Ukraine-Krise
EU und USA verschärfen Sanktionen gegen Russland

Der EU-Gipfel in Brüssel hat Sanktionen gegen russische Unternehmen beschlossen. Auch die USA setzen Namen aus dem Rüstungs-, Finanz- und Energiebereich auf ihre Liste. Putin warnt nun vor einem „Bumerang“-Effekt.
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Washington/BerlinIn der Ukraine-Krise ziehen Amerikaner und Europäer die Sanktionsschrauben gegenüber Russland an. US-Strafmaßnahmen richten sich nun auch gegen russische Firmen aus dem Energie- und Rüstungssektor. Der EU-Gipfel in Brüssel beschloss erstmals Sanktionen gegen russische Unternehmen, wenn diese zur Destabilisierung der Ukraine beitragen. Kremlchef Wladimir Putin warnte, Sanktionen gegen Russland würden zum „Bumerang“ werden.

Der Moskauer Regierung wird vorgehalten, zu wenig zur Beruhigung des sich stetig verschärfenden Konflikts zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine beizutragen. Die Aufständischen zeigen sich derweil nun offen für Krisengespräche.

Keine Geschäfte mehr mit EU-Konzernen

Die Kämpfe in der Ostukraine dauern seit Mitte April an. Die ukrainische Führung will mit dem militärischen Vorgehen verhindern, dass sich die „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk komplett von der Ukraine abspalten. Die russisch geprägte Region Donbass erkennt die proeuropäische Führung in Kiew nicht an. Bei den Kämpfen starben bisher Hunderte Menschen, Tausende wurden verletzt.

Russland habe die geforderten Schritten zur Entschärfung der Krise nicht unternommen, darunter die Verhinderung von Waffenlieferungen in die Ukraine, sagte US-Präsident Barack Obama in Washington. Seine Regierung verhängte daher Strafmaßnahmen gegen mehrere Banken, Firmen aus dem Energiesektor und Rüstungsunternehmen, darunter der Ölgigant Rosneft und der Waffenproduzent Kalaschnikow.

Die von den EU-Sanktionen betroffenen russischen Unternehmen dürfen keine Geschäfte mehr mit EU-Konzernen machen und können nicht mehr über Vermögenswerte in der EU verfügen. Anzahl und Namen der Firmen blieben zunächst offen. Die Union werde auch prüfen, ob milliardenschwere Oligarchen oder Konzerne, die die Annexion der Krim unterstützen, auf die schwarze Liste kommen. Die EU-Staats- und Regierungschefs forderten in einer Erklärung einen dauerhaften Waffenstillstand in der Ukraine.

Bei einem Besuch in Brasilien sagte Kremlchef Putin laut Agentur Itar-Tass, Sanktionen führten das Verhältnis zwischen den USA und Russland in eine Sackgasse. Zudem würden sie langfristig den Interessen der USA und seiner Bürger schaden.

Bisher hatten die EU und die USA vor allem mit Einreiseverboten und Kontensperrungen gegen mehrere Dutzend Russen und prorussische Ukrainer Druck auf Moskau ausgeübt. Die neuen Sanktionen richten sich allerdings nicht gegen gesamte russische Wirtschaftszweige, wie zuvor mehrfach angedroht worden war.

Kommentare zu " Ukraine-Krise: EU und USA verschärfen Sanktionen gegen Russland"

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  • Will der Westen einen Krieg mit Russland?

    Trotz WM-Euphorie ist die Gefahr eines 3. Weltkrieges größer denn je. In Zeiten immenser Staatsverschuldung und leerer Staatskassen wurden in der Vergangenheit immer große Kriege geführt, angepasst an den Grad der Gier ihrer Initiatoren.

    Die USA sind im freien Fall und dabei ihre Weltherrschaft an China & Russland abzutreten.
    Unter diesem Gesichtspunkt sind unter anderen der Syrien- und der Ukrainekonflikt zu sehen.

    Die USA agieren seit Jahrzehnten nach dem Motto: „Unser Dollar, aber euer Problem!“, indem sie nach dem durch die private FED inszenierten „fiat money“-System wertvolle Rohstoffe gegen „wertlose“ Dollar tauschen.

    Mit ihrer privaten Weltwährung Dollar musste jedes Land der Welt im internationalen Zahlungsverkehr sich Rohstoffe bezahlen lassen und die private FED konnte dafür ohne Ende bunte Papierdollar drucken.

    Gegen die Länder, die in der Vergangenheit nicht an diesem Spiel teilhaben wollten, sondern ihre Rohstoffe für andere Währungen weggaben, wurde ein Krieg inszeniert (Irak, Afghanistan, etc.)

    In der Tat besteht derzeit eine Gefahr, dass ein 3. Weltkrieg sich an den aktuellen Konflikten entzünden könnte. In der Jelzin-Ära sind die Amis in Russland schon fast am Ziel gewesen, da sie über Beteiligungen an den Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, aber auch den Medien, schon einen großen Profit aus dem Land gezogen hatten.

    Das änderte sich als Putin an die Macht kam.
    Er bekämpfte mit nationaler Wirtschaftspolitik und Antispekulationsmaßnahmen das alte System und re-verstaatlichte bedeutende Vorkommen an Bodenschätzen und sicherte dem russischen Staat Mehrheitsbeteiligungen an der Energiewirtschaft und anderen Schlüsselindustrien.

    Aus diesem Grund ist Putin den USA ein Dorn im Auge und wird deswegen in den Medien verteufelt.
    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/19125-10000-auf-mahnwache-berlin-#14055995469512&if_height=9665

  • Wer ist denn beim Sieg der deutschen National elf dabei gewesen ??


    Putin, oder Obama??

    Natürlich war es Herr Putin, der extra nach Brasilien geflogen war, damit er beim Sieg der deutschen Mannschaft dabei sein konnte. Auch wenn Fussbal nebensächlich ist, aber es war ein Mega-Signal, wie Russland wirklich zu uns steht.

  • BRICS-Staaten gründen eigene Entwicklungsbank, die USA ist am Ende. Die EU und besonders Deutschland sollen sich auch verabschieden vom Dollar...! Und Frau Merlel und Herr Steinmeier gehören vor einen ordentlichen Gericht und noch ein paar andere.

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