Ukraine-Krise
Putin ordnet Truppenabzug an

Neue Ankündigung aus Moskau: Nach dem Ende von Militärübungen in der Region Rostow sollen 17.600 Soldaten in die Kasernen zurückkehren. Das hat Russlands Präsident angeordnet.
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MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin will rund 17 600 Soldaten aus der Grenzregion zur Ukraine zurückziehen. Sie sollen aus Rostow - einer im Süden an die Ukraine angrenzenden Region - in ihre Heimatstützpunkte zurückkehren, teilte Putins Sprecher Dmitri Peskow russischen Medien zufolge am Samstagabend mit. In der Ostukraine kämpfen prorussische Aufständische seit April gegen ukrainische Regierungstruppen.

Der Kreml hat erklärt, dass die in Rostow stationierten russischen Soldaten an Militärübungen teilgenommen hätten. Die Ukraine und der Westen haben Russland jedoch wiederholt vorgeworfen, die prorussischen Aufständischen mit Waffen, Wissen und Kämpfern zu versorgen. Westliche Staaten hatten auch wegen der Truppenbewegungen in der Region mehrfach Sanktionen gegen Russland verhängt.

Früheren Ankündigungen Russlands, Truppen von der Grenze abziehen zu wollen, hatte die Nato entgegen gehalten, diese seien nicht ausgeführt worden. Das Militärbündnis und die USA hatten im Frühjahr gesagt, dass Russland rund 40 000 Soldaten im Grenzgebiet stationiert habe. Putin beorderte die Truppen Ende Mai in ihre Heimatstützpunkte zurück. Dies wurde von den Amerikanern und der Nato zwar bestätigt, im August erklärten sie aber, die russische Seite verstärke erneut ihre Truppen in der Region. Zudem habe das Land Soldaten und Fahrzeuge über die Grenze gelassen, um die Separatisten zu unterstützen.

Mit dem jüngsten Truppenrückzug will Putin womöglich seinen guten Willen demonstrieren, bevor er am Donnerstag nach Mailand reist. Dort ist ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Vertretern der Europäischen Union geplant. Moskau könnte auch hoffen, mit der Geste die Chancen für ein Ende schmerzhafter westlicher Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu erhöhen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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