Ukraine-Krise: Schwere Kämpfe trotz Friedensgipfel

Ukraine-Krise
Schwere Kämpfe trotz Friedensgipfel

Am Mittwoch kommen Russland, Ukraine, Frankreich und Deutschland zu einem Friedensgipfel zusammen. Die Bundesregierung spricht von einem Hoffnungsschimmer. Derweil toben in der Ostukraine weiter heftige Kämpfe.
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Minsk/DonezkOhne konkrete Hinweise auf einen Durchbruch im Ukraine-Konflikt kommen am Mittwoch die Staats- und Regierungschefs von Russland, der Ukraine, Frankreich und Deutschland zu einem Friedensgipfel im benachbarten Weißrussland zusammen. Die Bundesregierung nannte das Treffen, das am Nachmittag in Minsk beginnen sollte, einen Hoffnungsschimmer. Russland zeigte sich zuversichtlicher und sprach von einer 70-Prozent-Chance, dass ein Abkommen gelingen könne. Die Vorbereitungen für den Gipfel wurden von heftigen Kämpfen zwischen Truppen der Regierung und prorussischen Separatisten in der Ostukraine begleitet. Bei einem der schwersten Angriffe der Separatisten in den neunmonatigen Kämpfen wurden 19 Soldaten getötet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier brachen in Berlin unmittelbar nach dem Staatsakt zur Beisetzung des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker nach Minsk auf. „Dass diese Reise stattfindet, bedeutet einen Hoffnungsschimmer, aber auch nicht mehr“, dämpfte Regierungssprecher Steffen Seibert die Erwartungen. „Es ist ungewiss, ob ein Ergebnis erzielt werden kann.“ Am Donnerstag werde Merkel zum informellen EU-Gipfel in Brüssel reisen. Dort wird auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erwartet, um über das Ergebnis des Gipfels zu berichten.

Das Treffen stand bis zuletzt auf der Kippe. Erst am späten Mittwochvormittag ließ Russlands Präsident Wladimir Putin seine Teilnahme verkünden. Die Beratungen mit Poroschenko, Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande sollten um 16.30 Uhr deutscher Zeit in Minsk beginnen. Angesichts der vorrückenden Rebellen wurden die Einigungsaussichten von EU-Vertretern als gering eingeschätzt. Es sei unwahrscheinlich, dass die Separatisten bereit seien, ihren Vormarsch zu stoppen und sich auf frühere Stellungen zurückzuziehen.

Bei einem Angriff der Separatisten auf den ostukrainischen Eisenbahn-Knotenpunkt Debalzewe wurden am Mittwoch nach Armeenangaben 19 Soldaten getötet. In der von den Separatisten gehaltenen Industriestadt Donezk kam mindestens ein Mensch ums Leben, als eine Granate in einer Bushaltestelle einschlug. Der Befehlshaber der US-Armee in Europa, Ben Hodges, warf dem russischen Militär vor, direkt um die Kämpfen um Debalzewe einzugreifen. Dies sei wegen „der Menge der eingesetzten Munition und der Art der Ausrüstung sehr offensichtlich“, erklärte Hodges auf einem Nato-Stützpunkt in Szczecin.

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Poroschenko droht mit Kriegsrecht

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  • Die Ukraine hat 78 Prozent Ukrainer, 17 Prozent Russen und weitere 130 Nationalitäten. Davon sprechen 80 Prozent ukrainisch und 75 Prozent russisch.
    Was sind nun aber "prorussische Separatisten"? Sind das etwa prorussische ukrainische Russen oder russische nicht Proukrainer? Sollte man nicht korrekter von ukrainischen Russenseparatisten sprechen und schreiben? Sind die Prorussen überhaupt Russen? Unter den Separatisten sind auch Weißrussen, Armenier, auch Kosaken und viele weitere der 130 Nationalitäten aus Russland? Kämpfen aufseiten der Ukraine auch Letten, Esten, Weißrussen, Litauer, Polen u. a.? Kommen da auch Nationalitäten der Ukraine hinzu? Mit welchen Waffen kämpft die ukrainische Armee.? Bis vor 12 Monaten war die ukrainische Armee ausschließlich mit russischen Waffen bzw. mit eigenen Rüstungsgütern ausgestattet, die mit Russland gemeinsam produziert wurden. Waffen anderer Staate, auch aus der Nato, waren und sind nicht im Einsatz. Wie unterscheidet man russische Panzer usw. von ukrainischen Panzern russischer Herkunft? Dito Flugzeuge, dito Schiffe, dito, dito, dito.
    Welcher Leser kann sich bei diesem Durcheinander ein richtiges Bild machen? Sollen die Leser das überhaupt? Könnten Medien daran etwas ändern, wenn auch Politiker diese Durcheinander pflegen?

  • Hieß es nicht noch gestern das die Ukraine zusammen mit dem Assowbatalion eine Offensive bei Donezk gestartet hat mit dem Ziel, die Rebellen soweit zurückzdrängen, so dass sie die Stadt nicht mehr mit schweren Waffen beschießen können? Daraus wurde einer der schwersten Angriffe der Separatisten? Wohl er eine gute Verteidigungsleistung!

  • Diesen kriegsgeilen Putschistenpräsidenten in Brüssel zu hofieren sagt eigentlich alles.

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