Ukraine-Krise
Kiew und Moskau einigen sich nur auf Feuerpause

Erst meldet die Ukraine, die Präsidenten Poroschenko und Putin hätten eine stabile Waffenruhe in der Ostukraine vereinbart. Dann widerspricht Moskau und Kiew korrigiert ebenfalls. Barack Obama zeigt sich skeptisch.
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KiewDie permanente Waffenruhe, die Kiew am Morgen verkündet hatte, ist offenbar nur eine Feuerpause. Nachdem Russland laut der russischen Nachrichtenagentur RIA der ukrainischen Darstellung von einer permanenten Waffenruhe widerprochen hatte, milderte auch die ukrainische Präsidialverwaltung ihre Mitteilung zur Waffenruhe im Konfliktgebiet Donbass mit einer Korrektur deutlich ab.

Die Behörde strich den Zusatz „dauerhaft“ und informierte nur noch über ein vereinbartes „Regime der Feuerpause“, wie am Mittwoch auf der Internetseite des Präsidentenamtes zu sehen war. Die entsprechende Vereinbarung hätten die Präsidenten Wladimir Putin und Petro Poroschenko in einem Telefonat erzielt, hieß es am Mittwoch. Russland ließ mitteilen, man könne keine Waffenruhe aushandeln, weil man keine Partei im Konflikt sei.

Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte am Morgen erklärt, die Präsidenten beider Seiten seien sich über die möglichen Auswege aus der Krise „weitgehend einig“. In ihrem Gespräch hätten beide über notwendige erste Schritte zur Beendigung des Blutvergießens im Südosten beraten

Bei den Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Streitkräften waren in den vergangenen fünf Monaten nach Uno-Angaben fast 2600 Menschen getötet worden. Auf welche konkreten Schritte sich Putin und Poroschenko verständigten, blieb zunächst offen.

Beim Treffen zwischen Putin und Poroschenko am vergangenen Dienstag im weißrussischen Minsk hatte es noch keine spürbaren Fortschritte gegeben. Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen sogar noch zugespitzt. Insbesondere wirft die ukrainische Regierung Moskau vor, immer mehr Soldaten in die Region zu schicken, um die prorussischen Separatisten im Kampf gegen die Regierungstruppen zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

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  • @Jakob Thomsen (Weißenfels)
    Sie erklären mir welche demokratische Legitimation der Maidan in Kiew hatte eine gewählte Regierung weg zu putschen und ich erkläre Ihnen welche Legitimation die führenden Kräfte der Neurussen haben im Auftrag aller Neurussen zu handeln.
    Okay, ich fange an:
    Müssten die Führungskräfte der Neurussen nicht und wären sie nicht gezwungen, den nach Neurussland hinein getragenen Krieg abzuwehren, hätten die vermutlich schon Wahlen abhalten lassen, so wie sie das Referendum, durchgeführt vor den militärischen Strafaktionen aus Kiew, aus dem sie ihre Legitimation zur Verteidigung von Neurussland ziehen, abgehalten haben.

    So, ich bitte um Ihre Erklärung!!!

    Ihre selektive Wahrnehmung und Geplapper in dem Forum ist nicht nur unseriös und plattester “Kindergarten“, es kann tatsächlich nur ideologisch deformierte Menschen ohne vorhandenes Denkvermögen überzeugen. Das ist so als ob Sie Frösche vom quaken überzeugen und zum Mitmachen animieren! QUAK

  • „Eine Regierung, die auf ihr eigenes Volk schießt, hat jede Legitimität verloren!“

    Für unsere Herrschaften, insbesondere Frau Merkel, kann man das etwas umdeuten: "Eine Regierung, die gegen ihr eigenes Volk handelt, hat jede Legitimität verloren."

    Insofern: Bitte um unverzüglichen Rücktritt, Frau Merkel, Herr Gabriel, Frau v.d. Leyen,... !
    Ach ja, Herrn Gauck bitte gleich mitnehmen.

  • "Polarist" finde ich gar nicht schlecht. Obwohl ich gerne zugebe manchmal auch zu polarisieren aber nicht um des Polarisieren willens sondern um extremen Dualisten, die glauben die Welt in "Gut" und "Böse" aufteilen zu können, etwas entgegenzu stellen, das doch wohl etwas
    realitätsangenäherter ist.

    "Polaristen" die dazu auch noch Bellizisten und Konfliktverschärfer sind haben allerdings bei mir nur sehr begrenzte Sympatiewerte, weil sie das Spiel das auf dieser Welt gespielt wird nur unzulänglich begreifen. lol

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