Ukraine-Krise
Kiew und Separatisten wollen Friedensgespräche führen

Aus der Ostukraine wurden zuletzt intensive Gefechte gemeldet. Die Außenminister um Frank-Walter Steinmeier appellieren in der Nacht an beide Seiten. Nun zeigen sich beide Parteien zu neuen Friedensgesprächen bereit.
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Donezk/Kiew/BerlinIn der Ostukraine wird ungeachtet des Minsker Waffenstillstandsabkommens immer heftiger gekämpft. Sechs Soldaten seien in den zurückliegenden 24 Stunden getötet worden, teilte ein Militärsprecher am Dienstag mit. Weitere zwölf seien bei den Gefechten im Raum um die Separatisten-Hochburg Donezk verletzt worden. Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine forderten einen sofortigen Stopp der Kämpfe.

„Die Situation in der Konflikt-Zone ist nach wie vor instabil“, sagte Militärsprecher Andrij Lysenko. „Bewaffnete Kräfte der Feinde greifen an fast allen Stellen (der Front) an.“ Konkrete Angaben über den Tod der sechs Soldaten machte er nicht. Die ukrainische Armee verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit einem Monat. Vertreter der russlandfreundlichen Separatisten warfen im Gegenzug den Regierungstruppen vor, wiederholt Stellungen der Separatisten mit Artillerie-Granaten zu beschießen. Das berichtete die Nachrichtenagentur der Rebellen, DAN.

Nach dem Außenministertreffen in Berlin hatten die Führung in Kiew und die prorussischen Separatisten zuvor ihre Bereitschaft zu neuen Friedensgesprächen erklärt. Noch für diesen Dienstag sei eine Videokonferenz der Ukraine-Kontaktgruppe geplant, teilte die Sprecherin des früheren Präsidenten Leonid Kutschma in Kiew mit. Dabei gehe es um eine Feuerpause, um den Austausch von Gefangenen und um den Abzug schwerer Waffen.

Diskutiert werden solle zudem über die Bildung von Arbeitsgruppen zur Lösung der humanitären Katastrophe und für die wirtschaftliche Entwicklung des Donbass, sagte Kutschmas Sprecherin Darka Olifer der Agentur Interfax. Separatistenführer Wladislaw Dejnego bestätigte seine Bereitschaft zur Teilnahme an den Gesprächen.

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  • USA: Russische Waffenlieferungen verstoßen nicht gegen UN-Sanktionen
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    Das US-Außenministerium hat erstaunlich zurückhaltend auf die Aufhebung des russischen Waffenembargos gegen den Iran reagiert. Die Lieferung von Raketenabwehrsystemen werden von den Amerikanern nicht als Verletzung der von den UN verhängten Sanktionen betrachtet. Washington ist über den Schritt nicht glücklich. Moskau und Teheran sprechen von einem wichtigen Schritt in der Verbesserung der russisch-iranischen Beziehungen.

  • Nun könnte ja auch Russland offiziell und mit grosser Presse “Ausbilder” in die Ostukraine schicken? Was Russland nicht tun wird, da sie politisch auf einem anderen Niveau spielen.
    Es ist eine offene Provokation und eine deutliche Absichtserklärung von Seiten der USA. Dumm nur, dass sich die USA mit dieser Aktion wiederholt der Unterstützung von Völkermord, eines Genozid und des Faschismus (mit)schuldig macht.

    Eine Frage am Rande und im Zusammenhang mit der militärischen Unterstützung der Kiewer-Putscharmee:
    Was passiert eigentlich mit den von Deutschland “ausgemusterten” Sturmgewehren H&K G36? Werden diese 150.000 Sturmgewehre etwa bald in Kiew “verschrottet”? Dazu der Link mit einem Testergebnis …

    http://www.all4shooters.com/de/Inhalte/Pro-Zone/Heckler-und-Koch-G36-Werksbesuch-caliber-Pro-Zone/

  • Die Folgen der Russland-Hetze...
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    "Die deutsch-russische Lomonossow-Grundschule in Marzahn-Hellersdorf ist am Wochenende Schauplatz eines volksverhetzenden Anschlages geworden. Unbekannte verteilten auf dem Schulgelände Flugblätter und Pappschilder mit rechtsradikalen und ausländerfeindlichen Inhalten, wie die Polizei mitteilte. Der Inhalt der Parolen richtete sich explizit gegen den russlanddeutschen Migrationshintergrund der Schüler. Deshalb ermittelt nun der Staatschutz. Zudem wurde eine Reichsflagge am Tor der Schule in der Allee der Kosmonauten und eine Sexpuppe mit einem Strick um den Hals an einen Basketballkorb befestigt. Die Gegenstände befinden sich derzeit bei Experten der Spurensicherung."

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