Ukraine-Konflikt
Nato stellt Hilfstruppe für Osteuropa zusammen

Überraschung im Ukraine-Konflikt: Die Rebellen rücken von Plänen einer vollen Unabhängigkeit ab. Putins Drohungen lassen die Nato aber über eine schnelle Eingreiftruppe nachdenken. Und Obama reist nach Ost-Mitteleuropa.
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MoskauDie prorussischen Rebellen in der Ostukraine haben Abstand von ihrer Forderung nach einer vollen Unabhängigkeit genommen. Sie respektierten die Souveränität der Ukraine, forderten aber mehr Autonomie für die mehrheitlich russischsprachige Region um die Städte Lugansk und Donezk, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti ein am Montag in Minsk zu Beginn einer neuen Verhandlungsrunde zum Ukraine-Konflikt vorgelegtes Positionspapier.

Nach Meinung von Experten deutet dies auf den Wunsch von Russlands Präsidenten Wladimir Putin hin, in dieser neuen Verhandlungsrunde eine Einigung zu erzielen. Sein Interesse dürfte es unter anderem sein, weitere Sanktionen des Westens zu vermeiden, hieß es. Die Gespräche sollen am Freitag weitergehen. Dabei soll es um einen Waffenstillstand sowie einen Austausch von Gefangenen gehen, wie Separatistenführer Andrej Purgin Ria Novosti sagte.

Obama reist nach Tallinn

US-Präsident Barack Obama an unterdessen angekündigt, an diesem Dienstag nach Ost-Mitteleuropa zu reisen. Unmittelbar vor dem Nato-Gipfel in Wales trifft er in der estnischen Hauptstadt Tallinn am Mittwoch die drei baltischen Präsidenten sowie Estlands Regierungschef Taavi Rõivas, um den Nato-Bündnispartnern die Unterstützung Amerikas zu garantieren. Lettland, Litauen und Estland, aber auch Polen und Rumänien fordern seit Beginn der russischen militärischen Einmischung in der Ukraine mehr Nato-Präsenz in ihren Staaten - aus Sorge um ihre eigenen Grenzen.

Anschließend fliegt Obama zum Nato-Gipfel nach Newport in Wales, wo ab Donnerstag die Ukraine-Krise ebenfalls ganz oben auf der Agenda steht. Dort wird die Schaffung einer „Speerspitze“ der bestehenden Schnellen Eingreiftruppe NRF beschlossen, wie Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ankündigte.

Die Nato will angesichts des Ukraine-Konflikts ihre Mitglieder in Osteuropa mit einer schnellen Eingreiftruppe vor möglichen Aggressionen seitens Russland schützen. Auf dem Nato-Gipfel solle die Bildung einer solchen, mehrere tausend Soldaten umfassenden Einheit beschlossen werden, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Montag in Brüssel.

Zudem soll in Osteuropa Waffenmaterial gelagert werden. Auch könnten Flughäfen und Häfen mit der Erlaubnis ausgestattet werden, von Nato-Kräften benutzt zu werden. Rasmussen betonte zugleich, die Nato wolle niemanden angreifen, sondern ihre Verbündeten schützen.

Zu den Anwesenden bei der jüngsten Verhandlungsrunde im Ukraine-Konflikt gehören der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma, Russlands Botschafter in der Ukraine, ein Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie Vertreter der Rebellen. Die Verhandlungen drehen sich nur um die Ostukraine, eine Rückgabe der von Russland im März annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim wird nicht diskutiert.

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  • @netshadow

    Ja, das könnte in der Tat so sein. Leider bedeutet Realpolitik auch!,dass zukünftige Entwicklungen durch Entscheidungen in der Gegenwart unter Umständen präjustiziert werden können aber nicht unbedingt müssen.

    Im Augenblick kommt es meiner Meinung darauf an überhaupt konstruktiv tätig zu werden , um nicht ausschließlich den Säbelrasslern und "Schlafwandlern" das Feld zu überlassen.

  • Wer nimmt denn schon diesen Ober-Gauckler noch ernst ?
    Ist er nicht der ungekrönte Oberbigamist dieser Republik ?
    Dieser Mann sieht sich als Überflieger der Nation, dabei ist er nur ein Pfaffe den man predigen lässt.
    Falls es noch Überlebende nach diesem großen OST - WEST Konflikt geben sollte und man noch in der Lage ist, aufzuschreiben wie es zu diesem großen Völkermorden kam, Schuldige benannt werden , wird nicht zuletzt auch der Name dieses sogenannten Bundespräsidenten Gauch fallen.

    Und sollte es so etwas wie einst die Nürnberger Prozesse geben und dieser Gauck noch unter den Lebenden sein, wird man Ihn dort wohl danach fragen, was ihn denn geritten hat, solche Kriegstreiber Reden zu halten.?
    Und er wird sich verantworten müssen, ob er sich da dann noch mit Pfaffen Reden herausreden kann ist zu bezweifeln.

  • "Das wäre eine Nachahmung die Kriegsbeute aufzuteilen"
    @netshadow

    Komischer Satz, was meinen Sie mit "Nachahmung"?

    Bitte erläutern, etwas ausfühlicher wenn es geht.

    Wer "ahmt" wen nach?

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