was - nur so nebenbei gesagt - berets längst geschehen ist (Stichwort basel ii) und sicherweiter verschärft wird.

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