Ukraine-Konflikt

Nato stellt Hilfstruppe für Osteuropa zusammen

Überraschung im Ukraine-Konflikt: Die Rebellen rücken von Plänen einer vollen Unabhängigkeit ab. Putins Drohungen lassen die Nato aber über eine schnelle Eingreiftruppe nachdenken. Und Obama reist nach Ost-Mitteleuropa.
Update: 02.09.2014 - 03:48 Uhr 29 Kommentare

Ukrainische Soldaten geben Flughafen von Lugansk auf

MoskauDie prorussischen Rebellen in der Ostukraine haben Abstand von ihrer Forderung nach einer vollen Unabhängigkeit genommen. Sie respektierten die Souveränität der Ukraine, forderten aber mehr Autonomie für die mehrheitlich russischsprachige Region um die Städte Lugansk und Donezk, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti ein am Montag in Minsk zu Beginn einer neuen Verhandlungsrunde zum Ukraine-Konflikt vorgelegtes Positionspapier.

Nach Meinung von Experten deutet dies auf den Wunsch von Russlands Präsidenten Wladimir Putin hin, in dieser neuen Verhandlungsrunde eine Einigung zu erzielen. Sein Interesse dürfte es unter anderem sein, weitere Sanktionen des Westens zu vermeiden, hieß es. Die Gespräche sollen am Freitag weitergehen. Dabei soll es um einen Waffenstillstand sowie einen Austausch von Gefangenen gehen, wie Separatistenführer Andrej Purgin Ria Novosti sagte.

Obama reist nach Tallinn

US-Präsident Barack Obama an unterdessen angekündigt, an diesem Dienstag nach Ost-Mitteleuropa zu reisen. Unmittelbar vor dem Nato-Gipfel in Wales trifft er in der estnischen Hauptstadt Tallinn am Mittwoch die drei baltischen Präsidenten sowie Estlands Regierungschef Taavi Rõivas, um den Nato-Bündnispartnern die Unterstützung Amerikas zu garantieren. Lettland, Litauen und Estland, aber auch Polen und Rumänien fordern seit Beginn der russischen militärischen Einmischung in der Ukraine mehr Nato-Präsenz in ihren Staaten - aus Sorge um ihre eigenen Grenzen.

Anschließend fliegt Obama zum Nato-Gipfel nach Newport in Wales, wo ab Donnerstag die Ukraine-Krise ebenfalls ganz oben auf der Agenda steht. Dort wird die Schaffung einer „Speerspitze“ der bestehenden Schnellen Eingreiftruppe NRF beschlossen, wie Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ankündigte.

Die Nato will angesichts des Ukraine-Konflikts ihre Mitglieder in Osteuropa mit einer schnellen Eingreiftruppe vor möglichen Aggressionen seitens Russland schützen. Auf dem Nato-Gipfel solle die Bildung einer solchen, mehrere tausend Soldaten umfassenden Einheit beschlossen werden, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Montag in Brüssel.

Zudem soll in Osteuropa Waffenmaterial gelagert werden. Auch könnten Flughäfen und Häfen mit der Erlaubnis ausgestattet werden, von Nato-Kräften benutzt zu werden. Rasmussen betonte zugleich, die Nato wolle niemanden angreifen, sondern ihre Verbündeten schützen.

Zu den Anwesenden bei der jüngsten Verhandlungsrunde im Ukraine-Konflikt gehören der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma, Russlands Botschafter in der Ukraine, ein Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie Vertreter der Rebellen. Die Verhandlungen drehen sich nur um die Ostukraine, eine Rückgabe der von Russland im März annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim wird nicht diskutiert.

Putin provoziert, Kämpfe gehen weiter
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29 Kommentare zu "Ukraine-Konflikt: Nato stellt Hilfstruppe für Osteuropa zusammen"

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  • @netshadow

    Ja, das könnte in der Tat so sein. Leider bedeutet Realpolitik auch!,dass zukünftige Entwicklungen durch Entscheidungen in der Gegenwart unter Umständen präjustiziert werden können aber nicht unbedingt müssen.

    Im Augenblick kommt es meiner Meinung darauf an überhaupt konstruktiv tätig zu werden , um nicht ausschließlich den Säbelrasslern und "Schlafwandlern" das Feld zu überlassen.

  • Wer nimmt denn schon diesen Ober-Gauckler noch ernst ?
    Ist er nicht der ungekrönte Oberbigamist dieser Republik ?
    Dieser Mann sieht sich als Überflieger der Nation, dabei ist er nur ein Pfaffe den man predigen lässt.
    Falls es noch Überlebende nach diesem großen OST - WEST Konflikt geben sollte und man noch in der Lage ist, aufzuschreiben wie es zu diesem großen Völkermorden kam, Schuldige benannt werden , wird nicht zuletzt auch der Name dieses sogenannten Bundespräsidenten Gauch fallen.

    Und sollte es so etwas wie einst die Nürnberger Prozesse geben und dieser Gauck noch unter den Lebenden sein, wird man Ihn dort wohl danach fragen, was ihn denn geritten hat, solche Kriegstreiber Reden zu halten.?
    Und er wird sich verantworten müssen, ob er sich da dann noch mit Pfaffen Reden herausreden kann ist zu bezweifeln.

  • "Das wäre eine Nachahmung die Kriegsbeute aufzuteilen"
    @netshadow

    Komischer Satz, was meinen Sie mit "Nachahmung"?

    Bitte erläutern, etwas ausfühlicher wenn es geht.

    Wer "ahmt" wen nach?

  • Der Westen will Krieg. Und die Gauckler und Erikas trommeln dazu. Neben den Grünsozialisten, die wie früher die Braunsozialisten die lautesten sich frecherweise das Gewand einer neuen "liberalen" Partei anlegen wollen *KOTZ*.
    Der Westen ist pleite. Wie Großbritannien vor dem 1. Weltkrieg. Erika hat die Schlafwandler gelesen, aber offenbar nichts verstanden.

  • Es stellen sich 2 Fragen. Was ist mit MH17 und MH370. Klar ist dass MH17 abgeschossen wurde. Klar ist auch dass MH370 angeblich unauffindbar ist.

    Die allwissenden Amis wollen nicht wissen was mit MH370 geschehen ist. Absolut unglaubhaft. Die Maschine haben die Amis auf dem Gewissen. Um von MH370 abzulenken wurde MH17 abgeschossen. Den Abschuss will man nur all zu gerne den Russen in die Schuhe schieben. Nur, die haben überhaupt keinen Grund die Maschine eines neutralen Landes, welches ehr nach China tendiert als nach USA, vom Himmel zu holen.
    Aufgrund ihrer Historie ist den Amis jedes Verbrechen zuzutrauen. Das muss man wissen.

  • Nach den Entspannungssignalen aus Moskau, wie könnte ein Deal EU/Putin aussehen?

    Wie alles, das grundlegender Natur ist, sehr einfach.

    Ihr (der Westen) verzichtet darauf die Ukraine fest in westliche Strukturen einzubinden also keine EU/Nato Mitgliedschaft und zwar nicht nur "vorläufig" sondern langfristig. (Stichwort Föderalisierung, "Finnlandisierung"). die Ukraine als neutraler Brückenstaat zwischen Russland und der EU.

    Wir (Russland), verzichten auf Gebietsansprüche gegenüber der Ukraine (Stichwort, Neurussland).
    Der gegenwärtige Status der Krim als Teil Russlands bleibt unbestritten.

    Wir (Russland)haben keinerlei Interessen gegenüber den baltischen Staaten, Polen, etc., ihr (die EU) verzichtet auf Destabilisierung von Georgien, Weißrussland oder Mitgliedern einer sich bildenden eurasischen Union.

    Eine Destabilisierung der russischen Föderation von Seiten der EU durch Vitalisierung von Oppositionsbewegungen in Russland unterbleibt.

    Wir (Russland) garantieren auch in Zukunft die Energiesicherheit Europas, ihr (die EU) zeigt Interesse an stabilen Wirtschaftsbeziehungen mit der russischen Föderation.

    Beide Russland und die EU gestalten ihre Beziehungen unter dem Grundsatz des Verzichts auf Einischung in innere Angelegenheiten der jeweils anderen Seite.

    So könnte man es machen, wenn guter Wille von beiden Seiten vorhanden wäre und zwar im Interesse des gesamten Kontinents der Europa heißt.

  • Hilfstruppen?
    Osteurpa will mit der Nato und der EU im Rücken seine alte Auseinandersetzung mit Russland fortsetzen. Da sollte man sich tunlichst nicht hineinziehen lassen!

  • @ Tenzin Konchuk

    Das tue ich. Es bestärkt mich, dass Sie dabei an Bord sind.

  • Nun ist mir klar, warum man diese Person in diesem Konflikt so oft hört!
    [...]
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Und was hat sich der Westen erlaubt: Vietnam, Laos, Libanon, Chile, Irak, Lybien, Afghanistan usw....
    Ganz abgesehen von der Aufrüstung der Taliban in Afghanistan!

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