Ukraine-Krise
Poroschenko schlägt internationale Friedensmission vor

Herber Rückschlag für die Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt: Trotz vereinbarter Waffenruhe nehmen prorussische Separatisten Debalzewe ein. Präsident Poroschenko schlägt eine internationale Friedensmission vor.
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Kiew Zur Lösung der Krise im Donbass hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko eine mögliche internationale Mission im Krisengebiet vorgeschlagen. „Ich rege an, die Einladung einer Uno-Friedensmission zu diskutieren, die gemäß einem Mandat des Weltsicherheitsrats handeln wird - das für uns beste Format ist eine Polizeimission der Europäischen Union“, sagte der prowestliche Staatschef bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats am Mittwochabend in Kiew. Das Gremium habe Poroschenko für entsprechende Gespräche mit den Vereinten Nationen und der EU grünes Licht gegeben, sagte der Sekretär des Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow.

Blauhelmsoldaten wie sie sonst mit UN-Mandat weltweit vielerorts im Einsatz sind, seien nicht gemeint. Solche Vorschläge aus Moskau hatte die Regierung in Kiew bereits zuvor abgelehnt. Sie befürchtet, dass dies ein Dauerzustand werden könnte. Moskau wiederum hatte Vorbehalte gegen eine EU-Mission geäußert, weil die EU parteiisch in dem Konflikt sei.

Poroschenko sagte, er habe vergangene Woche in Minsk bereits mit Kanzlerin Angela Merkel sowie den Präsidenten von Russland und Frankreich, Wladimir Putin und François Hollande, über eine mögliche internationale Mission gesprochen. „Falls der Sicherheitsrat zustimmt, beginnen wir Gespräche“, betonte er.

Beim Abzug von rund 2500 Regierungssoldaten aus der strategisch wichtigen Stadt Debalzewe seien mindestens sechs Militärangehörige von Separatisten getötet und mehr als 100 verletzt worden, sagte Poroschenko. Er warf den prorussischen Aufständischen vor, die vereinbarte Waffenruhe von Beginn an bewusst verletzt zu haben.

Der Rückzug der ukrainischen Truppen hatte den Weg für die Umsetzung des Friedensprozesses offen gehalten. Poroschenko kritisierte Russland scharf. „Die ganze Welt hat gesehen, dass Russland seine Verpflichtungen nicht einhält“, sagte er bei einem Treffen mit Regierungssoldaten im Unruhegebiet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte Russland erneut. Zugleich warb sie aber für eine Rückkehr Moskaus zu einer Partnerschaft mit der EU.

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„Friedensordnung mit und nicht gegen Russland gestalten“

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  • @ Herr Lord DraCool

    >> Geniessen Sie unsere, westeuropäische Meinungsfreiheit >>

    Hinter Ihrer Fassade Ihnen ein ukrainischer Junta-Sprössling zu vermuten, der zufällig in den Westen gelangt ist und die Meinungsfreiheit geniesst.

    Schauen Sie mal in die Talk-Shows im Russischen TV rein....dann erkennen Sie was Meinungsfreiheit ist.

    Armseliges Propagandawürstchen.

  • Sehr witzig. Wieder die Anleitung aus Moskau "Ganz oben müssen Ihre Posten sein"? Sehr geehrte Herren Walter Gerhartz und Vittorio Queri (oder wer auch immer sich dahinter verbirgt, vielleicht ist das die gleiche Person), was sehen Sie aus dem Fenster? Welches Sobor? Welche russische Nachrichten zitieren Sie gerade? Ist egal. Geniessen Sie unsere, westeuropäische Meinungsfreiheit. In Eurem Russland gibt es das nicht. Zur Sache... Jetzt wenn die "Separatisten" schon freie Versorgungswege haben, können sie ihre Truppen umgruppieren und für eine weitere Offensive vorbereiten. Damit sie weitere ukrainische Städte "befreien" und weiter diesen Zermürbunskrieg führen können. Also, den Satz "Der Rückzug der ukrainischen Truppen hatte den Weg für die Umsetzung des Friedensprozesses offen gehalten" würde ich als eher naiv einschätzen. Die Ruhe wird maximal wenige Tage dauern, bis der Nachschub aus Russland eintrifft. Danach wird es weitere Kämpfe geben. Selbstverständlich, alles von Kiev geschuldet, wie sonnst...

  • @Vittorio Queri SEHR RICHTIG !!!!! DIE USA HETZEN NATÜRLICH DIE JUNTA AUF DIES ZU TUN !!

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