Ukrainische Finanzministerin Jaresko
„Wir sind kein bankrottes Land“

Die ukrainische Finanzministerin Natalia Jaresko widerspricht Gerüchten, wonach ihr Land kurz vor dem Bankrott stehe. Allerdings räumt sie ein, dass die Ukraine weiterhin Kredite in Milliardenhöhe benötigt.
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Berlin/RigaDie ukrainische Finanzministerin Natalia Jaresko sieht ihr Land nicht vor der Pleite. „Wir erleben eine heftige Finanzkrise und stecken in sehr schweren Zeiten. Aber wir sind kein bankrottes Land“, sagte sie dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Zu Berichten, dass die Ukraine dieses Jahr Kredite über 15 Milliarden Dollar benötigt, äußerte sich die Ministerin mit ukrainischem und US-amerikanischem Pass ausweichend: „Wir brauchen ganz sicher neue Hilfen unserer Partner, Kredite und keine Geschenke. Und wir diskutieren den Umfang gerade mit dem IWF“, sagte Jaresko. Die genannten 15 Milliarden Dollar seien nur eine Schätzung.

Im Gegenzug für Hilfen der Kreditgeber verspricht die Finanzministerin „ein sehr ambitioniertes Reformprogramm“ und eine „enorme Deregulierungswelle“. So will die Regierung in Kiew unter anderem Lohnnebenkosten senken, um Firmen aus der Schattenwirtschaft zu holen, und den Staatskonzern Naftogaz aufspalten. Hier seien auch internationale Investoren gefragt. Den Krieg im Osten ihres Landes nannte Jaresko „sehr schmerzhaft“: Aber die Ukrainer seien bereit, „den Preis dafür zu zahlen, dass sie nach europäischen Regeln leben und Teil Europas werden wollen“.

Die EU-Kommission will der pleitebedrohten Ukraine weitere 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. „Die Ukraine braucht die Solidarität der anderen Europäer“, begründete EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Entscheidung am Donnerstag. Die EU zeige damit, dass die Solidaritätsbekundungen nicht nur leere Worte seien.

Die Ukraine steht wegen des Bürgerkriegs zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten des Landes am Rande eines Staatsbankrotts. Dort haben Rebellen auch wichtige Industriestandorte unter ihre Kontrolle gebracht.

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Ukraine fehlt mehr Geld als ursprünglich angenommen

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  • Europa sollte sich besser mit Russland und China verständigen und so den “schmutzigen Kriege” der amerikanischen Neokons Einhalt gebieten, anstatt sie durch ihre angebliche “Transatlasntische Freundschaft” noch zu decken und zu vertuschen.
    Alles was in der Welt terroristisch oder kriegerisch geschieht hat eine starke Verbindung zu den USA. Warum betreiben sie an die 900 ausländische Stützpunkte, geben ca 2 Milliarden Dollar täglich für Militär aus und Schutz ihrer Heimat? Damit sie außerhalb ihres Kontinents risikolos tätig werden können und die Völker ausbeuten oder vernichten können.
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    Die Liste der US Interventionen ist sehr sehr lang und es gibt seit über 150 Jahren kein Jahr, in dem die USA nicht kriegerisch offen oder verdeckt gehandelt hätten.
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    Alleine seit 1945 hat die USA ca. 45 Millionen Menschen getötet, von den Krüppeln, Flüchtlichen, usw. mal ganz abgesehen !!

  • 450 Millionen gestohlen, aber die Ukraine befindet sich bei uns in guter Gesellschaft, denn auch unsere Abgeordneten wollen nicht das Korruption unter Strafe gestellt wird.
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13851712/Anti-Korruptionsregeln-finden-keine-Mehrheit.html
    Der Volksmund würde sagen. Alles ein Gesocks !!!!!
    Aber, wer beschließt schon etwas was ihm selbst schaden könnte !?!?!?
    Wer jedoch sauber ist MUSS für so ein Gesetz sein.
    Ist man dagegen, bedeutet das den Umkehrschluß ??????

  • Anzeichen von Panik: Hat sich Soros in der Ukraine verspekuliert?

    Quelle: DWN

    Der Investor George Soros hat in einem an Panik grenzenden Artikel neue Milliarden-Kredite der EU für die Ukraine gefordert. Zugleich soll die EU die Russland-Sanktionen aufheben. Der Grund des geopolitischen Rundumschlags: Soros fürchtet um sein Geld, das er in der Ukraine investiert hat. Er will es sich von den europäischen Steuerzahlern holen und zieht dafür virtuos alle Register in der Kunst der politischen Manipulation.

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    Dem Rekordmeister der Spekulanten droht die erste Niederlage: George Soros fürchtet um sein Investment in der Ukraine und will vom Steuerzahler gerettet werden. (Foto: dpa)

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    Das Echo auf diesen Beitrag war vor allem ablehnend: Weil die meisten Medien ihre wohlverdienten Weihnachtsferien genossen, wollte niemand über den Soros- Krieg schreiben. Bei den politischen Entscheidungsträgern setzte etwa zur selben Zeit ein Umdenken ein: Merkel, Gabriel, Mogherini, Hollande und viele andere gelangten zu der späten Einsicht, dass die Sanktionen gegen Russland der klassische Schuss in den Ofen waren: Die EU droht, in eine erhebliche Rezession zu rutschen, wenn einer der wichtigsten Handelspartner so geschädigt wird, dass weniger deutsche Autos, weniger italienische Anzüge und kaum noch französischer Käse in Russland verkauft werden.

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    Sinneswandel bedeutet für Soros „Zahltag“. Die versuchte Erpressung ist die Champions League der Spekulanten. Soros sieht sich offenbar auf der Verliererstraße. Solch aggressives Forechecking betreibt nur einer, dem die Zeit davonläuft.

    Allerdings sollte man Soros nie unterschätzen: Am Morgen erschien der Text in der FAZ. Am Abend reiste Ukraines Premier Arseni “Jaz” Jazenjuk um 1,8 Milliarden Euro von den europäischen Steuerzahlern aus Berlin zurück nach Kiew. Es hat den Anschein, als hätte sich Merkel die Argumentation von Soros zu eigen gemacht.

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