Ukraine-Krise

Erbitterte Schlacht um Debalzewe

Noch ist im Osten der Ukraine nichts von der angekündigten Waffenruhe zu spüren. Kiew spricht von mindestens elf toten Soldaten an einem Tag. Besonders die Stadt Debalzewe bleibt weiter heftig umkämpft.
Update: 13.02.2015 - 23:02 Uhr 10 Kommentare
Soldaten der ukrainischen Armee fahren auf einem Panzer in Richtung Delbalzewe. Quelle: ap
Kriegsparteien suchen die Entscheidung

Soldaten der ukrainischen Armee fahren auf einem Panzer in Richtung Delbalzewe.

(Foto: ap)

KiewKurz vor Beginn der vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine haben die Kämpfe an allen Fronten einen neuen Höhepunkt erreicht. Ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten machten sich am Freitag gegenseitig nicht nur für den Tod zahlreicher Soldaten sondern auch von Zivilisten verantwortlich. Besonders hart wurde um den Verkehrsknotenpunkt Debalzewe gefochten, der zwischen zwei Rebellengebiete liegt.

„Die Rebellen versuchen immer wieder, unsere Stellungen zu stürmen“, sagte ein Sprecher der ukrainischen Armee. Diese halte jedoch die Positionen. Präsident Petro Poroschenko äußerte sich skeptisch zur Waffenruhe, die ab Samstagnacht greifen soll. „Wir sind noch einen weiten Weg vom Frieden entfernt“, sagte er. Ein Sprecher des russischen Präsidialamtes verlangte, alle Seiten müssten den Waffenstillstand einhalten.

Russlands Präsident Wladimir Putin, Poroschenko, Frankreichs Präsident Francois Hollande sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel wollten am Samstagabend noch einmal telefonieren, sagte der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau weiter. Sie hatten am Donnerstag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk die Vereinbarung zum Waffenstillstand ausgehandelt. Sie sieht unter anderem eine entmilitarisierte Pufferzone, den Abzug von Artillerie sowie den Austausch von Gefangenen vor. Die EU hat weitere Sanktionen gegen die Separatisten und Russland verhängt, die am Montag in Kraft treten sollen. Weitere Strafmaßnahmen stehen im Raum, sollte der Konflikt nicht abflauen.

Streit um Interpretation des Minsker Abkommens
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10 Kommentare zu "Ukraine-Krise: Erbitterte Schlacht um Debalzewe"

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  • Sehr geehrter Herr Vittorio Queri, die Zurechtweisung der "verehrten" Frau Müller ist wirklich beeindruckend,besonders der letzte Satz. Ihre realistische Darstellung der Tatsachen hat mich auch sehr beeindruckt, stammt sie doch sicherlich direkt vom russischen Propaganda Ministerium, das für die hervorragende Arbeit bei der Verdummung der russischen Bevölkerung bekannt, nein sagen wir eher berühmt, ist. Auch gefällt mir Ihr hervorragendes Demokratie-Verständnis. Eine nach internationalen Normen freigewählte Regierung als Junta zu bezeichnen entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Auch die als Junta-Söldner bezeichneten ukrainischen Soldaten, die sicherlich lieber ihre Zeit zuhause verbringen würden, sich stattdessen aber der Agression eines von Minderwertigkeits-Komplexen geplagen Grossmachtstrategen erwehren müssen, trifft den Nagel auf den Kopf. Mit solchen Ansichten kann man sicher eine "gelenkte" Demokratie und einen absoluten Rechtsstaat im Donbass errichten, bei dem ausschließlich das Recht der von Russland geschickten Verbrecherbande gilt. Hervorragende Aussichten für die geplagte Bevölkerung. das Recht

  • MInsk wird nichts bringen. Putin spielt falsch, es werden auch noch nach dem Sonntag russischen Panzer in die Ostukraine rollen und Menschen töten.

  • Herr Reiner Vogels
    Das Hauptquartier der ukrainischen Arme in Kramatorsk einschließlich Wohngebiete, Melitopol und eigene Dörfer indem eigene Soldaten für das Recht ihres Landes kämpfen, beschossen von den eigenen Kammeraden.
    Umgekehrt fremde Söldner (keine Ukrainer ) beschießen Zivilisten in Donezk oder in Artemisvk. Kommen sie, was ist wahrscheinlicher? Die meisten dieser pro russischen, antifaschistischen Freiheitskämpfer für die russische Minderheit im Osten würden für ein paar Rubel die eigene Großmutter entsorgen.

  • Herr mathias müller@
    Merkel spielt falsch. Immer schon.

  • Focus berichtet, daß heute in der Stadt Artemisvk in der Region Donezk ein Cafe und ein Kindergarten von Raketen getroffen worden ist.

    Siehe

    http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/ost-ukraine-raketen-treffen-kindergarten-und-cafe-mindestens-drei-tote_id_4475378.html

    Vermutlich wird die Ukraine behaupten, daß die Aufständischen selbst ihr Cafe und ihren Kindergarten unter Feuer genommen haben. Hoffentlich wird auch im Westen niemand mehr solchen Lügen glauben.

    Mordlust pur. Offenbar versucht die ukrainische Armee, die letzten Stunden vor dem Beginn der Feuerpause noch zu nutzen, indem sie aus sicherer Entfernung aus allen Rohren auf die Zivilbevölkerung der aufständischen Gebiete und wichtige Infrastruktureinrichtungen feuert. Wenn sie schon nicht siegen kann, will sie wenigstens so viel morden und zerstören wie möglich.

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß bei dem Haß, den dieses Morden bei den Neurussen zwangsläufig erzeugen wird, ein wirklicher Friede in absehbarer Zeit möglich ist.

  • Nato-Schutz: USA verlegen Bomber nach Deutschland
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 13.02.15 17:04 Uhr

    Zwölf Kampfflugzeuge sollen erst nach Deutschland und später in den Osten Europas geliefert werden. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge handelt es sich dabei um eine Routine-Aktion. Weitere „Sicherheitspakete“ im Rahmen des Nato-Paktes sollen folgen.

    Von Putin wird verlangt, dass er sch mucksmäuschenstill verhält. Die EU erlässt neue Sanktionen und man stationiert US-Flugzeuge im Osten Europas !!

  • @ elly müller

    >> Warum wurde der Waffenstillstand nicht sofort vereinbart?!

    Was ist der Sinn eine Waffenruhe erst von Samstag auf Sonntag in das Vertragswerk zu setzen? >>

    Die Fragen sind berechtigt. Die Antworten darauf sonnenklar !

    Die Waffenruhe hätte auch ab sofort gelten müssen.....mit Rückzug der eingekesselten Junta-Söldner aus Debaltsevo und Niederstrecken ihrer Waffen.

    Die Junta hat einen Aufschub ausgehandelt, in der Hoffnung sich aus dem Kessel noch freikämpfen zu können. Das ist aber eine Illusion.

    Die Aufständischen werden die eingekesselten 6 bis 8 Tausend Söldner entweder vernichten oder sie können OHNE Waffen abmarschieren,

    was denen wiederum als Landesverrat seitens der Junta ausgelegt wird und sie werden eingesperrt.

    So sieht es aus, verehrte Frau Müller !

  • Frau Elli,
    Die Quelle für Ihre Meinungsbildung würde mich brennend interessieren.

    Können Sie mir da weiterhelfen???

    Herr Queri, in der TAT, die EU/Merkel spielt falsch.

  • Warum wurde der Waffenstillstand nicht sofort vereinbart?!

    Was ist der Sinn eine Waffenruhe erst von Samstag auf Sonntag in das Vertragswerk zu setzen?

    Die Separatisten wollen unbedingt diesen Eisenbahnknotenpunkt und das haben sie wohl Putin klar zu verstehen gegeben. Dazu brauchen sie noch Zeit um die letzten Soldaten raus zu bomben!

    Wie sagte doch Putin bei seiner Presseerklärung?
    Die ukrainischen Soldaten sollen die Waffen ablegen und dann würden sie schon einen Korridor zum Abzug erhalten!

    Der Mann spricht über ein Land, in dem russische Soldaten und Söldner marodieren und immer mehr Teile eines souveränen Staates einnehmen!

    Zynischer geht es wohl kaum!

  • >> Die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, der Ukraine und Russlands hatten sich am Donnerstag in Minsk auf einen Friedensplan verständigt.>>
    Und wie heute gemeldet wird, treten am Montag die nächsten Sanktionen gegen Russland in Kraft.

    Das würde bedeuten, dass Russland aus Gesprächen mit dem verlogenen Westen aussteigt und der Untergang der Ukraine somit besiegelt wäre.

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