Ukraine-Krise
Separatisten lassen gefangene OSZE-Beobachter frei

Bis Montag sollen die prorussischen Kräfte ihre Waffen niederlegen. Die Konfliktparteien rüsten sich zwar für ein Ende der Feuerpause, Die Separatisten setzen aber ein Zeichen: Die letzten OSZE-Beobachter sind frei.
  • 0

Baku/Donezk/Kiew/Moskau/KielNach rund einem Monat Gefangenschaft haben die prorussischen Kämpfer im Osten der Ukraine das zweite OSZE-Beobachterteam freigelassen. Wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Samstag mitteilte, kamen die vier Mitarbeiter eines Teams in Donezk nach 32 Tagen Geiselhaft wieder frei. In der Nacht zu Freitag hatten prorussische Separatisten bereits vier andere OSZE-Beobachter auf freien Fuß gesetzt. Diese seien in der Nacht zum Freitag in einem Hotel in Donezk angekommen, sagte der „Regierungschef“ der von den Separatisten ausgerufenen „Republik Donezk“, Alexander Borodai.

Die OSZE hat die Verlängerung der Waffenruhe für die Ostukraine begrüßt und zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sei weiterhin bereit, in der Ukraine alles für eine friedliche Lösung des Konflikts zu tun, sagte der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter am Samstag in Baku als OSZE-Vorsitzender.

Die Organisation ist aktuell noch mit 25 Beobachtern in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik vertreten. Die OSZE halte in der Ostukraine auch Kontakt zu den prorussischen Separatisten, um sich ein vollständiges Bild von der Lage zu machen, sagte Burkhalter.

In der aserbaidschanischen Hauptstadt rief der russische Parlamentschef Sergej Naryschkin zur Unterstützung der Friedensinitiative des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko auf, wie die Agentur Interfax meldete. In Baku tagte die Parlamentarische Versammlung der OSZE.

Ungeachtet einer bis Montag verlängerten Feuerpause gab es neue Berichte über Gewalt in den Gebieten Donezk und Lugansk. Die Konfliktseiten warfen sich gegenseitig den Bruch der Waffenruhe vor. Regierungstruppen meldeten den Tod eines Soldaten bei Gefechten nahe der Stadt Slawjansk. In der Region Lugansk gab es nach Darstellung von Separatisten Tote und Verletzte, als Regierungstruppen den Ort Krasnopartisansk angegriffen hätten.

Kommentare zu " Ukraine-Krise: Separatisten lassen gefangene OSZE-Beobachter frei"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%