Ukraine-Krise
Sanktionen könnten russische Wirtschaft schocken

Der Westen bereitet weitere Strafen gegen Russland vor. Die Folgen für die russische Wirtschaft sind bereits spürbar. Investoren ziehen Kapital ab, und frisches Geld fehlt. Die Weltbank warnt vor „schweren Schocks“.
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BerlinWenn die EU und die USA in Kürze wegen der Ukraine-Krise weitere Sanktionen gegen Russland beschließen sollten, dürfte dies in Moskau wieder betont als Bagatelle abgetan werden. Die bisherigen Strafen haben Kremlchef Wladimir Putin nicht wirklich wehgetan, zumindest wird das Bild vermittelt. Die Sorgen sind aber auf beiden Seiten groß.

US-Präsident Barack Obama dringt nun auf harte Sanktionen, getrieben auch von Forderungen im eigenen Land, notfalls im Alleingang voranzugehen. Die könnten gegen größere Teile der russischen Wirtschaft - etwa der Energiesektor - gerichtet sein. Die wirtschaftlich enger mit Russland verflochtenen Europäer sind noch zurückhaltender - teils gebremst durch nationale Interessen.

Die russische Regierung gibt sich zuversichtlich, die Folgen in Grenzen halten zu können. Notfalls werde die Welthandelsorganisation eingeschaltet. Trotz aller offen zur Schau gestellten Gelassenheit ist dem Kreml aber bewusst, dass die Auswirkungen der Ukraine-Krise für die ohnehin angeschlagene russische Wirtschaft spürbarer werden.

Zwar droht die Regierung in Moskau mit einer Aussperrung ausländischer Firmen - vor allem in Richtung Rohstoff-Konzerne. Der West-Ost-Konflikt macht Investoren jedoch zunehmend nervös. Diese ziehen massiv Kapital ab - fast 70 Milliarden Dollar allein im ersten Quartal sollen es gewesen sein. Und frische Milliarden wollen Geldgeber für Moskau kaum noch locker machen.

Russlands Kreditwürdigkeit sinkt, Ratingagenturen haben die Bonität des Landes auf knapp über „Ramschniveau“ gesenkt. Nicht nur einmal musste eine Anleihen-Emission mangels Investoren-Interesse und wegen zu teurer Konditionen abgesagt werden. Geschäftsleute und russische Konsumenten sind verunsichert. Selbst bei einer Entspannung drohen dem Schwellenland Russland ein weiterer Kapitalabfluss, ein deutlicher Konjunktureinbruch sowie stark steigende Preise.

Die Weltbank geht in einem „Hochrisiko-Szenario“ ihrer neuesten Prognose von „schweren Schocks“ für die russische Wirtschaft aus - mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,8 Prozent. Wegen der schwachen Landeswährung Rubel müssen sich die Verbraucher, die die Wirtschaft bisher am Laufen halten, ohnehin auf teurere Produkte einstellen. Beruhigt sich die Lage, ist aus Sicht der Weltbank in diesem Jahr zumindest ein Konjunkturplus von 1,1 Prozent möglich. Danach sieht es aber bisher nicht aus.

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