Ukraine

Timoschenko will Präsidentin werden

Julia Timoschenko will bei der Präsidentschaftswahl anzutreten. Mit harscher Kritik reagiert Bundestagspräsident Norbert Lammert auf diese Pläne. Der IWF hat der Ukraine Hilfszahlungen in Milliardenhöhe zugesagt.
Update: 27.03.2014 - 15:54 Uhr 11 Kommentare
Julia Timoschenko: „Ich plane, für den Posten des ukrainischen Präsidenten zu kandidieren“. Quelle: dpa

Julia Timoschenko: „Ich plane, für den Posten des ukrainischen Präsidenten zu kandidieren“.

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WashingtonDie ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko will Staatschefin werden. „Ich plane, für den Posten des ukrainischen Präsidenten zu kandidieren“, sagte die Politikerin am Donnerstag vor Journalisten in Kiew. Sie wolle sich am 29. März auf einem Kongress ihrer Vaterlandspartei (Batkiwschtschina) von den Delegierten bestätigen lassen, sagte Timoschenko. Die Wahl ist für den 25. Mai angesetzt.

Bislang hatte sich die 53-Jährige nicht selbst zu einer Bewerbung geäußert. In Umfragen liegt sie gleichauf mit Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko auf Rang zwei, aber abgeschlagen hinter dem Milliardär Pjotr Poroschenko. 2010 hatte Timoschenko die Stichwahl um das Präsidentenamt gegen ihren mittlerweile gestürzten Erzrivalen Viktor Janukowitsch verloren.

Mit deutlicher Kritik hat Norbert Lammert auf die Comeback-Plänen von Timoschenko reagiert. „Die Äußerungen von Frau Timoschenko sind indiskutabel", sagte der Bundestagspräsident laut Spiegel Online. „Die Äußerungen von Frau Timoschenko sind indiskutabel“, sagte Lammert.

„Sie bestätigen die Vermutung, dass sie für die politische Führung der Ukraine ebenso wenig geeignet ist wie der aus dem Präsidentenamt getriebene Wiktor Janukowitsch“, fügte der Parlamentspräsident hinzu.

Hintergrund der Kritik ist ein Telefonmitschnitt, in dem Timoschenko Todesdrohungen gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin ausstößt. Lammert stellt Timoschenkos Kandidatur nun offen in Frage. Ihre Äußerungen seien vor allem „mit Blick auf die notwendige innere Befriedung des Landes als auch mit Blick auf die Reputation und Akzeptanz, die für die Vertretung des Landes nach außen und gerade im Verhältnis zu Russland erforderlich ist" problematisch, so Lammert weiter.

Zuvor hatte der Internationale Währungsfonds der Ukraine einen Milliarden-Kredit bereitgestellt und so den Weg für weitere Hilfen des Westens freigemacht. Zwischen 14 und 18 Milliarden Dollar könnten abgerufen werden, teilte der IWF am Donnerstag in Kiew mit.

Mit den von EU, Japan und USA in Aussicht gestellten Geldern kann sich die Unterstützung in den nächsten beiden Jahren auf bis zu 27 Milliarden Dollar summieren. „Die Ukraine steht am Rande des wirtschaftlichen und finanziellen Bankrotts“, begründete der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk die Bitte um Finanzhilfen. Ohne IWF-Kredit würde die durch den Konflikt mit Russland gebeutelte Wirtschaft um bis zu zehn Prozent schrumpfen.

Auflagen für die IWF-Kredite sind unter anderem flexible Wechselkurse, eine inflationsorientierte Geldpolitik und Sparvorgaben. Die Vereinbarung zwischen dem IWF und der Ukraine soll im April vom Direktorium des Fonds genehmigt werden.

Die genaue Summe soll festgelegt werden, wenn die übrigen internationalen Hilfen klar sind. Von dem Abkommen mit dem IWF hatte die Europäische Union (EU) ihren Beitrag zu einem Hilfspaket abhängig gemacht. Die EU hat rund elf Milliarden Euro von 2014 bis 2020 angeboten. Ein EU-Kommissionssprecher stellte klar, dass europäische Hilfen erst ausgezahlt würden, wenn das IWF-Direktorium das Paket genehmigt habe.

Mit dem Finanzhilfen sollen wirtschaftliche Reformen in der Ukraine vorangetrieben werden. Ein Hauptaugenmerk gelte dem Energieriesen Naftogaz, teilte der IWF mit. Hier müsse es mehr Transparenz und Umstrukturierungen geben, um die Kosten zu drücken.

Das Unternehmen importiert Erdgas vom russischen Staatskonzern Gazprom. Der Naftogaz-Chef war vergangene Woche wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden. „Nach den immensen wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen der vergangenen Monate hat die Ukraine wieder eine gewisse Stabilität erreicht“, erklärte der IWF. Das Land stehe aber weiter vor gewaltigen Herausforderungen.

Deutschland will auch praktische Hilfen leisten.
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11 Kommentare zu "Ukraine: Timoschenko will Präsidentin werden"

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  • ... und gewinnen!

    [an der Seite Russlands, versteht sich]

    lol

  • mit Timoschenko wird die Nato in einen Krieg hineingezogen

  • "Tymoschenko find ich einfach klasse! Will Putin ne Kugel durch die Birne jagen! Herrlich! Endlich jemand mit Eier!"

    Naja im sicheren Deustchland ists wahrlich keine Kunst große Sprüche zu klopfen.

  • Hier einpaar Gründe, warum der Blondzopf die richtige Wahl für den Präsidentenposten wäre: als verurteilte Betrügerin verfügt sie über die notwendige krimminelle Energie, von den Financiers des Putsches wurde sie gesund gepflegt (verkraftet körperlich noch so einige Legislaturperioden), verfügt über eine gesunde Grundaggressivität ggü. ihren östlichen Nachbarn (nimmt auch gerne mal selbst eine Kalaschnikow oder A-Bombe in die Hand), sich dem Gemeinwohl aller Nationalisten verschriebene Koalitionspartner(https://www.facebook.com/photo.php?fbid=814578661905398&set=gm.10152320959326942&type=1)und last but not least luxeriösere Privatgemächer als Janukowitsch (eine wichtige Basis für künftige win-win Geschäfte mit männlichen Staatsgästen).:-)

  • Jetzt bin ich aber mal gespannt auf Merkels Reaktion. gestern mimte sie noch die Empörte über Timoschenkos Telefonat. Immerhin ist die Gasprinzessin ja ihre Freundin und wurde von Merkel nach Deutschland eingeladen, um sich hier behandeln zu lassen.

  • Tymoschenko find ich einfach klasse! Will Putin ne Kugel durch die Birne jagen! Herrlich! Endlich jemand mit Eier! Alice Schwarzer, Schwesig, Wagenknecht..., alles nur Emanzen-Maulhelden. Warum haben wir in Deutschland nicht solche Weiber? Mal sehen, ob sich wenigstens die von-der-Leyen mal ne Scheibe davon abschneidet...

    Auf der anderen Seite verstehe ich allerdings auch die Haltung von Schroeder, Schmidt, Schwarzer usw., die sich für eine Aufteilung der Ukraine stark machen. Aufteilung zw Russland und Deutschland, wie seinerzeit mit Polen... Na klar, das macht Sinn. Lebensraum usw... War damals richtig und kann dann heute nicht falsch sein. Da hat der Alt-Kanzler Schmidt recht, das muss man ihm lassen...

    S'gibt hier im Forum aber auch immer wieder Leute, die was von Nato-Kriegstreibern usw. faseln. Na, die sollten sich mal vorstellen, was Reagan wohl die letzten Wochen getan hätte. Der hätte innerhalb einer Woche vor der Krim ca. 20 Flugzeugträger und 50 Atomwaffen bestückte U-Boote liegen, im Luftraum über der Ukraine wären dauerhaft 500 Kampfjets im Einsatz, und über dem Kreml wäre der eine oder andere Tarnkappen-Bomber im Tiefflug weggedonnert, dass es Putin von der Schüssel reißt! Dann könnte sich Klein-Wladimir überlegen, wie weit er seine Möchte-gern-Großmacht-Spielchen noch treiben will...

    So, nun aber politisch korrekt: Wer wie ich ein von Brüssel zentralistisch geführtes, sozialistisches Europa befürwortet (mit konsequenter Umverteilungspolitik inkl. Schuldenübernahmen, Euro-Bonds, Banken-Union, Vereinheitlichungen und staatlicher Regulierungen wo es nur geht usw.), der ist natürlich mit den Russen um Ausgleich bemüht. Denn ein Anschluss an Mütterchen Russland ist Vision, Hoffnung und sozialistisches Endziel. Ich persönlich bin so froh, dass in den HB-Foren darüber überwiegend Einigkeit herrscht.

  • Besser noch: Zurück in den Knast.

  • Die Frau gehört in die Psychatrie und nicht in ein Präsidentenamt!

  • Na dann, kann Sie ja gleich gegen Russland und Putin in den Krieg ziehen.
    Timoschenko ist eine Kriegstreiberin und gehört einer Mafiastruktur an.

  • Nach den letzten Berichten diese Woche erscheint mir die jetzige Regierung in der Ukraine wenig vertrauenswürdig. Deutschland sollte auf Sicherheiten bestehen, wie z.B. Landflächen, die als Ackerland geeignet sind.

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