Ukraine

Putin hält demonstratives Treffen auf der Krim ab

Noch immer erhitzt der Streit um die Krim die Gemüter. Der russische Präsident Putin reist demonstrativ auf die Halbinsel und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ukraine. Der Westen beobachtet die Entwicklung mit Sorge.
Update: 19.08.2016 - 18:51 Uhr
Der Streit um die 2014 von Russland einverleibte Krim war am 10. August neu entbrannt. Russland warf der Ukraine Sabotage und Terrorismus vor. Quelle: dpa
Wladimir Putin

Der Streit um die 2014 von Russland einverleibte Krim war am 10. August neu entbrannt. Russland warf der Ukraine Sabotage und Terrorismus vor.

(Foto: dpa)

SewastopolIm Streit um angebliche Sabotage-Versuche der Ukraine auf der von Russland annektierten Krim schlägt Präsident Wladimir Putin schärfere Töne an. „Nach allen Erkenntnisse haben sich unsere Partner in Kiew für eine Eskalation der Lage entschieden“, sagte Putin am Freitag bei einem Besuch auf der Halbinsel. „Ich hoffe, dass dies keine endgültige Entscheidung ist... und dass sich die Vernunft durchsetzen wird.“

Bei einem demonstrativen Besuch auf der Schwarzmeerhalbinsel beschuldigte er zudem die prowestliche ukrainische Führung, davon abzulenken, dass sie den Minsker Friedensplan für das Kriegsgebiet Donbass nicht einhalten könne oder wolle. „Und sie kann dem eigenen Volk die Irrtümer ihrer Politik nicht erklären“, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge.

Der Streit um die 2014 von Russland einverleibte Krim war am 10. August neu entbrannt. Russland warf der Ukraine Sabotage und Terrorismus vor. Die Ukraine versetzte ihre Armee in erhöhte Bereitschaft. Putin drohte mit Gegenmaßnahmen. Der Westen beobachtet die Entwicklungen mit Sorge.

Putin hielt auf der Krim eine Sitzung mit seinem nationalen Sicherheitsrat ab. Dabei sollte es auch um eine Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen für die Bewohner der Halbinsel gehen. „Wir planen nicht, die Beziehungen zur Ukraine einzustellen“, betonte Putin. Zugleich kündigte er an, dass sich der bisherige Bildungsminister Dmitri Liwanow künftig um die Handelsbeziehungen zur Ukraine kümmern soll.

Putin spielt, Putin trifft, alle jubeln
Tradition verpflichtet
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Bei der alljährlichen Gala der „Night Ice Hockey League“ wagte sich der russische Präsident auch 2017 wieder auf das Eis in Sotschi. Dabei machte er eine durchaus athletische Figur.

Erfolgreiches Team
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Zusammen mit anderen russischen Politikern und Sportlern spielte Putin in einem Team – und das recht erfolgreich.

Höchste Konzentration
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Sieben Mal beförderte der Präsident den Puck in das Tor der Gegner. In diesem Moment steht er noch senkrecht auf dem Eis...

Auf dem Boden der Tatsachen
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... doch Sekunden später liegt der Präsident am Boden. Ernsthaft verletzt hat sich Putin dabei aber nicht.

Auf Erfolgskurs
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Schon kurze Zeit später trifft Putin erneut ins Tor der Gegner. Traditionell läuft der Präsident bei den Eishockey-Spielen mit Trikotnummer 11 auf.

Lieblingssport
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Bereits 2014 stand der mittlerweile 64-jährige Staatschef für die „Night Ice Hockey Liga“ auf dem Platz. Eishockey zählt zu den Lieblingssportarten des Präsidenten.

Das Allstar-Team
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Auch dem Show-Spiel, das parallel zur Eishockey-Weltmeisterschaft stattfand, landete Putin einige Treffer für sein Team.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Vortag die Ausrufung des Kriegszustands und eine neue Mobilmachung für den Fall einer befürchteten russischen Invasion nicht ausgeschlossen. Die Moskauer Sabotage-Vorwürfe bezeichnete er als „Fantasien“.

Im ostukrainischen Kriegsgebiet verschärfte sich die Lage nach Einschätzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Im Gebiet Luhansk habe sich die Zahl der Verstöße gegen eine Waffenruhe in der vergangenen Woche verdoppelt, sagte der Vizechef der OSZE-Mission, Alexander Hug, in Kiew. Auch im benachbarten Gebiet Donezk werde weiter gekämpft. Dabei seien in den vergangenen Tagen drei Zivilisten getötet worden.

Im Donbass kämpfen seit mehr als zwei Jahren ukrainische Regierungstruppen gegen prorussische Aufständische. Ein Friedensplan für die Ostukraine steckt in einer Sackgasse. Die Militärführung in Kiew berichtete von zwei getöteten Soldaten bei Gefechten innerhalb von 24 Stunden. Seit Januar sind auf Regierungsseite im Kampf gegen die moskautreuen Separatisten fast 1000 Soldaten getötet oder verletzt worden.

  • dpa
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