Ukraine Konflikt
Putin nennt Kiew „Fremdenlegion der Nato“

Während in der Ukraine ein Konflikt auf den nächsten folgt, berät die Nato auf einem außerordentlichen Treffen der Ukraine-Kommission die aktuelle Situation. Wortgefechte zwischen Nato und Putin sorgen indes für Unruhe.
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Moskau/BrüsselNach dem Raketenangriff auf die Hafenstadt Mariupol am Schwarzen Meer hat sich der Ton im Ukraine-Konflikt erneut verschärft. Russlands Staatschef Wladimir Putin bezeichnete das ukrainische Militär am Montag als „Fremdenlegion der Nato“, diese setzte ein außerordentliches Treffen ihrer Ukraine-Kommission an. Die EU kündigte Hilfsflüge für die notleidende Bevölkerung in der Ostukraine an.

Das ukrainische Militär sei „keine Armee, sondern eine Fremdenlegion, in diesem Fall die Fremdenlegion der Nato“, sagte Putin in St. Petersburg. Die Streitkräfte dienten „natürlich nicht den nationalen Interessen der Ukraine“. Ziel der Nato sei es, „Russland in Schach zu halten“. Dies wiederum diene „nicht den nationalen Interessen des ukrainischen Volkes“.

Außenminister Sergej Lawrow sagte derweil in Moskau, die russische Regierung wolle sich für neue Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine und der Separatisten bis zum Ende der Woche einsetzen. "Wir versuchen, diese Kontakte zu ermöglichen, soweit es in unserer Macht steht und unsere Möglichkeiten es zulassen", führte er aus.

Die Nato setzte ein Treffen der Ukraine-Kommission an. Das Treffen auf Botschafterebene sei auf Antrag der Ukraine und „angesichts der Lage in der Ostukraine“ einberufen worden, teilte ein Nato-Vertreter mit. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wollte im Hauptquartier der Allianz zudem mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini beraten, nachdem in Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen Forderungen nach schärferen Sanktionen gegen Russland laut geworden waren. Noch am Montag sollte sich auch der UN-Sicherheitsrat mit der Lage in der Ukraine befassen.

Laut Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hängt in der Frage neuer Sanktionen "viel" von der Entwicklung bis zum Treffen der EU-Außenminister am Donnerstag ab. Niemand sei „blind ehrgeizig, sich in Brüssel zu treffen, um Sanktionen zu verhängen“, sagte er am Montag nach einem Treffen mit seinem lettischen Kollegen Edgars Rinkevics in Berlin.

Ziel sei vielmehr, „dass die Kampfhandlungen endlich beendet werden, dass eine Waffenruhe tatsächlich eingehalten wird“. „Ein Angriff oder gar eine Offensive“ in Richtung Mariupol und darüber hinaus wäre aber "eine qualitative Veränderung der Situation, die uns auch reagieren lassen muss", warnte Steinmeier.

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  • Ich finde, das Putin Recht hat.

  • alles klar, weil der Westen die Ukraine ja noch gar nicht mit Geldern und Waffen unterstützt...

    Bei der Suche der Moskauer Truppen in der Ostukraine finden wir vielleicht auch endlich die Atomwaffen des Iraks.

    Die Wahrheit stirbt im Krieg immer zuerst und zwar auf beiden Seiten. Wieso eigentlich erheben die Chinesen oder Inder keine Sanktionen gegen Russland?

  • "Die Nato leiste praktische Hilfe, insbesondere bei der Reform und Modernisierung der Streitkräfte."

    "Die ausländischen Truppen in der Ukraine sind russisch"

    Wer kann das Rätsel lösen? Da es ja keine NATO-Truppen in der Ukraine gibt, werden die Kiewer Streitkräfte wohl per Fernstudium ausgebildet?

    Wieso Herr Steinmeier einen qualitativen Unterschied zwischen dem Beschuss von Mariupol vor 3 Tagen und dem von Donezk vor 9 Tagen sieht, ist mir nicht klar.
    Wer weiß Rat?

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