Ukraine und Russland
„Wenn es Geld gibt, gibt es Gas“

Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland geht weiter: Für den Abend sind neue Verhandlungen angesetzt. Der ukrainische Präsident hat indes Hoffnung auf eine Lösung des Gasstreits geäußert.
  • 8

BrüsselPoker in Brüssel: Nach stundenlangen Verhandlungen im Gasstreit haben sich die Ukraine und Russland auf den Donnerstagabend vertagt. Kiew habe bislang keine schriftlichen Garantien für eine von Moskau geforderte Vorauszahlung für Gaslieferungen vorgelegt, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak russischen Agenturen zufolge am Donnerstagmorgen.

Der Chef des Staatskonzerns Gazprom, Alexej Miller, nahm die vermittelnde Europäische Union in die Verantwortung: Die EU-Kommission und die Ukraine müssten sich in bilateralen Gesprächen über Garantien aus Brüssel einigen.

„Uns wurde erklärt, dass die Ukraine Mittel zur Vorauszahlung eines Gasvolumens von vier Milliarden Kubikmetern sucht“, sagte Nowak. „Wenn es Geld gibt, gibt es Gas“, erklärte der Minister. Gazprom-Chef Miller machte deutlich, es werde kein weiteres Treffen und keine Unterschrift geben, wenn sich die EU-Kommission und die Ukraine nicht über eine Garantie einig würden.

Strittig war zuletzt, wie die Ukraine die Summe von rund 1,6 Milliarden Dollar aufbringen soll, die Russland bis zum Jahresende für Lieferungen verlangt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der im Streit vermittelt, hatte sich zu Beginn der Gespräche am Mittwoch optimistisch gezeigt und von einem „hoffentlich letzten Dreiergespräch“ gesprochen. Der Druck auf Oettinger nimmt damit zu.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat in einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel unterdessen Hoffnung auf eine Lösung des Gasstreits mit Russland geäußert. Beide Politiker hätten die Wichtigkeit einer verlässlichen Gaslieferung in die Ukraine während des Winters betont, teilte das Präsidialamt in Kiew am Donnerstag mit. Vertreter der Ukraine und Russlands wollten noch am Abend unter Vermittlung der EU in Brüssel weiter im Gaskonflikt verhandeln. Moskau will das Nachbarland wieder mit Energie beliefern, wenn Kiew einen Teil der Milliardenschulden für russisches Gas bezahlt.

Merkel und Poroschenko hätten zudem die für diesen Sonntag (2. November) geplanten „Pseudowahlen“ in den von prorussischen Separatisten kontrollierten ostukrainischen Gebieten verurteilt. Die Abstimmung verstoße gegen das am 5. September im weißrussischen Minsk unterzeichnete Waffenstillstandsprotokoll, hieß es.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ukraine und Russland: „Wenn es Geld gibt, gibt es Gas“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ..
    GAZPROM - UKRAINE
    .................
    die ukraine schuldet GAZPROM außerdem noch 3.4 mrd. €
    für die Gaslieferungen der letzten drei jahre. deshalb
    hat GAZPROM die Lieferungen ab Juni 2014 eingestellt
    bzw. auf Vorkasse umgestellt.
    ..
    das land ist nicht nur insolvent, sondern auch nicht
    vertragstreu.!!
    ..
    Demokratie sollte anders beginnen - nicht mit lug und
    betrug.!!
    ..
    jetzt sollen die eu-Staaten die schulden der ukraine
    vorfinanzieren.
    ..
    die russen dagegen haben jahrelang das land mit gas
    ohne gegenleistung versorgt und werden jetzt sowohl
    von der ukraine und der eu verteufelt..




  • Die Großschnauzen der EU haben sich mal wieder völlig verrannt. Ob unter Anweisung der USA sei mal dahin gestellt. Jetzt, wo es wieder mal an`s zahlen geht, wachen diese Traumtänzer auf und wollen "vernünftig" mit den Russen konferieren. Die Russen müßten ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie sich nochmals bequatschen lassen. Sie machen es richtig, wie unter vernünftigen Kaufleuten üblich, daß erst die Schulden bezahlt werden müssen und danach unter Vorauskasse neue Lieferungen möglich sind. Die Ukrainer Führung ist nur noch wahnsinnig und die EU hilft ihnen kräftig dabei, in ihrem Wahn, die ganze Welt in die EU zu holen und damit Frieden und Wohlstand für alle zu schaffen. Nur noch Irrsinn, wohin man auch blickt.

  • Es sind bloss 5 Milliarden, Peanuts.

    Und Putin reibt sich schon die Hände weil er sonst das Geld von der Pleiteukraine nie wieder gesehen hätte. Aber da gibt es noch die dämliche EU die gerne doch bezahlt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%