Ukraine-Krise
Nato zeigt russische Flugzeuge an der Grenze

Im Konflikt um die Ukraine droht Russland, den Gashahn zuzudrehen. Der Grund: Kiew begleiche seine Schulden nicht. Kremlchef Putin warnt deshalb vor Engpässen. Derweil warnt die Nato vor russischen Truppen an der Grenze.
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DüsseldorfIm Konflikt um die Ukraine droht Russland, den Gashahn zuzudrehen. In einem Brief an 18 Staats- und Regierungschefs warnte Präsident Wladimir Putin auch die europäischen Abnehmer vor möglichen Engpässen, sollte die Ukraine ihre Gasschulden an Moskau nicht bezahlen. Er forderte Europa auf, Kiew finanziell zu unterstützen, damit es seine Verbindlichkeiten in Höhe von 16,6 Milliarden Dollar bezahlen könne.

Dieser Schuldenberg zwinge Russland dazu, Gas an die Ukraine nur noch gegen Vorkasse zu liefern. Sollte die Ukraine diese Zahlungen nicht leisten, müsse der russische Staatskonzern Gazprom die Lieferungen „ganz oder teilweise“ einstellen, schrieb Putin in dem Brief, den der Kreml am Donnerstag veröffentlichte. Europa bezieht einen großen Teil seines Gases aus Russland, die Ukraine fungiert dabei als Transitland.

Der Westen wiederum verurteilte am Donnerstag einmal mehr die russische Annexion der Krim. Dem Land wurde am Donnerstag als Konsequenz daraus das Stimmrecht in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und das Recht auf die Teilnahme an Wahlbeobachtermissionen entzogen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen warf der Regierung in Moskau vor, falsche Informationen über eine angebliche Verfolgung von Russen in der Ukraine zu verbreiten. „Das ist nichts als Propaganda, die darauf abzielt, die ukrainische Regierung zu untergraben, die Wahrheit zu verdrehen und die Aufmerksamkeit von Russlands eigenen illegalen und illegitimen Aktionen abzulenken“, sagte Rasmussen bei einem Besuch in Prag. Das russische Außenministerium warf ihm vor, sich einer Rhetorik aus dem Kalten Krieg zu bedienen.

Die Nato beschuldigt Russland, mit seinen an der ukrainischen Grenze stationierten Truppen militärischen Druck auf die Regierung in Kiew ausüben zu wollen und möglicherweise einen Einmarsch in den Osten des Nachbarlandes zu planen, um auch diesen wie die Krim zu annektieren.

Nato-General: Russlands Armee jederzeit einsatzbereit

Ebenfalls am Donnerstag teilten hohe Nato-Militärs mit, dass rund 35.000 bis 40.000 russische Soldaten sind nach Ansicht hoher Nato-Militärs im Grenzgebiet zur Ukraine jederzeit einsatzbereit. „Dies sind beachtliche Streitkräfte von hoher Einsatzbereitschaft. Und sie sind in der Lage, sich sehr rasch zu bewegen“, sagte der britische Brigadegeneral Gary Deakin, Direktor des Zentrums für Krisenmanagement im militärischen Nato-Hauptquartier in Mons (Belgien).

Russland bezeichnete die Nato-Fotos als veraltet. „Auf den Bildern sind Einheiten des Südlichen Wehrbezirks zu sehen, die im Sommer 2013 geübt haben. Damals fanden auch im Raum der ukrainischen Grenze Manöver statt“, sagte ein Offizier des Generalstabs am Donnerstag in Moskau der Staatsagentur Ria Nowosti. Russlands stellvertretender Verteidigungsminister Anatoli Antonow wies dies als „Gruselgeschichte“ zurück.

An mehr als 100 Standorten seien Artillerie, Panzerfahrzeuge, Hubschrauber, Spezialeinheiten, Kampfflugzeuge sowie die dazugehörenden Logistikeinheiten stationiert, sagte der Nato-General. Die meisten Einheiten befänden sich in provisorischen Unterkünften, Flugzeuge und Fahrzeuge stünden im Freien. „Das sind keine Truppen, die sich immer dort befinden, wo sie gerade sind“, sagte er. Die Einheiten würden seit drei bis vier Wochen auch nicht - etwa zu Manöverzwecken - bewegt: „Es ist sehr ungewöhnlich, eine so große Truppe so lange einfach in der Landschaft stehen zu lassen.“

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  • ..warum ist es eigentlich völkerrechtlich und auch per Verfassung in den USA erlaubt, PC- und Konsolenspiele zu erzeugen und zu verbreiten, in dem die Kriegsverherrlichung und Kriegsführung gegen Russland, simuliert und erzeugt wird? Das sollten Sie sich alle mal fragen!

    Mir geht das NATO-Gelaber langsam mächtig auf den Senkel! Geht nach Hause und lasst die Russen in Frieden leben - ihr Kriegstreiber und POST-Kolonialisten und Imperalisten! Es ging solange so gut mit dem OSTEN!

  • @Harlemjump
    So ein Unsinn! Nicht Schröder hat uns das eingebrockt. Sondern unsere Freunde hinter dem großen Teich. Nämlich mit Ihrer gottverdammten Russenangst und einhergehender Expansionspolitik. Oder wenn man so will ihrem Neokolonialismus.

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