Ukraine-Krise

„Das ist ein echter Krieg mit Russland“

Die Waffenruhe ist brüchig, erneut lieferten sich Armee und Separatisten Gefechte. Da jüngst zwei russische Soldaten in der Ostukraine verhaftet wurden, spricht Präsident Poroschenko nun von einem Krieg mit Russland.
Update: 20.05.2015 - 11:40 Uhr 23 Kommentare
In Kampfmontur: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei einem Truppenbesuch. Quelle: dpa
Petro Poroschenko

In Kampfmontur: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei einem Truppenbesuch.

(Foto: dpa)

KiewDer ukrainische Präsident Petro Poroschenko stimmt sein Volk auf schwere Zeiten ein. Von einer Waffenruhe in der Ostukraine ist keine Rede mehr, stattdessen sind die Kämpfe zwischen ukrainischen Soldaten und prorussischen Separatisten nach ukrainischen Angaben erneut aufgeflammt. Vier Soldaten laut offiziellen Angaben getötet.

„Dies ist kein Kampf mit russisch-unterstützten Separatisten, dies ist ein echter Krieg mit Russland“, sagte Poroschenko jetzt in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC. „Die Tatsache, dass wir reguläre russische Spezialkräfte gefangen genommen haben, ist ein starker Beweis dafür.“ Hintergrund dieser Aussage ist die Festnahme zweier russischer Soldaten in der Ostukraine am Wochenende.

Poroschenko sieht darin den Beweis, dass die russischen Beteuerungen, sich nicht mit regulären Truppen an den Kämpfen im Osten der Ukraine zu beteiligen, nicht stimmen. Die Regierung in Moskau hat bislang nur eingeräumt, russische „Freiwillige“ könnten auf Seiten der Rebellen kämpfen. Der Westen und die Regierung in Kiew werfen dagegen Russland vor, die Separatisten neben Waffen auch mit Soldaten zu unterstützen.

Kiew hatte Medienvertretern am Dienstag die zwei Soldaten vorgeführt. Die Männer wurden nach Angaben der ukrainischen Regierung bei Kämpfen in der Separatistenhochburg Lugansk im Osten des Landes gefangen genommen. In einer aufgezeichneten Befragung gaben sie an, sie gehörten zu einer 200 Mann starken russischen Aufklärungseinheit, die vor fast zwei Monaten in das Kampfgebiet gekommen sei. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Gefangenen seien „ehemalige russische Soldaten“.

Seit Montag wurden bei Gefechten in der Ostukraine acht ukrainische Soldaten getötet. Kiew macht das Eindringen weiterer russischer Truppen in das Gebiet für das Aufflammen der Gewalt verantwortlich. „Ich glaube, sie bereiten eine Offensive vor“, sagte Poroschenko der BBC. „Wir sollten darauf vorbereitet sein und ihnen keine Chance zu einer Provokation geben.“

Ukraine, das neue Griechenland

Bei den Kämpfen in der Ostukraine wurden seit Beginn des Konflikts vor 13 Monaten nach Uno-Angaben 6250 Menschen getötet. Die Konfliktparteien hatten sich im Februar auf einen von Deutschland und Frankreich vermittelten Waffenstillstand geeinigt, der seitdem jedoch mehrfach gebrochen wurde.

  • rtr
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23 Kommentare zu "Ukraine-Krise: „Das ist ein echter Krieg mit Russland“"

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  • gibt es auch einen falschen Krieg?

  • Sehr geehrter Herr Klein,
    ich dachte, Sie sind schon mit ukrainischem Pass und Tarnanzug an der ukr.-Front ??
    Oder hoffen Sie, dass die Freiheit Deutschlands NUE verhandelt wird ???

    Auch Herr Julius Ceasen betreibt hiet Geschichtsfälschung.

    Es war wohl ein US-Präsident, der gesagthat:
    Die Welt wird uns nicht mögen, aber unsere Waffengewalt respektieren.

    Ihre Meinung in Ehren, aber bitte keine erfundenen Fakten hier auftischen wollen.
    MfG

  • Urlaubs-Soldaten und Fantasie-Panzer
    -----------
    Der ukrainische Präsident Poroschenko spricht von einem "richtigen Krieg" mit Russland. Das ist wahr und falsch. Der Kreml schickt zwar Waffen und Soldaten - unterstellt sind die aber den Separatisten.

    Es herrscht Krieg in der Ukraine. Warlord Putin spricht schon von "Neurussland".
    Nach der Krim will er auch die Ukraine annektieren.
    Und der Westen schaut tatenlos zu.

  • Nein, die USA wurden durch eine Reihe von historischen Verkettungen in die Rolle der Weltmacht gedrängt (1. WK; 2. WK; Kalter Krieg) obwohl die Grundhaltung eigentlich eher isolationistisch war. Bis in die 70er Jahre hätten die USA aufgrund ihrer ausgedehnten Landfläche nicht einmal ökonomisch einen Grund gehabt sich für die Außenwelt zu interessieren. Die politischen Erfordernisse der roten Bedrohung gaben erst den entgültigen Anstoß zur Aufgaben des Isolationismus.

  • @Lehmann
    Ein schlechter Vergleich. Wenn Sie damit eine Gleichschaltung andeuten, dann trift das doch eher auf Russland und die noch überwiegend proletarische Konstitution des Volksgeistes zu. Nationalismus kann in einem solchen Umfeld leicht Fuß fassen, auch die NSDAP war eine Arbeiterpartei und wurde von den reaktionären Überbleibseln der Monarchie (Faschisten) und den einfachen Arbeitern stark begünstigt. In Russland liegt eine ähnliche Struktur vor.

  • Will Poroschenko wiede Geld von Deutschland? Oder warum pöbelt er so rum?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. .

  • ...dann soll Poroshenko doch endlich in den Krieg ziehen - allein auf breiter Basis und ausgestattet mit den deutschen 150.000 G36 und den dazugehörigen Helmen. Den das beide BW-Untensilien schrott sind, ist ein Trugschluss.

    Soll er doch der Feigling. Uns sollte das herzlichst egal sein, - denn weshalb sollte ein deutscher Soldat für die Ukraine sein Leben riskieren.

    Soo doof und bescheuert kann man gar nicht sein !

  • @ Julius Caesen:
    "Aber viele Länder deren gesellschaftliche Verfassung einfach peinlich ist agieren so. Wenn das Leben sonst nichts zu bieten hat, dann gibt man sich den Lastern hin und spielt Krieg."
    Damit meinen Sie doch sicher die USA?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

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