Ukraine
Trügerische Ruhe

Die pro-russischen Separatisten in der Ukraine scheren sich nicht um die Friedens-Verträge von Minsk. Denn sie wollen die gesamte Ost-Ukraine erobern. Die Rebellen haben auch schon einen Plan.
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KiewAm Wochenende keimte Hoffnung, dass mit der Vereinbarung von Minsk vielleicht doch ein Frieden in der Ost-Ukraine machbar sei. Am Sonntag schwiegen in den meisten Teilen des seit Monaten umkämpften Donbass die Waffen, doch die Ruhe war trügerisch. Die pro-russischen Separatisten scheren sich nicht um die Verträge von Minsk, wollen sie doch die gesamte Ost-Ukraine erobern.

Bereits während der Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, an denen auch die Vertreter der so genannten OSZE-Kontaktgruppe teilnahmen, wurde überdeutlich, dass die Repräsentanten der selbsternannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk wenig bis kein Interesse an einer friedlichen Lösung der Ukraine-Frage haben.

Vor allem der Chef der Donezker, Alexander Sachartschenko, führte sich während der Verhandlungen in einer Weise auf, wie es internationale Spitzenpolitiker dieser Tage von griechischen Regierungsmitgliedern gewohnt sind.

Der ukrainische Ex-Präsident Leonid Kutschma, der bei allen Minsker Verhandlungen, die es seit dem Spätsommer 2014 gegeben hat, mit am Tisch saß, plauderte am Wochenende im ukrainischen Fernsehen aus dem Nähkästchen. Offenbar gibt es eine klare Rollenverteilung zwischen Sachartschenko und Igor Plotnizki, dem Chef aus Lugansk.

Während Sachartschenko oft aufbrausend reagiert und vor allem die großen russischen Nachrichtenagenturen mit frischen Informationen und Parolen versorgt, übernimmt Plotznizki den Teil des ruhigeren Partners. „Beide sind allerdings auf einer Linie, sie kommen mit festen Erwartungen in die Gespräche und sind bisher selten dazu bereit gewesen, diese vorgefestigten Positionen zu verlassen“, sagt Kutschma.

Kommentare zu " Ukraine: Trügerische Ruhe"

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  • Wir haben keine Regierung mehr, die für die Interessen Deutschlands eintritt, das wird immer klarer! - Weder in der Euro-Finanzpolitik, noch in der Außenpolitik stehen sie für das Wohl des deutschen Volkes. Diese Regierung will auch keinen Frieden mit den Völkern, davon ist jetzt auszgehen. Tatsächlich war das Minsker Abkommen nur eine Show, die das Interesse an Frieden – vortäuschen- sollte. - WIR haben niemanden mehr...nun müssen wir die TÄTER ausschalten !!!!

  • Die Falken in Washington haben endlich bekommen, was sie von Anfang an wollten....den neuen kalten Krieg! - Merkel war ein williges Werkzeug, damit fällt sie der 89er Revolution offen in den Rücken und hat auch bei Ihre FRIEDENSMISSION IN MINSK EINE FALSCHES SPIEL GETRIEBEN !!!!! - Wann löst sich die EU endlich aus der USA Imperialistischen Umklammerung!! Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass die Menschen in Europa den Krieg austragen wollen den die gesteuerte USA Administration zum Erhalt ihrer Weltvormachtstellung hier nicht nur provozieren sondern auch finanzieren. - Politiker die somit gegen den Willen der Menschen in ihrer Bevölkerung handeln sind somit schnellstens aus Ihren Ämtern zu entfernen! Ich gebe zu ich habe das nicht für alle Statten Europas nachgeprüft, aber für Deutschland und Österreich gilt das ein Eid auf die Verfassung bzw. das Grundgesetz zu leisten ist, und im Sinne des Volkes Entscheidungen zu treffen sind. - Wie wir mittlerweile alle Wissen ist Krieg keine Option die wir Menschen freiwillig wählen, es sei denn wir werden indoktriniert!!!!

  • (...) Angela Merkel sieht Russland nicht mehr als „herausgehobenen Partner“ und will eine neue Militär-Doktrin entwickeln. Die neue Doktrin ist die Folge der geltenden US-Militär-Doktrin: Die Amerikaner sehen in der „Annexion“ der Krim durch Russland die Grundlage für militärische Maßnahmen gegen Moskau. Für die Bundeswehr bietet die neue Doktrin die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Nato-Aktionen ein neues Feindbild zu entwickeln. - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erstellt im Auftrag der Bundesregierung eine neue Militär-Doktrin. Sie sogenannte „Sicherheitsstrategie“ soll das Verhältnis zu Russland grundlegend neu definieren. Russlands Vorgehen in der Ukraine verändere die Sicherheitsarchitektur in Europa grundlegend, sagte die Ministerin am Dienstag in Berlin bei der Auftakt-Veranstaltung zur Erstellung eines neuen Weißbuchs der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik. Deutschland müsse eine angemessene Antwort auf die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin finden und dürfe sich dabei keinen Illusionen hingeben: „Die neue Politik des Kreml hat schon lange vor der Ukraine-Krise begonnen und wird uns noch sehr, sehr lange beschäftigen“, sagte von der Leyen. - Mit der neuen Doktrin kehrt Deutschland der in den vergangenen Jahren begonnen Annäherung an Russland den Rücken: Im zuletzt erschienenen Weißbuch von 2006 war Russland noch als „herausgehobener Partner” bezeichnet worden, mit dem eine engere Kooperation sowohl in der Europäischen Union (EU) als auch in der Nato angestrebt werde. Doch beim Nato-Gipfel im September in Wales drehte sich der Wind – und die Nato diskutiert darüber, ob Russland eher als Gegner oder gar als Feind zu betrachten sei.

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