Ukraine-Krise
Russland wirft dem Westen „Erpressung“ vor

Das jüngste Blutvergießen in der Ostukraine lässt den Ton zwischen Russland und dem Westen wieder schärfer werden. Außenminister Steinmeier schließt neue Sanktionen gegen Russland nicht mehr aus.
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Moskau/Kiew/BerlinNach der erneuten Gewalteskalation in der Ostukraine hat Russland den Westen vor möglichen neuen Sanktionen gegen Moskau gewarnt. „Eine solche Erpressung wird uns niemals dazu bringen, unsere konsequente Haltung zu ändern“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in St. Petersburg. Der Schlüssel zur Lösung der Krise liege allein in Kiew – die ukrainische Regierung müsse in einen direkten Dialog mit den Aufständischen treten, forderte Peskow.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf dem Westen vor, er missbrauche den Tod von Zivilisten in der Ukraine, um eine „antirussische Hysterie“ zu schüren und neue Sanktionen gegen Moskau auf den Weg zu bringen. „Wir sehen, wie versucht wird, den Friedensprozess zu behindern, und wie die Kiewer Führung immer wieder versucht, das Problem mit Gewalt zu lösen“, meinte der Chefdiplomat.

Die Militäraktionen der Aufständischen seien eine reine Reaktion auf vorangegangene Angriffe der Regierungstruppen. „Es wäre naiv zu erwarten, dass die Volkswehr zusieht, wie auf Befehl des ukrainischen Präsidenten ihre Städte von Artillerie und der Luftwaffe beschossen werden“, sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge.

Nach dem verheerenden Raketenbeschuss der Hafenstadt Mariupol am Samstag lieferten sich ukrainische Regierungstruppen und prorussische Aufständische erneut heftige Gefechte. Das Militär berichtete von mindestens 7 getöteten und 24 verletzten Soldaten innerhalb von 24 Stunden. Aus der ostukrainischen Separatistenhochburg Lugansk wurden zudem zwei getötete Zivilisten gemeldet. Die Separatisten drängten nach eigener Darstellung die Regierungskräfte bei dem Verkehrsknotenpunkt Debalzewo nordöstlich von Donezk zurück.

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  • "Vielleicht ist es nicht fair, aber dann sollte man es mal mit anderem Personal versuchen, zu verlieren hat man ja nichts! Vielleicht sind unsere Diplomaten inzwischen Teil des Problems, nicht deren Lösung!"

    Natürlich ist das so. Unser "Personal" ist derart atlantisch auf das unilaterale US-Weltbild "vorgepägt", dass sie eine andere Sicht auf die Welt, wie z.B. eine russische - die zurecht klaustrophobisch im Angesicht der NATO-Umkreisung wird, nicht mehr versteht.

    Sicher wird die NATO (zumindest heute) keine offene Aggression gegen Russland planen aber a) ist das machtpolitisch irrelevant, weil natürlich nie auszuchließen ist das NeoConservative Irre in der USA mal das Ruder übernehmen und b) das einseitige Einschwören der Ukraine auf US-Standards ein ausgrenzender und subtil aggressiver Akt - eine Art Mobbing- ist. Die Amis wollen halt zeigen, wer Herr im Welthaus ist und dulden keine Kompromissfindung auf gleichberechtigter Basis. Dass die deutsche Regierung dieses für jeden der will durchschaubare geostrategische Schachspiel, zu dem immer zwei gehören, nicht sehen kann oder will, ist ein gefährliches Trauerspiel und eine Provinzposse sondergleichen. Man kann nur hoffen dass die zündelnden Tölpel zur Vernunft kommen, bevor nicht nur US-gesteuerte Black Water Söldner und russische Freiwillige in Stellvertreterkriegen, sondern NATO-Verbände auf reguläre russische Truppen treffen.

  • Steinmeier muss jetzt einfach mal liefern!!!

    Auch wenn ich gleich wieder zum Bot deklariert werde. Die Reaktionen hier im Forum sind doch sehr "vorgeprägt".

    Nicht desto trotz möchte ich jetzt die Presse hier auffordern Steinmeier und sein Wirken zu Hinterfragen und Ergebnisse einzufordern!

    Vor zwei Jahren war Russland Partnerland der Berliner Sicherheitskonferenz. Gebracht hat das gar nichts, im Gegenteil, die Sch... ist beliebig übergekocht. Alle haben auf der letzten Sicherheitskonferenz ständig betont, dass dieser Konflikt nicht im jeweiligen Interesse ist. Herr Steinmeier betont dann immer wieder, dass ein Andauern und Fortführen der Gespräche absolut grundlegend ist. Das ist ja schön, aber wenn trotz der ständigen Gespräche nichts positives rauskommt, sondern immer nur das Gegenteil, eine Eskalation, dann darf man schon mal fragen, ob da die richtigen miteinander reden!!! Vielleicht ist es nicht fair, aber dann sollte man es mal mit anderem Personal versuchen, zu verlieren hat man ja nichts! Vielleicht sind unsere Diplomaten inzwischen Teil des Problems, nicht deren Lösung!

  • @ Frau Andrea Merker

    >> Der nächste Sanktionsschritt vom Westen, von den Atlantikern längst vorbereitet und eingeplant >>

    Sanktionen gegen Russland sind Sanktionen gegen Europa.

    Die Russen haben sich mental darauf eingestellt und pfeifen darauf.

    Die Ukrainer sind in einer sehr großen Zwickmühle :

    denen gehen erstens die Soldaten ( laufen zu Aufständischen über oder desertieren ) und zweitens die Munition aus ( in der Ukraine selbst wird keine Munition hergestellt, alles muß aus Russland geholt werden ).

    Die Hafenstadt Mariupol ist die wichtigste ukrainische Hafenstadt am Asovschen Meer, dient als Export- und Importumschlagplatz für Korn, Kohle, Stahl.

    Die Aufständischen werden diese Stadt einnehmen...es ist eine beschlossene Sache.

    Ukraine wird der Transportweg nach China und sonstige Welt abgeschnitten....und dieser Schurkenstaat kollabiert endgültig.

    Es ist nur noch eine Frage von paar Wochen, und die Ukraine gibt es nicht mehr.

    Die Junta wird in den Westen fliehen, aber die Russen werden die Schlächter auch dort holen...und für Ermordung der Zivilisten heranziehen.

    Die Einstellung des verlogenen Westens interessiert die Russen nicht mehr.

    Merkel hat Deutschland für eine lukrative beiderseitige Zusammenarbeit mit Russland preisgegeben.

    Die Russen bedienen sich in Zukunft aus China.

    Haben erst kürzlich Siemens und Alstom aus dem ICE-Projekt Moskau-Peking ( Volumen um 250 Mrd. $ ) rausgeschmissen und den Auftrag den Chinesen Überlassen.

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