Ukraines Ex-Präsident
Janukowitsch sieht Abspaltung der Krim als „Tragödie“

Wäre er noch Präsident der Ukraine, hätte Russland die Krim nicht annektiert, davon ist Viktor Janukowitsch überzeugt. Er hoffe, dass die Halbinsel wieder zur Ukraine komme, und bietet an, deswegen mit Putin zu sprechen.
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Rostow-am-DonDer frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat die Abspaltung der Halbinsel Krim als „Tragödie“ bezeichnet. Unter seiner Führung wäre die Annexion der Region durch Russland nicht geschehen, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP und dem russischen Fernsehsender NTV. Derweil versprachen die USA und die EU der Ukraine Hilfe bei der Energieversorgung, nachdem der russische Konzern Gazprom am Vortag die Gaspreise für das Land erhöht hatte.

„Die Krim ist eine Tragödie“, sagte Janukowitsch im Interview. Er hoffe, dass die Halbinsel eines Tages wieder zur Ukraine komme, und dass er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin darüber sprechen könne. Die Krim hatte sich nach einem eilig anberaumten Referendum Mitte März Russland angeschlossen. Der Westen erkennt dies jedoch nicht an.

Es müsse ein Weg gefunden werden, dass die Krim unter allen Umständen an die Ukraine zurückgegeben werde und die Region zugleich maximale Autonomie habe, erklärte Janukowitsch. Er habe bereits eine „ruhige“, aber „schwierige“ Unterhaltung mit Putin geführt, sagte er.

Ende Februar hatte sich Janukowitsch nach monatelangen Protesten aus Kiew nach Russland abgesetzt. Danach übernahm eine neue Führung die Macht in der Ukraine und rief Wahlen für den 25. Mai aus. Russland bezeichnet den Machtwechsel als illegal. Janukowitsch sieht sich immer noch als rechtmäßiger Präsident der Ukraine, und Russland unterstützt ihn dabei. Zugleich hat Putin aber klar gemacht, dass er keine politische Zukunft für Janukowitsch sieht.

Auf die Massenproteste im Winter angesprochen, bei denen in der Endphase rund 80 Menschen getötet worden waren, sagte Janukowitsch, er habe keinen Befehl zum Schießen auf die Demonstranten gegeben. Die neue ukrainische Regierung hat Janukowitsch in Zusammenhang mit den Todesfällen angeklagt.

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Gazprom droht mit Nachzahlungen in Milliardenhöhe

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  • Bei der Europawahl am 25.5.2014 bleibt einem nichts anderes übrig, als AfD zu wählen, die es u.a. ablehnt, daß die Ukraine und andere Oststaaten(Georgien), der EU und der Nato beitreten. Die Befürworter einer Mitgliedschaft der Ukraine und der anderen Oststaaten in der EU und Nato sollten sich auch einmal mit der Neuen Weltordnung und Herrn Zbigniew Brzezinski befassen, der vor ein paar Wochen bei der Münchner Sicherheitskonferenz dem Panel zum Thema Ukraine-Krise angehörte.Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sich die Nato-Militärführer zur Selbstbestätigung nach einem heißen Krieg mit Rußland sehnen. Damit können sie auch dem üblen Machtstreben der Machtpolitiker ein Ende setzen.Diesen heißen Krieg werden sie wohl auch nicht überleben.

  • Wieso darf Russland die Öl- und Gasversorgung nicht als politisches Instrument nutzten? Die westliche Politik macht das gleiche mit den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland. Sowohl das eine als auch das andere sind wunde Stellen.
    Man darf also andere willkürlich beschneiden, aber wenn man selbst beschnitten wird, macht sich Empörung breit.

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