Ukraine-Krise
Grünes Licht für neue Milliardenhilfe der EU

Der monatelange Krieg zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten belastet die Ukraine. Zuletzt stand das Land am Rande eines Staatsbankrottes. Nun hat die EU einer neuen Milliardenhilfe zugestimmt.
  • 9

BrüsselDie vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine soll von der EU weitere 1,8 Milliarden Euro Finanzhilfe bekommen. Das Europaparlament und der Ausschuss der ständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten stimmten am Mittwoch einem entsprechenden Vorschlag von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zu. Dieser hatte zuletzt mehrfach zu größerer Solidarität mit der prowestlichen Regierung in Kiew aufgerufen.

Die Ukraine stand wegen des monatelangen Bürgerkriegs zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten des Landes zuletzt am Rande eines Staatsbankrottes. Die Aufständischen haben im Osten weiterhin wichtige Industriestandorte unter ihrer Kontrolle.

Das frische EU-Geld soll aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU kommen und in Form mittelfristiger Darlehen fließen. Die am Mittwoch getroffene Entscheidung muss jetzt nur noch in einem schriftlichen Verfahren bestätigt werden.

Die EU hatte bereits vergangenes Jahr sogenannte Makrofinanzhilfen in Höhe von einer Milliarde Euro bewilligt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) brachte für die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik jüngst ein mehrjähriges Kreditprogramm über 17,5 Milliarden US-Dollar auf den Weg.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ukraine-Krise: Grünes Licht für neue Milliardenhilfe der EU"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schade, dass hier so wenig differenziert wird : Zit : "Die Ukraine stand wegen des monatelangen Bürgerkriegs zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten des Landes zuletzt am Rande eines Staatsbankrottes." Die Ukraine steht eigentlich seit 2010 vor der Pleite. Problem ist nur, dass man unter ungünstigen "entwürdigenden" Umständen immer doch noch mal Geld bekommt, aus politischen Gründen bekommt man es sogar nachgeschmissen.
    Dass es einen Konflikt mit der Ost-Ukraine gibt bedeutet noch lange nicht, dass man Gelder für den Aufbau und Umbau der Wirtschaft zweckentfremdet in das Militär steckt. Was muss Hr. Poroschenko eigentlich noch alles anstellen um mal von westlichen Medien kritisch hinterfragt zu werden ? Wer einen Sarkaschwili als Waffeneinkäufer losschickt und sich selbst auf internat. Waffenmessen herumtreibt hat wohl kaum primäre Interessen in Konstruktivem, bekanntlich kann man mit Rüstungsausgaben jeden Haushalt und jede Wirtschaft in dei Pleite treiben. Es wird hier gerade so getan, als ob die veraltete Ost-Ukrainische Wirtschaft lebensnotwendig für die "neue Ukraine" (an die EU angedockt) wäre, wo man doch den einträglichen Handel mit Russland ohnehin unterbinden möchte. Das Ganze scheint mir doch ein bischen viel Theater zu sein.

  • Heute lt.drwn.de: "Minsker Abkommen ohne Zukunft: Am Rande von Beratungen im "Normandie-Format" sagte der stellvertretende Kiewer Außenminister Pristajko, es habe keinen politischen Sinn, mit Menschen zu sprechen, die im Grunde genommen Feldkommandeure und "nicht ganz Ukrainer" seien. Erst müsse in der Ostukraine gewählt werden, dann könne man verhandeln". Und lt. jungewelt.de kündigte Poroschenko gestern beim Empfang der ersten US-Armeegeländewagen vom Typ Humvee an. ..."den Widerstand in der Ostukraine »im Keim zu ersticken...".
    Hier sollten D und F als Mitunterzeichner des Minsk II Abkommens dringenst eingreifen, allerdings nicht mit weiteren Milliarden... Aber vermutlich werden sie ihre Unterschriften genauso "vergessen", wie schon die unter dem Abkommen von Janukowitsch mit der Maidan-Opposition, vom 21.02.2014. Schuld am Scheitern von Abkommen hat grundsätzlich (quasi als Naturgesetz) RU und deshalb braucht es neue Sanktionen...

  • @Pankrath
    Das kann aber auch daran liegen, dass Sie - wie ich auch - ein anderes Verständnis von "prowestlich" haben. Das mag mit unserem Anspruch an Freiheits- und demokratischen Werten zusammen hängen.

    Ich gehe davon aus, dass auch Sie Herrn Juncker nicht als integren Politiker mit "prowestlichen" Werten einschätzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%