Ukraine
Ukraine stürzt in Regierungskrise

Die prowestliche ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko hat ihre hauchdünne Mehrheit im Parlament verloren. Zwei Abgeordnete der Koalition legten ihre Mandate nieder. Außerdem wurden Gerüchte um eine mögliche Entlassung der Regierung Timoschenko am Freitag neu angefacht.

HB MOSKAU/UKRAINE. Den Zusammenbruch der ohnehin schon schwachen Regierungskoalition meldete die Agentur Interfax. Bisher hatten die sogenannten orangenen Kräfte von Timoschenko und Präsident Viktor Juschtschenko eine hauchdünne Mehrheit von nur 227 der 450 Mandate. Der Politiker Igor Rybakow vom Block Julia Timoschenko begründete seinen Rücktritt mit andauernden Korruptionsskandalen in der Ukraine, deren Spuren bis in die Regierung führten.

Die frühere Sowjetrepublik kommt seit der Orangenen Revolution von 2004 politisch nicht zur Ruhe. Die Parteien stritten am Freitag in Kiew über mögliche Folgen des Austritts der Abgeordneten. Beobachter halten es für möglich, dass die parlamentarische Opposition des früheren Regierungschefs Viktor Janukowitsch mit dem Lager von Juschtschenko eine große Koalition eingeht.

Außerdem wurden Gerüchte um eine mögliche Entlassung der Regierung Timoschenko am Freitag neu angefacht. Medien berichten seit Monaten über interne Machtkämpfe zwischen Juschtschenko und Timoschenko. Der Präsident betonte bei einem Besuch in Russland am Freitag, dass der Austritt der Abgeordneten kein Grund für die Auflösung der Obersten Rada sei. Das Parlament sei weiter arbeitsfähig.

Timoschenkos Block hatte bereits bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eine politische Niederlage einstecken müssen.

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