Ukraine-Krise
Erbitterte Schlacht um Debalzewe

Noch ist im Osten der Ukraine nichts von der angekündigten Waffenruhe zu spüren. Kiew spricht von mindestens elf toten Soldaten an einem Tag. Besonders die Stadt Debalzewe bleibt weiter heftig umkämpft.
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KiewKurz vor Beginn der vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine haben die Kämpfe an allen Fronten einen neuen Höhepunkt erreicht. Ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten machten sich am Freitag gegenseitig nicht nur für den Tod zahlreicher Soldaten sondern auch von Zivilisten verantwortlich. Besonders hart wurde um den Verkehrsknotenpunkt Debalzewe gefochten, der zwischen zwei Rebellengebiete liegt.

„Die Rebellen versuchen immer wieder, unsere Stellungen zu stürmen“, sagte ein Sprecher der ukrainischen Armee. Diese halte jedoch die Positionen. Präsident Petro Poroschenko äußerte sich skeptisch zur Waffenruhe, die ab Samstagnacht greifen soll. „Wir sind noch einen weiten Weg vom Frieden entfernt“, sagte er. Ein Sprecher des russischen Präsidialamtes verlangte, alle Seiten müssten den Waffenstillstand einhalten.

Russlands Präsident Wladimir Putin, Poroschenko, Frankreichs Präsident Francois Hollande sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel wollten am Samstagabend noch einmal telefonieren, sagte der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau weiter. Sie hatten am Donnerstag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk die Vereinbarung zum Waffenstillstand ausgehandelt. Sie sieht unter anderem eine entmilitarisierte Pufferzone, den Abzug von Artillerie sowie den Austausch von Gefangenen vor. Die EU hat weitere Sanktionen gegen die Separatisten und Russland verhängt, die am Montag in Kraft treten sollen. Weitere Strafmaßnahmen stehen im Raum, sollte der Konflikt nicht abflauen.

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Erbitterte Schlacht um Debalzewe

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Streit um Interpretation des Minsker Abkommens

Kommentare zu " Ukraine-Krise: Erbitterte Schlacht um Debalzewe"

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  • Sehr geehrter Herr Vittorio Queri, die Zurechtweisung der "verehrten" Frau Müller ist wirklich beeindruckend,besonders der letzte Satz. Ihre realistische Darstellung der Tatsachen hat mich auch sehr beeindruckt, stammt sie doch sicherlich direkt vom russischen Propaganda Ministerium, das für die hervorragende Arbeit bei der Verdummung der russischen Bevölkerung bekannt, nein sagen wir eher berühmt, ist. Auch gefällt mir Ihr hervorragendes Demokratie-Verständnis. Eine nach internationalen Normen freigewählte Regierung als Junta zu bezeichnen entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Auch die als Junta-Söldner bezeichneten ukrainischen Soldaten, die sicherlich lieber ihre Zeit zuhause verbringen würden, sich stattdessen aber der Agression eines von Minderwertigkeits-Komplexen geplagen Grossmachtstrategen erwehren müssen, trifft den Nagel auf den Kopf. Mit solchen Ansichten kann man sicher eine "gelenkte" Demokratie und einen absoluten Rechtsstaat im Donbass errichten, bei dem ausschließlich das Recht der von Russland geschickten Verbrecherbande gilt. Hervorragende Aussichten für die geplagte Bevölkerung. das Recht

  • MInsk wird nichts bringen. Putin spielt falsch, es werden auch noch nach dem Sonntag russischen Panzer in die Ostukraine rollen und Menschen töten.

  • Herr Reiner Vogels
    Das Hauptquartier der ukrainischen Arme in Kramatorsk einschließlich Wohngebiete, Melitopol und eigene Dörfer indem eigene Soldaten für das Recht ihres Landes kämpfen, beschossen von den eigenen Kammeraden.
    Umgekehrt fremde Söldner (keine Ukrainer ) beschießen Zivilisten in Donezk oder in Artemisvk. Kommen sie, was ist wahrscheinlicher? Die meisten dieser pro russischen, antifaschistischen Freiheitskämpfer für die russische Minderheit im Osten würden für ein paar Rubel die eigene Großmutter entsorgen.

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