Ukraine-Krise
Juncker fordert zusätzliche Milliarden für Kiew

Die EU hat der Ukraine bislang Zahlungshilfen in Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Euro versprochen. Doch die Regierung in Kiew braucht noch mehr Geld. EU-Kommissionschef Juncker appelliert an die Mitgliedstaaten.
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StraßburgDie Ukraine benötigt nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds weitere 15 Milliarden Dollar, um ihre Wirtschaftskrise zu überstehen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte am Mittwoch im Europäischen Parlament, die Ukraine werde die EU wohl um weitere zwei Milliarden Euro bitten. Um das Geld aufzubringen, müssten allerdings die Mitgliedstaaten einspringen, da das Budget der EU-Kommission nicht ausreiche. Die Kommission habe ohnehin nur einen kleinen Spielraum für zusätzliche Finanzhilfen im kommenden Jahr, sagte Juncker. „Wenn wir diesen Spielraum komplett für die Ukraine aufbrauchen, bleibt uns nichts, um auf andere Krisen reagieren zu können, die in den kommenden zwei Jahren auf uns zukommen könnten.“

Die Bundesregierung dämpfte Erwartungen auf einen raschen Nachschlag. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass die EU-Kommission im kommenden Jahr eine Geberkonferenz für die Ukraine organisieren wolle. „Generell besteht – nicht in Europa und auch nicht Berlin – kein Zweifel daran, dass die EU die Ukraine weiter unterstützen wird bei ihren Bemühungen, sich wirtschaftlich zu stabilisieren.“ Deutschland sei schon jetzt einer der größten Geber für das Land. „Für uns ist das IWF-Programm der Rahmen und Bezugspunkt.“ Es sei verfrüht, über Finanzlücken oder -beiträge zu sprechen.

In den vergangenen zwei Monaten hat die EU der Ukraine nach den Worten Junckers 760 Millionen Euro an Langfristkrediten gewährt, zusätzlich zu den 600 Millionen Euro, die bereits im Sommer flossen. Die Gemeinschaft könnte Anfang 2015 weitere 250 Millionen Euro nachschießen, wenn die Ukraine die Bedingungen erfülle, sagte Juncker.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hatte die EU dringend um weitere Hilfe für sein Land gebeten. Brächten die westlichen Geberländer nicht mehr Geld auf, drohe der Ukraine der Staatsbankrott.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ukraine-Krise: Juncker fordert zusätzliche Milliarden für Kiew"

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  • "Juncker fordert zusätzliche Milliarden für Kiew"

    Eine Möglichkeit wäre, diese Milliarden aus Luxemburg zu ziehen, das er jahrelang zum Schaden anderer Länder führte.

    Ich versteh nicht wie man Juncker auf den Thron des EU-Kommissionspräsidenten setzen konnte, nachdem ihn die Luxemburger selbst gefeuert hatten.

    Was versprechen sich die EU-Abgeordneten damit? Genau das!!!

  • "...Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe..."

    Tolle Auflistung: Oligarchen, die Nazis von Swoboda, Radikale, eine Partei mit Kriegsverbrecherin im Vorsitz und direkt dahinter die zum Mord an Russen aufrufende Timoschenko.
    Was für eine Bande ...

  • USA liefert seit voriger Woche an Ukraine Waffen und gepanzerte Fahrzeuge. Der USA - Senat hat bereits grünes Licht für die USA Armee für einen Krieg gegen Russland gegeben. Was das bedeuten wird, sollten sich alle Leser einmal überdenken. Dieser Artikel zeigt, wohin uns die ukrainische Putschregierung führen wird.

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