Ukraine-Konflikt Separatisten nehmen Debalzewe ein

Die Waffenruhe in der Ostukraine besteht nur noch auf dem Papier. In Debalzewe kam es zu Straßenkämpfen. Mittlerweile melden die prorussischen Separatisten die komplette Einnahme der strategisch wichtigen Stadt.
Update: 17.02.2015 - 16:01 Uhr 33 Kommentare

Keine Ruhe im Donbass

DebalzeweDie prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben offenbar den strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt Debalzewe unter ihre Kontrolle gebracht. Dies meldeten die Rebellen am Dienstag über ihre Nachrichtenagentur Donezk News Agency. Die ukrainischen Regierungstruppen seien aus dem umkämpften Ort zwischen Donezk und Lugansk vertrieben worden.

Zuvor hatte es heftige Kämpfe um die Stadt gegeben, obwohl seit Sonntag offiziell ein Waffenstillstand für die gesamte Ostukraine gilt. Ein Vertreter der Rebellen hatte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax berichtet, dass die Separatisten einen Großteil Debalzewes in ihre Gewalt gebracht hätten. „Der Vormarsch verläuft sehr aktiv. Ein großer Teil der Stadt befindet sich unter unserer Kontrolle“, sagte der Sprecher. Es gebe „viele Opfer“ bei den Regierungseinheiten, Dutzende andere Soldaten würden kapitulieren.

Die ukrainische Regierung bestätigte die weitgehende Einnahme der Stadt. „Straßenkämpfe dauern an“, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Die Aufständischen setzten dabei Artillerie und Panzertechnik ein. Regierungstreue Einheiten versuchten, den Gegner aufzuhalten.

Am Donnerstag vergangener Woche war in der weißrussischen Hauptstadt Minsk nach langen Verhandlungen ein Friedensplan zwischen der ukrainischen Regierung und den prorussischen Rebellen geschlossen worden. Dieser sieht eine Waffenruhe seit Sonntag und den Abzug der schweren Waffen von der Frontlinie ab Dienstag vor. Dennoch gab es schon am Sonntag und Montag immer wieder Artilleriegefechte zwischen tausenden ukrainischen Soldaten, die in Debalzewe eingekesselt sind, und den sie belagernden Separatisten. Debalzewe ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt zwischen den Rebellenhochburgen Donezk und Luhansk.

Beide Seiten machten einander für die fortwährende Gewalt verantwortlich. Wegen der anhaltenden Kämpfe weigerten sich beide Konfliktparteien, mit dem Abzug von Panzern und Artillerie zu beginnen. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sollen eigentlich die Waffenruhe überwachen. Die Rebellen verweigerten ihnen jedoch den Zugang zu Debalzewe.

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33 Kommentare zu "Ukraine-Konflikt: Separatisten nehmen Debalzewe ein"

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  • Waffenruhe - war da was?
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    US-Außenamtssprecherin Jen Psaki. „Wir verfolgen Berichte genau, wonach eine neue Kolonne mit russischem Militärgerät auf dem Weg nach Debalzewe ist“, sagte sie weiter. Russland bestreitet allerdings, den Aufständischen mit Waffen zur Seite zu stehen.

    Die Separatisten verteidigen sich doch nur mit "Fantasiepanzern" und "Fantasie-Raketenwerfern". Russland liefert ja - angeblich - keine Waffen in die Ostukraine.
    Und es gibt natürlich auch keine russischen Soldaten in der Ostukraine, wie damals auch auf der Krim. Nachher wurden sie für ihren Einsatz von Putin ausgezeichnet.

  • Minsk II ist tot
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    Aber das war ja schon von vorneherein klar.
    Die Separatisten wollten weiterkämpfen. Gerare melden sie die Einnahme von Debalzewe.
    Auch andere Orte zwischen Luhansk und Donezk wollen sie "befreien".
    Das gleiche gilt auch für Mariupol.
    Es sind auch noch keine schweren Waffen abgezogen worden.
    In Debalzewe müssen die OSZE-Beobachter draußen bleiben.

  • @Herr christoph freitag

    Herr Freitag Sie sollten doch wissen, dass der Donnerstag vor dem Freitag kommt und wer in der Nähe zur Realität bleibt es leichter im Leben hat! Verschonen sie uns bitte mit Ihren fantasievollen Schauergeschichten!

  • @Herr christoph freitag

    “Ich sehe keinen Unterschied zwischen Terroristen wie Boko Haram, ob sie ISIS heißen oder russische Separatisten in der Ostukraine.“

    Was kann man einem überhaupt erwidern, der religiöse Fanatiker und brutale Halsabschneider mit Menschen die um ihre Heimat kämpfen gleich setzt. Die Kampfkraft ist bei beiden aus unterschiedlichen Motiven heraus sicherlich ähnlich hoch und genau diese Tatsache versucht man hier auf schäbigste Art und Weise mit diesem Vergleich in den Schmutz zu ziehen und die Separatisten, die aus sehr gutem und nachvollziehbaren Grund Separatisten sind, in übelster Art zu verunglimpfen. 

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • In Wahrheit hat die Waffenruhe nicht lange gehalten.
    Laut Chef der Monitoringgruppe der OSCE, Herr Ertuğrul Apakan, wurde bereits um 01:45 Ortszeit Lugansk beschossen.
    Kurz nach 8 Uhr Ortszeit wurde auch Donezk beschossen. Die Aufständischen haben bis jetzt nicht zurückgeschossen.

    Im Prinzip war es klar! Den Poroschenko hat keine komplette Kommandogewalt über seine Streitkräfte oder über das, was die ukrainische Streitkräfte jetzt ausmachen. Nämlich Rechtsradikalen Strukturen, Söldner aus USA, Polen, Italien, Schweden, … und mehrere Privatarmee der Oligarchen. Und jede der Einheiten vertritt deren eigenen Interessen.
    So hat auch der Anführer des „Rechten Sektors“ Herr Jarosch hatte bereits am Donnerstag, den 12.02. mitgeteilt, dass er sich keineswegs an die Kommandos von Poroschenko hält und solange bereit ist zu kämpfen, bis ganz Ukraine befreit sein wird.

    Somit ist es alles nur eine Show!!! Und all die Teilnehmer, die an den Minsker Gesprächen teilgenommen haben, nicht die wahren Derigenten der Situation in der Ostukraine sind!!!
    Ukrainische Regierung führt nur die "Befehle" aus
    Russland reagiert auf die entstehende Situationen
    EU wollte zu Beginn wahrscheinlich auch von dem Umsturz in Ukraine profitieren, sieht aber verstärkt dem entgegen, dass man EU im Krieg mit Russland sehen möchte. Tja, wie dumm nur, dass unsere Regierung keine große Weitsicht hat! Jetzt ernten wir die Früchte, die wir gesät haben!

  • Terror zielt auf gewaltsame Destabilisierung einer Region / Landes, um ganz Interessen durchzuziehen. Ich sehe keinen Unterschied zwischen Terroristen wie Boko Haram, ob sie ISIS heißen oder russische Separatisten in der Ostukraine.
    Und ich glaube nicht an diese ewige Leier, die Amis sind alles schuld. Verantwortung trägt, wer die Terroristen mit Waffen unterstützt. In der Ostukraine sind das die Russen.

  • Herr Weber,
    naiv ist, wer ist Ursache und Wirkung nicht auseinanderhalten kann. Bitte nochmal in ein Lexikon schauen.

  • @Herr Lord DraCool

    Polen und die baltischen Staaten brauchen die EU nur zum Ausnehmen, tatsächlich sind diese Regierungen ebenfalls im Auftrag der USA, als Agenten der angloamerikanischen Feudalkruste unterwegs. Genau diese Tatsachen, weil diese EU ein reines Eliten-Beuteprojekt geworden ist und zunehmend von mehr Völkern vehement abgelehnt wird, wird die EU erbärmlich scheitern lassen. Die Gier von einigen EU Staaten bzw. ihren neuen egoistischen und selbstbezogenen Feudalkrusten war einfach zu dreist und systemzersetzend, der Overkill ist unvermeidlich geworden.

    Die ärmlichen Polen und die baltischen Staaten sind mit ihrem US dominierten National-Irrsinn für Mittel- und Nordeuropa untragbar geworden, niemand nimmt solche Vollpfosten noch ernst und selbst das schmarotzende Südeuropa will von diesem feudal-nationalen Blödsinn immer weniger wissen, den normalen Menschen steht nämlich das Wasser schon bis zur Unterlippe. Die Menschen haben keinen Bock auf diese Kriegshetze und es dauert nicht mehr allzu lange und die rote Karte wird flächendeckend gezeigt!!!

    Okay, im Pleiten-Frankreich und einigen anderen Staaten wird es eher die braune Karte sein!

  • Liebe Redaktion,

    mal was ganz anderes. Warum ist es, und das offensichtlich in allen Medien, nicht möglich Ortsnamen richtig zu benennen. Luhansk ist Slang. Der richtige Name ist Lugansk. Und auch Debalzewe gibt es nicht, es heißt Debalzewo. Ein einfacher Blick auf Google Maps oder auf einen alten gemütlichen analogen Atlas würde schon reichen um das zu klären.

  • Sehr geehrter Herr Franz Giegl, mich würde interessieren was Sie sagen würden als in frühen 1920ern sich Weissrusland und, verzweifelt, die Ukraine gegen Russland gewährt haben. Das hat nichts genutzt - damals wurden sie leider genau so verlassen wie jetzt. Niemand wollte begreifen dass es nicht das Ende, sondern das Beginn war von den russischen Eroberungen. Blättern Sie bitte Kartenatlas von Europa im 19. und 20. Jahrhundert. Wo lagen damals russische Grenzen? Wo liegen sie jetzt? Und am Ende: was um Gottes willen hat das alles mit der Bevölkerung von Donbas zu tun, mit den Leuten die nur friedlich leben möchten. Oder gar leben. Kämpfen die sog. "Separatisten" für sie? Oder für Kremlin?

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