Ukraine
AKW-Panne erinnert an Tschernobyl

Die Nachricht vom defekten Atomkraftwerk in der Ukraine war ein Schock – wenn auch nur ein kurzer. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Katastrophe von Tschernobyl. Ein Ausstieg aus der Kernenergie ist aber kein Thema.
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KiewEine „Havarie“ in Europas stärkstem Atomkraftwerk? Um die Mittagszeit erreicht die Nachricht aus der Ukraine die Welt – und ganz kurz hält man den Atem an. Für einen Moment liegt der schwere Schatten der Tschernobyl-Katastrophe von 1986 wieder über Europa. Damals war der vierte Block explodiert, es gab Tausende Tote. Nun ein neuer Gau in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik? Die sich in ihrem Osten im Krieg befindet? Nicht auszudenken.

Seinen ersten Arbeitstag muss sich der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin völlig anders vorgestellt haben. Völlig unvermittelt spricht Regierungschef Arseni Jazenjuk bei der ersten Sitzung des neuen Kabinetts in Kiew von der „Havarie“ bei Saporoschje, dem gewaltigen AKW.

Demtschischin, der einst in Frankfurt/Oder Betriebswirtschaft studierte, gibt bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz schnell Entwarnung: kein Störfall, nur ein Kurzschluss. Ja, der dritte Block sei am Freitag notabgeschaltet worden. Aber alle Sicherheitssysteme hätten funktioniert. Akw-Betreiber Energoatom habe tags darauf umfassend informiert. Nein, es sei keine Radioaktivität ausgetreten.

Doch da war das Jazenjuk-Zitat vom „havarierten Atomkraftwerk“ schon um die halbe Welt gerast. Es sorgte für helle Aufregung – besonders in Deutschland, das aus der Atomenergie aussteigt.

Seit Monaten kommt die Ukraine nicht aus den internationalen Negativschlagzeilen: erst die russische Annexion der Halbinsel Krim, dann die blutigen Gefechte mit prorussischen Separatisten im Osten – und jetzt etwa ein zweites Tschernobyl? Die Bilder vom 70 Meter hohen Betonklotz mit dem rot-weißen Schlot gingen 1986 um die Welt. Nach der Katastrophe war eine Hülle gebaut worden, aber der sogenannte Sarkophag bröckelt.

Die vor dem Staatsbankrott stehende Ukraine ist auf Atomkraft angewiesen. Doch durch zwei abgeschalteten Blocks in Saporoschje – ein Reaktor befindet sich in Reparatur – fehlen dem Land 3,1 Gigawatt an Strom. Die Kohle- und Gaskraftwerke können das Defizit nicht ausgleichen. Ihnen mangelt es schlicht an Brennstoff. Fünf Wärmekraftwerke im Osten des Landes haben gar nur noch Kohlevorräte für vier Tage, teilte der Staatskonzern Ukrenergo mit. Ohne den Bürgerkrieg wäre die Kohle aus dem Donbass im Osten gekommen.

Kommentare zu " Ukraine: AKW-Panne erinnert an Tschernobyl"

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  • @Herr Holger Narrog
    "Warum soll man die sicherste Art der Stromerzeugung stilllegen?"

    Genau, wie sicher diese Art der Stromerzeugung ist kann man sich in einem der entwickelsten Länder der Welt anschauen, - in Japan!

    Haben Sie ein Glück das Ignoranz nicht weh tut.

  • Und wieder einmal wurde die ökoreligiöse Sehnsucht linker Medien nach einer Atomweltuntergangskatastrophe enttäuscht.

  • Soweit bekannt ist ein Generator ausgefallen. Ein Generator gehört zum Nicht-Nuklearen Teil eines Kernkraftwerks. Nüchtern ist das eine Betriebsstörung.

    Der Reaktorunfall von Tschernobyl hat gem. ökoreligiöser deutscher Medienphantasieberichte 1000ende bis Millionen Menschenopfer gefordert.

    Gem. des etwas nüchternen UNO Tschernobyl Forums 58 Menschenleben (UN Bericht 2005)gekostet. Die Kohleförderung im Donezk Revier kostet jährlich zig-tödliche Unfälle 1000ende Kohlebergleute sterben jährlich in der Ukraine an Staublunge.

    Warum soll man die sicherste Art der Stromerzeugung stilllegen?

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